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Tulpen im Garten richtig pflanzen und pflegen: Tipps für Tulpen

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Gartenklassiker  

Bei Tulpen darf man jetzt nichts falsch machen

30.03.2017, 10:57 Uhr | GMH/PRE, tos, dpa-tmn, t-online.de

Tulpen im Garten richtig pflanzen und pflegen: Tipps für Tulpen. Tulpenmeer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Tetsuya Tanooka/amanaimagesRF)

Ein Tulpenbeet ist eine wahre Augenweide (Quelle: Tetsuya Tanooka/amanaimagesRF/Thinkstock by Getty-Images)

Was wäre ein Frühling ohne Tulpen (Tulipa)? Dann haben die Gartenklassiker ihre Blütezeit. Die beliebten Blumen setzen bunte Farbtupfer in rot, weiß, orange oder gelb. Die Tulpenzwiebeln sollte man im Herbst in den Balkonkasten oder ins Beet setzen. Aber auch im Frühling kann man noch vorgetriebene Tulpen in den Garten pflanzen. Wir erklären, wie Tulpen im Garten auch im nächsten Jahr wieder blühen.

Ein Meer aus Blüten

Bereits im März blühen die ersten Tulpen im Garten. Dank der Vielzahl an Arten und Sorten zieht sich die Blütezeit lange hin. Das Schauspiel lässt sich bis in den Mai fortsetzen. Der Zwiebelblumengärtner Bernd Schober aus Augsburg hat für die Blütezeit eine Merkformel: "Je größer und üppiger die Blüten sind, desto später öffnen sie sich." Den Anfang machen vor allem die kleineren, dafür kräftig gefärbten Wildarten. "Für die gefüllten und großen Blüten von Papageientulpen braucht es dann mehr Zeit im Frühjahr, bis sie sich entwickelt haben", erklärt Schober.

Der richtige Standort für Tulpen

Die Pflege von Tulpen ist recht einfach: Die Pflanzen stellen keine großen Ansprüche an den Standort und die Bodenverhältnisse. "Am besten gedeihen Tulpen auf durchlässigen Böden", sagt Diplom-Gärtnerin und Gartenbuch-Autorin Herta Simon. "Ist dieser nicht vorhanden, mischt man den Boden mit etwas Sand. So stehen die Zwiebeln nicht zu nass und die Gefahr von Fäulnis ist gebannt." Tulpen bevorzugen einen sonnigen Standort. Dieser bietet ihnen auch im Sommer gute Bedingungen zum Ausreifen der Zwiebeln. Das ist für die Tulpenblüte im folgenden Jahr wichtig.

Tulpen am besten schon im Herbst setzen

Gepflanzt werden die Blumenzwiebeln im Herbst. Wer das verpasst hat, kann im Frühjahr auch vorgetriebene Tulpen kaufen und in den Garten setzen. Die Tulpenzwiebeln dürfen aber nicht komplett eingegraben werden. Noch rund zwei Zentimeter müssen aus der Erde schauen. Wie Tulpenzwiebeln überwintern, erfahren Sie hier.

Pflege: Gießen und Düngen

Düngen sollte man Tulpen im Frühjahr, sobald sich die ersten Blattspitzen zeigen, bis zur Blüte regelmäßig mit einem Volldünger. Erst wenn die Tulpen verblüht sind, stellt man die Versorgung mit Dünger wieder ein. Tulpen mögen ausreichend Wasser: Während der Blütezeit sollten Gärtner die Tulpe regelmäßig gießen, damit die Erde feucht bleibt.

Tulpen-Pflege nach der Blüte

"Nach der Blüte sollten Stängel und Laubblätter stehen bleiben, damit die Tulpe anschließend Kraft für das nächste Frühjahr sammeln kann", sagt Claudia Gölz vom Informationsbüro für Zwiebelblumen in Düsseldorf. Man schneidet nur die welke Blüte der Tulpe ab, damit sich keine Samen bilden und die Kraft aus dem Stiel und den Blättern in die Blumenzwiebeln geht. Ist das Laub welk und trocken, lässt es sich einfach entfernen. Wen die welken Tulpen stören, kann die Pflanzen beispielsweise mit Stauden verdecken.

Tulpenzwiebeln überwintern

Empfindliche Tulpensorten sollten Gärtner nach der Blüte ausgraben und die Blumenzwiebeln samt Blätter in einer Holzkiste an einem trockenen Ort lagen. Dies empfiehlt sich besonders, wenn die Erde im Sommer schlecht trocknet und somit Fäulnisgefahr besteht. Außerdem macht man auf diese Art natürlich Platz für Sommerblüher. Im Herbst werden die Blumenzwiebeln dann wieder in die Erde gebracht.

Wer seine Tulpen in der Erde lässt, sollte keine einjährigen Sommerblumen dazu pflanzen, die regelmäßig gegossen werden. Denn Nässe schätzen die Zwiebeln nach der Blüte gar nicht. Trockenheit ist wichtig für das Überleben der Tulpenzwiebeln. Besser setzt man seine Tulpen zwischen Stauden und Sträucher.

Tulpen verwildern

Lässt man die Blumenzwiebeln in der Erde, wo sie sich über mehrere Jahre hinweg vermehren, spricht man von Verwildern. Dafür muss allerdings der Standort ideal sein: im Sommer trocken und nährstoffreich. Und es lässt sich nicht jede Pflanze verwildern. Geeignet sind einige Sorten der Wildtulpen oder beispielsweise Fosteriana-Tulpen (Tulipa fosteriana) sowie die wilde Weinbergtulpe (Tulipa sylvestris), die mittlerweile in vielen Bundesländern auf der Roten Liste steht.

