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Studie zeigt  

Metadaten erlauben sehr exakte Analyse von Smartphone-Nutzern

14.03.2014, 16:31 Uhr | t-online.de

Metadaten erlauben sehr exakte Analyse von Smartphone-Nutzern. Mit Hilfe von Verbindungsdaten lässt sich ein Smartphone-Nutzer leicht durchleuchten. (Quelle: imago/Symbolfoto/Kraehn)

Mit Hilfe von Verbindungsdaten lässt sich ein Smartphone-Nutzer leicht durchleuchten. (Quelle: Symbolfoto/Kraehn/imago)

Forscher haben in einem Experiment gezeigt, dass Smartphone-Nutzer alleine anhand von Telefonnummern und weiteren Metadaten sehr genau charakterisiert werden können. Wer mit wem liiert ist, wer gesundheitliche Probleme hat oder gar Alkoholiker ist, lässt sich anhand der gespeicherten Verbindungsdaten mit sehr einfach Mitteln vorhersagen und herausfinden.

App-Entwickler, Werbenetzwerke und Behörden speichern im großen Umfang Telefonnummern und Standortdaten – sogenannte Metadaten. Die Informationen werden angeblich in anonymisierter Form abgelegt und ließen keine unmittelbaren Rückschlüsse auf konkrete Personen und deren Verhalten zu.

Ende November 2013 starteten die Wissenschaftler der Universität Stanford im US-Bundesstaat Kalifornien ein Experiment mit Hilfe einer Android-App namens MetaPhone. Jeder, der diese freiwillig auf sein Smartphone installierte, gab den Forschern die Informationen über Telefonate oder Standort für deren Studie preis. Anhand dieser Metadaten wollten die Wissenschaftler beweisen, dass die vermeintlich harmlosen Informationen genügen, einen Menschen sehr einfach zu charakterisieren.

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Lebenspartner wird am häufigsten kontaktiert

Bereits nach zwei Wochen konnten die Wissenschaftler anhand der gesammelten Daten sehr genau vorhersagen, mit wem die Teilnehmer zum Beispiel liiert waren. Die Analysen der vorliegenden Daten ergab, dass bei 60 Prozent der Teilnehmer der Lebenspartner die am häufigsten angerufene Nummer war. 70 Prozent der Teilnehmer verschickten auch die meisten Kurznachrichten an die Nummer ihres Partners.

Außerdem fanden die Forscher heraus, dass alle Teilnehmer, egal ob sie sich gegenseitig kannten oder nicht, über höchstens vier Kontakte miteinander in Verbindung standen. Ein Fakt, der vor allem Geheimdiensten bei Recherchen in die Hände spielen könnte. Die NSA etwa darf laut US-Gesetz bei Überwachungen von "gefährlichen" Personen, deren Kontakte bis zum dritten Grad in die Beschattung mit einbeziehen.

Suchmaschinen verraten Personen hinter den Telefonnummern

Über solche Analysen ließen sich die Telefonnummern, die ein Teilnehmer kontaktiert hatte, einer Rolle in dessen Leben zuordnen. Auch die Telefonnummer eindeutig einer Person zuzuweisen, war einfacher als angenommen.

Dazu bedienten sich die Forscher einfach der Suchfunktionen auf öffentlichen Internetseiten wie Facebook, Google oder die Empfehlungs-Plattform Yelp. In 73 Prozent der Fälle konnte sie auf diese Weise die Person zu einer Telefonnummer identifizieren.

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Nachdem die Wissenschaftler für wenig Geld die Ergebnisse zusätzlich durch eine kostenpflichtige Telefon-Datenbank verifizieren ließen, konnten sie die Besitzer der Nummern mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent zuordnen.

Die Forscher gehen davon aus, dass es Behörden und Firmen noch leichter fällt, persönliche Daten aus vermeintlich anonymen Metadaten zu ziehen. Denn im Vergleich zu den Wissenschaftlern verfügen diese Organisationen über deutlich höhere Budgets.

Persönliche Informationen leicht ermittelbar

Durch die Zuordnung der Telefonnummern zu den kontaktierten Personen, ließ sich herausfinden, wer von den Teilnehmern zum Beispiel den Zahnarzt aufsuchen musste. Wer regelmäßig mit einem Psychologen telefoniert oder Termine bei diesem hat, wer einen Rechtsanwalt braucht oder bei den Anonymen Alkoholikern ist.

Obwohl der Inhalt der Gespräche alleine durch die Metadaten nicht ermittelt werden kann, lassen sich anhand dieser Informationen und der aufgezeichneten Häufigkeit der Telefongespräche spielend leicht Schlussfolgerungen ziehen.

Bisher keine Vorratsdatenspeicherung in Deutschland

Eine EU-Richtlinie schreibt den Mitgliedsstaaten die Erfassung von Metadaten vor, die sogenannte Vorratsdatenspeicherung. In vielen Ländern speichern Telekommunikationsanbieter deshalb Informationen über Telefonate, Standortdaten oder die genaue Gerätekennung für einen bestimmten Zeitraum ab, damit Behörden im Ermittlungsfall darauf zugreifen können.

Deutschland hat die Vorratsdatenspeicherung bisher nicht gesetzlich festgelegt, da die EU-Richtlinie vom Europäischen Gerichtshof auf Gültigkeit überprüft wird. Solange kein Ergebnis dieser Prüfung vorliege, werde das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung auf Eis liegen, sagte Justizminister Heiko Maas Mitte Januar dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

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