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Potenzmittel oft wirkungslos: Wann Viagra und Cialis helfen können

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Beschwerden über mangelnde Wirkung  

Helfen Potenzmittel wie Viagra und Co – oder nicht?

20.04.2017, 16:31 Uhr | dpa

Potenzmittel oft wirkungslos: Wann Viagra und Cialis helfen können. Viagra: Einige blaue Pillen (Quelle: imago/blickwinkel)

Die Einnahme von Potenzmitteln ist nicht immer sinnvoll (Quelle: imago/blickwinkel)

Helfen Viagra und Co wirklich gegen Impotenz? Was viele nicht wissen: Häufig ist die Einnahme der Pillen wirkungslos. Wem Potenzmittel helfen können und wann andere Behandlungsansätze notwendig sind.

Beschwerden über mangelnde Wirkung häufen sich

Beinhalten Potenzmittel etwa zu wenig Wirkstoff, wie zum Beispiel Sildenafil? Die Beschwerden über die mangelnde oder fehlende Wirksamkeit häufen sich. Zwischen 1998 bis 2016 gingen über 350 Beanstandungen dazu bei der Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker (AMK) ein. Drei Viertel der insgesamt 283 eingesandten Produkte waren Importe. 90 Prozent davon wurden vom Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker analysiert.

Das Ergebnis: In vier Fällen befand sich tatsächlich nur 75 bis 90 Prozent der angegebenen Menge des Wirkstoffs in den Tabletten. Allerdings lässt eine Arzneibuch-Monographie einen Durchschnittsgehalt von 85 Prozent bei zehn getesteten Proben zu. Bei 30 getesteten Tabletten liegt die Grenze sogar bei 75 Prozent.

Da die Packungsgröße von Potenzmitteln relativ klein ist, reichen die Probemengen für Einzelgehaltsbestimmungen also in den meisten Fällen gar nicht aus. An einem zu geringen Wirkstoff in den Tabletten liegt es meist nicht, wenn die gewünschte Wirkung der Potenzmittel nicht einsetzt.

Ursache ist oftmals organisch

"In den 90er Jahren hat man gedacht, Erektionsstörungen seien zu 90 Prozent Kopfsache. Dann hat man festgestellt, dass ein Großteil doch organisch bedingt ist. Wobei irgendwann natürlich der Kopf eine Rolle spielt", berichtet Professor Frank Sommer, Experte für Männergesundheit am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Viele Männer glaubten, solange sie sich selbst befriedigen können oder morgens eine Erektion haben, sei alles in Ordnung. "Das ist aber etwas ganz anderes, als Geschlechtsverkehr zu haben."

Erektionsstörungen sind auch ein "Frühwarnsystem"

Der Professor erinnert deshalb eindringlich: "Vor der Therapie steht die Diagnose." Dazu gehören Sommer zufolge mehrere Komponenten. Zunächst sollte ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten stattfinden. Dann kommt die körperliche Untersuchung: "Wenn die Blutgefäße, die zum Penis führen, defekt oder teilweise zu sind, dann hat dieser Mann in den nächsten vier bis acht Jahren einen Schlaganfall", mahnt Sommer. "Aber das ist ein gutes Zeichen: Sie können noch genug tun. Es gibt kein besseres Frühwarnsystem." Oftmals bräuchten Männer nicht einmal Medikamente, es reiche eine Veränderung des Lebensstils.

Potenzmittel beheben viele körperliche Ursachen nicht

Der Experte betont, dass Sildenafil nur bei Durchblutungsstörungen und psychologischen Problemen hilft. Bei kaputten Nerven, einem Hormonmangel oder einer Beckenbodenschwäche sei es vollkommener Unsinn, solche Mittel zu nehmen. "Deshalb ist eine gründliche Untersuchung der Beschwerden absolut wichtig."

Psychischer Druck kann Erektion verhindern

Können körperliche Faktoren ausgeschlossen werden, rückt die Psyche ins Blickfeld. "Der Körper kann eine Erektion haben, aber er streikt in bestimmten Situationen", beschreibt der Diplom-Psychologe Rüdiger Wacker die Situation. "Die gemeinsame Arbeit besteht darin zu fragen, warum der Körper in dieser Sache streikt", sagt der Paar- und Sexualtherapeut aus Essen.

Oft sei es so, dass die Erektion in einer Beziehung zum zentralen Punkt der Sexualität überhöht werde, berichtet Wacker. Die Lösung, die der Therapeut bereit hält, klingt etwas paradox: "Der Gedanke an die Erektion muss weit genug weg sein, damit die Erektion irgendwann wiederkommt." Das soll heißen, dass sich Paare mit anderen Bereichen ihrer Sexualität beschäftigen und herausfinden, was ihnen sonst noch alles Spaß macht.

Nicht jeder verträgt den Wirkstoff

Ist medizinisch und psychologisch abgeklärt, dass ein Potenzmittel für den Betroffenen eine Lösung für seine Erektionsprobleme bieten kann, muss noch geklärt werden, ob der Patient den Stoff verträgt. Nicht alle Wirkstoffe, die bei Herzleiden eingesetzt werden, vertragen sich nämlich mit Sildenafil. Außerdem muss der Kreislauf des Patienten grundsätzlich so belastbar sein, dass er die Anstrengung beim Geschlechtsverkehr aushält.

Zu viel Alkohol blockiert die Wirkung

Die Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von Sildenafil und ähnlich wirkenden Stoffen auftreten können, sind zum Beispiel Kopfschmerzen, Schwindelgefühl oder Verdauungsprobleme. Durch Alkohol oder fettreiches Essen kann der gewünschte Effekt sogar verhindert werden.

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