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Blitzschutz: Haus und Wohnung vor Blitz bei Gewitter schützen

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Gewitter  

Blitzschutz für Haus und Wohnung

17.06.2016, 10:14 Uhr | rw, zuhause.de

Blitzschutz: Haus und Wohnung vor Blitz bei Gewitter schützen. Ein Blitzableiter allein genügt nicht als Blitzschutz. (Quelle: imago/Thomas Becker)

Ein Blitzableiter allein genügt nicht als Blitzschutz. (Quelle: Thomas Becker/imago)

Bei heftigen Gewittern ist ein guter Blitzschutz das A und O, um Schäden zu verhindern. Ein Blitzableiter ist zwar nicht für jeden Pflicht, auf alle Fälle aber sinnvoll. Nicht zuletzt im Versicherungsfall kann es entscheidend sein, ob ein Blitzschutz installiert wurde. Doch ein Blitzableiter allein genügt nicht als Schutz.

"Ein wirkungsvoller Blitzschutz besteht aus äußerem und innerem Blitzschutz", so Diplom-Ingenieuer und Blitzschutz-Experte Jürgen Wettingfeld gegenüber wdr.de. Der äußere Blitzschutz fange den Blitz ein und leite ihn ins Erdreich. "Der innere Blitzschutz sorgt dafür, dass es nicht zu gefährlichen Spannungsunterschieden im Gebäude kommt, durch die zum Beispiel elektrische Geräte beschädigt oder Brände verursacht werden können", führt der vereidigte Sachverständige der Handwerkskammer Düsseldorf weiter aus.

Die äußere Blitzschutzanlage – der Blitzableiter

Die äußere Blitzschutzanlage wird im Volksmund häufig auch vereinfacht als Blitzableiter bezeichnet. Das ist ein rund acht Millimeter dicker Draht aus Stahl oder Aluminium, der die Fassade entlang vom Dach bis ins Erdreich führt und die Spannung eines direkt am Haus einschlagenden Blitzes dorthin ableitet. Weil Blitzableiter für die meisten Wohngebäude nicht vorgeschrieben sind, ist ein äußerer Blitzschutz an Mietshäusern längst nicht die Regel. Immerhin betragen die Kosten für eine nachträgliche Installation laut Wettingfeld mindestens 2500 Euro und können je nach Gebäudegröße auch deutlich darüber liegen.

Ob ein äußerer Blitzschutz am Gebäude vorhanden ist, können Mieter leicht selbst überprüfen. "Wenn sie auf dem Dach am First einen Draht verlaufen sehen, oder am Kamin eine Stange befestigt ist, von der ein Draht an der Gebäudeaußenwand nach unten geht, kann man davon ausgehen, dass eine Blitzschutzanlage vorhanden ist", erklärt Wettingfeld im WDR-Interview. Wichtig ist, dass der Blitzschutz auch alle Dachinstallationen wie Satellitenschüssel oder die Photovoltaik-Anlage umfasst.

Wann Blitzableiter vorgeschrieben sind

Vorgeschrieben ist ein Blitzschutz bei Wohngebäuden nur dann, wenn das Haus höher als 20 Meter ist. Für Besitzer eines Ein- oder Zweifamilienhaus gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Installation. Allerdings machen die meisten Versicherer die Erstattung von Gewitter-Schäden davon abhängig, ob zum Zeitpunkt des Schadens eine Blitzschutzanlage am Haus installiert und in einwandfreiem Zustand war.

Ist der Blitz in ein Haus eingeschlagen, kommt der Gebäudeversicherer für Schäden am Gebäude auf, wie die Verbraucherzentrale NRW mitteilt. Schäden durch Überspannung werden nur ersetzt, wenn der Blitz direkt in das versicherte Grundstück oder Gebäude eingeschlagen ist. Sonstige Schäden durch Überspannung, Überstrom oder Kurzschluss sind nur dann über die Gebäude- oder Hausratversicherung abgedeckt, wenn eine zusätzliche Klausel, die sogenannte Überspannungsklausel vereinbart wurde.

Sinnvoll ist ein äußerer Blitzschutz allemal. Die Kosten, um ein Haus und mit ihm all seine Bewohner und die technischen Geräte im Gebäudeinnern wirksam gegen Schäden durch Blitzeinschlag zu schützen, machen meist unter einem Prozent des Hauswerts aus.

Die innere Blitzschutzanlage funktioniert dreistufig

Der innere Blitzschutz soll die elektrischen Geräte im Haus vor Überspannungsschäden schützen. Auch gefährliche Kabelbrände in Folge einer Überspannung im Leitungsnetz sollen so ausgeschlossen werden. Blitzeinschläge erzeugen ein extrem starkes elektrisches und magnetisches Feld. Statt der üblichen 230 Volt Spannung können dann für kurze Zeit mehrere tausend Volt auf der Leitung liegen. Selbst Blitze, die in zwei Kilometern Entfernung einschlagen, können noch Überspannungsschäden verursachen.

Bei solchen Einschlägen in der Umgebung ist der äußere Blitzschutz völlig wirkungslos. Die Spannung des Blitzes springt beim Einschlag auf eine Strom- oder Telefonleitung über und gelangt so ins Gebäude. Die Spannungsspitzen treten zwar nur kurz auf, doch das reicht oft schon aus, um empfindliche Elektronik wie Fernseher oder PC zu zerstören.

Dagegen hilft ein fachmännisch installierter, dreistufiger Überspannungsschutz im Hausinnern. Dieser innere Blitzschutz besteht aus Sicherungen, die am Hausverteiler, den Unterverteilern und an den einzelnen Steckdosen installiert sind. Der Fachmann spricht dabei von Grobschutz, Mittelschutz und Feinschutz. Die Kosten einer solchen inneren Blitzschutzanlage liegen bei einem gewöhnlichen Einfamilienhaus etwa zwischen 800 und 1000 Euro.

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