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Einbruchschutz für Fenster, Balkontür und Terrassentür nachrüsten

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Sicherheit  

Wie Sie Ihre Terrassentüren vor Einbrechern schützen

08.11.2017, 07:27 Uhr | rw, t-online.de

Einbruchschutz für Fenster, Balkontür und Terrassentür nachrüsten. Der Einbruchschutz für Fenster und Fenstertüren ist besonders wichtig. (Quelle: imago/blickwinkel)

Der Einbruchschutz für Fenster und Fenstertüren ist besonders wichtig. (Quelle: blickwinkel/imago)

"80 Prozent der Einbrüche erfolgen über das Aufhebeln des Fensters oder der Fenstertür." Darauf weist das Netzwerk "Zuhause sicher", eine Initiative von Polizeibehörden, hin. Wirksamer Einbruchschutz sollte hier ansetzen. Es gibt mehrere kostengünstige Maßnahmen, durch die Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren einbruchsicher werden. 

Die Erfahrungen der Polizei zeigen: Die wenigsten Einbrecher schlagen eine Scheibe ein, um ins Haus zu gelangen. Das macht Lärm und erhöht das Risiko, auf frischer Tat ertappt zu werden.

Mechanischen Einbruchschutz an Fenstern und Fenstertüren nachrüsten

Das Aufhebeln ungesicherter Fenster ist hingegen denkbar einfach. Es dauert nur wenige Sekunden und verursacht kaum Lärm. Einbrecher brauchen dafür kein Spezialwerkzeug, sondern lediglich einen stabilen Schraubendreher. Kein Wunder also, dass diese Methode gerade bei Gelegenheitstätern so beliebt ist. Auf deren Konto gehen vier von fünf Einbrüchen.

Um den Einbruchschutz zu verbessern, muss man keine horrenden Summen für neue Fenster ausgeben, wie Carolin Hackemack vom Netzwerk "Zuhause sicher" erklärt. "Eine Nachrüstung der bestehenden Fenster und Fenstertüren ist fast immer möglich", sagt die Sicherheitsexpertin im Gespräch mit t-online.de.

Einbruchschutz sichtbar oder unsichtbar nachrüsten

Eine günstige Methode sind so genannte Aufschraubsicherungen, die sowohl auf der Schanier- als auch auf der Fenstergriffseite des Rahmens befestigt werden. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Sicherungen der Norm DIN 18104 Teil 1 entsprechen. Sie sind ab etwa 30 Euro pro Stück erhältlich. Aufschraubsicherungen sind sichtbar. Das kann einerseits zwar potenzielle Täter vom Einbruchversuch abhalten, ist aber andererseits aus optischen Gründen nicht jedermanns Sache. 

Dezenteren aber ebenso wirksamen Schutz bieten Pilzkopfzapfen-Beschläge. Bei herkömmlichen Fenstern hat der Zapfen eine zylindrische Form. Er kann von Einbrechern leicht aus dem Schließstück am Rahmen gehebelt werden. Einen wirksameren Schutz bieten Zapfen in Form eines Pilzkopfs. Durch ihre Form verkeilen sie sich mit dem zugehörigen Schließstück und können nicht mehr aufgehebelt werden. "An Pilzkopfzapfen scheitern Einbrecher regelmäßig", berichtet Hackemack. Sichere Pilzkopfzapfen-Beschläge sollten der Norm DIN 18104 Teil 2 entsprechen. 

Abschließbare Fenstergriffe erhöhen den Einbruchschutz

"Darüber hinaus rät die Polizei zu abschließbaren Fenstergriffen gemäß DIN 18267", erklärt die Einbruchschutz-Expertin. Sie verhindern, dass Einbrecher, die mit einem Schraubendreher durch die Glasdichtung stechen, den Griff betätigen können.

Außerdem schützen sie vor dem sogenannten Glasdurchgriff, bei dem ein Loch in die Scheibe geschlagen wird, um den Fenstergriff zu betätigen – eine Einbruchmethode, die laut Hackemack in immerhin rund zehn Prozent aller Fälle zum Einsatz kommt. DIN-zertifizierte abschließbare Fenstergriffe starten bei rund 30 Euro und widerstehen einem Drehmoment von mindestens 100 Newtonmetern.

Für Einbruchschutz braucht es Standard RC 2 oder höher

Über Türen oder Fenster versuchen Einbrecher, in Wohnungen oder Häuser zu gelangen. Die sogenannte "Resistance Class" (RC – übersetzt "Widerstandsklasse") gibt an, wie gut Türen oder Fenster Einbruchsversuchen standhalten. Der Verband Fenster + Fassade rät Privathaushalten mindestens zu RC 2.

Fenster können zum Beispiel durch Sicherheitsbeschläge mit Pilzkopfverriegelungen und passenden Sicherheitsschließblechen sowie Sicherheitsverglasung geschützt sein. Die Widerstandsklasse gibt dem Verband zufolge an, wie gut alle Sicherheitsfunktionen eines Fensters oder einer Tür zusammengefasst Einbrecher abwehren können.

Vermieter müssen Einbruchschutzmaßnahmen dulden

Mietern rät Hackemack, die Nachrüstung von Sicherheitstechnik mit dem Eigentümer abzusprechen: "Der Vermieter muss das in der Regel erlauben." Unter Umständen könne er verlangen, dass sich die Installationen bei Auszug ohne Schäden wieder entfernen lassen. Entsprechende Produkte halte der Fachhandel bereit. 

Einbruchschutz ist Profi-Sache

Entscheidend sei aber nicht nur die Auswahl der richtigen Produkte. "Die beste DIN-zertifizierte Sicherheitstechnik nützt wenig, wenn sie nicht korrekt eingebaut wird", mahnt die Expertin. Einbruchhemmende Produkte sollten immer durch qualifizierte Fachfirmen installiert werden. Das Netzwerk "Zuhause sicher" stellt auf seinen Webseiten eine Handwerkersuche zur Verfügung. So finden Verbraucher Firmen und Handwerker, die vom jeweiligen Landeskriminalamt als Errichter von mechanischem Einbruchschutz anerkannt sind.

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