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Radon im Haus verursacht Lungenkrebs: 1900 Tote jedes Jahr

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Lungenkrebsgefahr  

Radon im Haus kann Lungenkrebs verursachen

08.10.2017, 14:45 Uhr | rw, t-online.de

Radon im Haus verursacht Lungenkrebs: 1900 Tote jedes Jahr. Ein großes Loch (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/jwilkinson)

Radon dringt vom Boden aus in den Keller und belastet so die Bewohner. (Symbolbild) (Quelle: jwilkinson/Thinkstock by Getty-Images)

Man sieht es nicht, man riecht es nicht und man kann es auch nicht schmecken. Dennoch kommt Radon in allen Gebäuden, in der Außenluft und im Boden vor. Von dort dringt das radioaktive Edelgas in Keller und Untergeschosse ein und breitet sich in anderen Räumen aus. Radon kann Lungenkrebs verursachen. Experten schätzen, dass jedes Jahr rund 1900 Menschen in Deutschland an den Folgen zu hoher Radonkonzentrationen im Haus sterben.

"In Gebäuden treten meist höhere Radonkonzentrationen als im Freien auf", warnt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Es dringt durch Risse im Fundament oder den Kellerwänden, durch die Fugen zwischen Kellerwänden und Fundamentplatte sowie undichte Durchführungen von Rohren und Leitungen ins Haus ein. Dort kann es sich zu gefährlichen Konzentrationen anreichern.

Ab wann Radon im Haus gefährlich wird

Die Radonkonzentration wird in der Einheit Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) angegeben. Zahlreiche Studien belegen den Zusammenhang zwischen Lungenkrebsrisiko und der Radon-Konzentration in häufig genutzten Wohnräumen. "Dabei nimmt das Risiko um circa zehn Prozent pro Anstieg der Radonkonzentration um 100 Bq/m³ zu", informiert das BfS. Etwa fünf Prozent aller Lungenkrebssterbefälle in Deutschland würden durch Radon in Wohnungen verursacht. "Dies entspricht in absoluten Zahlen ungefähr 1900 Todesfällen pro Jahr." Von diesen Todesfällen ist laut BfS nur ein Bruchteil vermeidbar, da in Gebäuden Radonkonzentrationen wie in der freien Atmosphäre mit der heutigen Bauweise und den verfügbaren Baustoffen in der Regel nicht erreichbar sind.

In Deutschland beträgt der Jahresmittelwert der Radonkonzentration in Wohnräumen durchschnittlich knapp 50 Bq/m³. "Wird im Jahresmittel der Wert von 100 Bq/m³ überschritten, sollten Maßnahmen zur Senkung der Strahlenexposition in Betracht gezogen werden", raten die Strahlenschutzexperten.

Neubauten sollten generell so errichtet werden, dass im Haus Konzentrationen über 100 Bq/m³ im Jahresmittel vermieden werden.

Laut der Behörde wird dieser Wert bei etwa fünf bis zehn Prozent aller Wohnungen in Deutschland überschritten. In 0,04 Prozent aller Wohnungen seien es sogar über 1000 Bq/m³. Dann sollte man schnell handeln. Bei solch hohen Konzentrationen rät das BfS zu einer Radonsanierung binnen drei Jahren.

Radonsanierung von Fall zu Fall sehr unterschiedlich

Oft helfen schon einfache Maßnahmen. Offensichtliche Eintrittspfade wie Risse, Fugen und Rohrdurchführungen im bodenberührenden Hausbereich sollten abgedichtet werden. Auch eine gezieltere, intensivere und häufigere Belüftung kann helfen.

Wenn möglich sollte man Räume mit besonders hoher Konzentration meiden, um die Strahlenexposition gering zu halten. Bei sehr hohen Konzentrationen sind manchmal auch aufwändigere Sanierungsmaßnahmen erforderlich.

Am Anfang einer aufwendigen Sanierungsmaßname steht immer die Analyse des Gebäudes durch eine Fachfirma. Die Sanierungsmaßnahmen richten sich dann nach dem Zustand und der Art des Hauses und der Höhe der Radonkonzentration in Aufenthaltsräumen.

Auf Dauer sollten in häufig und lange genutzten Wohnräumen möglichst keine Radonkonzentrationen von über 100 Bq/m³ mehr auftreten. In Einzelfällen ist das nicht zu bewerkstelligen. Dann sollte die Radonkonzentration aber zumindest so stark wie möglich reduziert werden.

Regionale Unterschiede bei der Radonkonzentration in Boden und Wohnung

Die Karte dient zur Prognose der Radonkonzentration in der Bodenluft ausschließlich im regionalen Maßstab. Die Dichte der Beprobung wurde der geologischen Variabilität angepasst.  (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz)Die Karte dient zur Prognose der Radonkonzentration in der Bodenluft ausschließlich im regionalen Maßstab. Die Dichte der Beprobung wurde der geologischen Variabilität angepasst. (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz)

Wie häufig hohe Radonkonzentrationen in Wohngebäuden messbar sind, ist regional sehr unterschiedlich. "Während in der norddeutschen Tiefebene Konzentrationen über 100 Bq/m³ nur selten vorkommen, sind in Teilen der Mittelgebirge einige zehn Prozent der Gebäude betroffen", so das BfS. Das liegt daran, dass schon im Boden die Radonkonzentrationen sehr unterschiedlich sind. Die Radonkarte des BfS zeigt, in welchen Regionen Deutschlands die Belastung besonders hoch ist.

"Die Radonkarte Deutschlands gibt eine Orientierung über die regionale Verteilung der Radonkonzentration in der Bodenluft einen Meter unter der Erdoberfläche, erklärt das Bfs gegenüber t-online.de. Dabei erfolge die flächendeckende Schätzung der Radonkonzentration in der Bodenluft mithilfe einer abstandsgewichteten Interpolation zwischen den Messorten innerhalb generalisierter geologischen Einheiten auf der Basis eines regelmäßigen Rasters von drei mal drei Kilometern, , erklären die Experten. Für einzelne Gemeinden oder gar einzelne Siedlungen erlaubt sie keine unmittelbaren Rückschlüsse. Denn auch in generell stark belasteten Gebieten schwankt die Radonkonzentration im Boden. Wie hoch die Konzentration in einem bestimmten Haus ist, hängt außerdem noch von seinem Zustand, der Bauweise und dem Alter eines Gebäudes ab. Um herauszufinden, wie hoch die Radonkonzentration in einem bestimmten Haus ist, muss man dort messen.

Radonkonzentration messen lassen

"Da in Gebäuden im Winter in der Regel höhere Konzentrationen auftreten als in den wärmeren Jahreszeiten, sollten Messungen über den Zeitraum von einem Jahr durchgeführt werden", empfiehlt das BfS. Die Messung sollte eine Firma mit einschlägiger Erfahrung durchführen. Das BfS führt auf seinen Internetseiten eine Liste von Radon-Messstellen in Deutschland, welche die Anforderungen an die Qualitätssicherung nachgewiesenermaßen erfüllen. Auch nach einer Radonsanierung sollte noch einmal gemessen werden, um zu kontrollieren, ob die durchgeführten Maßnahmen wirken.

Auch Asbest in Ihrem Haus kann Sie krank machen. Wie genau, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

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