Tulpen gibt es in vielen Formen

Man unterscheidet zwischen klassischen Tulpenformen wie den Einfachen Frühen Tulpen, Einfachen Späten Tulpen, Triumph-Tulpen sowie Lilienblütigen Tulpen, Darwin-Hybriden, Wildtulpen und Botanischen Tulpen. Darüber hinaus sieht man Sonderformen wie die gemusterten Papageientulpen, Crispa-Tulpen mit gefransten Blütenblatträndern, grünlich gestreifte Viridiflora-Tulpen und gefüllt blühende Tulpen. Es gibt sehr extravagante Tulpen, zum Beispiel die fast schwarze, einfach blühende Sorte "Queen of the Night" oder die schwarze, gefüllte Tulpe "Black Hero".

Tulpe mit Frühlingsduft

Selbst wer Wert auf einen frischen Frühlingsduft im Garten legt, kann sich die passende Tulpe aussuchen: Gölz empfiehlt besonders duftende Sorten wie die rosa gefüllte Sorte Tulipa "Angélique" oder die orangefarbene Tulipa "Ballerina".

Blumenzwiebeln auf Wiese setzen

Tulpen können je nach Geschmack in das Gesamtbild des Gartens eingefügt werden. Sie werden etwa einzeln zwischen Rosen gesetzt. Ein natürliches Bild geben Tulpen auf Wiesen ab. Hier werden die Blumenzwiebeln locker ausgestreut und gepflanzt, wie sie fallen.

Tulpe ergänzt sich mit vielen Frühblühern

Zur Tulpenblüte passen zahlreiche Frühblüher. "Die frühen Sorten werden von Traubenhyazinthen (Muscari) und Hyazinthen (Hyazinthus orientalis) begleitet", sagt Simon. Als Unterpflanzung von höheren Tulpen eignen sich auch blaue Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica), die zu rosafarbenen und roten Tulpen sowie zu gelb- und weißblühenden Sorten einen Kontrast bilden. Zu Narzissen sollte man Tulpen allerdings nicht setzen. Denn die Ansprüche an den Boden sind zu unterschiedlich.

Für Sorten, die erst im Mai blühen, empfiehlt Simon Zierlauch als Begleiter. Auch zweijährige Frühlingsblumen, zum Beispiel Goldlack (Cheiranthus cheirii) und Schöterich (Erysimum), ergänzen das bunte Treiben der Tulpen ebenso wie eine ganze Reihe von Stauden. Das Zusammenspiel von violetten und rosafarbenen Tulpen bekommt durch das Tränende Herz (Dicentra spectabilis), den Silberling (Lunaria annua) und Nachtviolen (Hesperis) einen passenden Rahmen. Wolfsmilch (Euphorbia) und Gemswurz (Doronicum) runden das Farbspektrum ab.

Tulpen in der Vase: wenig Wasser einfüllen

Wer keinen Garten hat, arrangiert Tulpen als Blumenstrauß in der Vase. Claudia Gölz empfiehlt, die Stiele mit einem scharfen Messer leicht schräg anzuschneiden. "Dieser Schnitt öffnet zahlreiche Gefäße, so dass Blätter und Blüten optimal mit Wasser versorgt werden." Der Wasserstand in der Vase sollte nur wenige Zentimeter betragen.

Tulpen wachsen in der Vase weiter, denn sie strecken ihre Pflanzenzellen in die Länge. In hohen Vasen wachsen die Tulpen gerade, in niedrigen oder Kugelvasen tanzen die Tulpen ausdrucksvoll aus der Reihe.

Wasser in der Vase nur nachfüllen

Einen speziellen Tipp hat noch das Blumenbüro: Das Wasser in einer Vase mit Tulpen sollte man nie vollständig wechseln, sondern immer nur wieder auffüllen. Denn bekommen die Tulpen komplett frisches Wasser, wirke das wie ein Energieschub. Die Pflanzen wachsen rascher, blühen stärker und verblühen damit auch schneller. Werde aber Wasser nur nachgefüllt, bleibe der Nährstoffgehalt in der Vase konstant. So hat man länger etwas von dem Strauß.

Tulpen sind für Tiere giftig

Wer Haustiere hat, die gerne auch mal im Garten stöbern, sollte vorsichtig sein. Alle Pflanzenteile der Tulpen sind giftig. Symptome treten auf, wenn größere Mengen an Tulpen gefressen werden. Anzeichen einer Vergiftung können Magen-Darm-Störungen oder Bauchkrämpfe sein. Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung, sollte man den Tierarzt aufsuchen.

Kuriose Geschichte

Tulpen gehören zu den geschichtsträchtigsten Pflanzen der Menschheitsgeschichte. Ihre Karriere begann in Persien. Dort zierten die heute als "botanische Tulpen" bezeichneten Wildarten bereits um das Jahr 1050 die Gärten der Reichen und Mächtigen. Im Osmanischen Reich wurden sie sogar als heilige Blume verehrt. Rasch verbreitete sich die Kunde von der exotischen Pflanze und als Mitte des 16. Jahrhunderts die ersten Zwiebeln nach Europa gelangten, entbrannte insbesondere in den Niederlanden alsbald eine ungezähmte Sammelwut. Adlige und betuchte Kaufleute wetteiferten um die prachtvollsten Sorten, was Tulpenzwiebeln zu begehrten Spekulationsobjekten werden ließ. Mancher Bauer verlor durch diese Tulpenmanie Haus und Hof, als nach einigen Jahren zu viele Tulpen auf dem Markt waren und die Preise rapide sanken.

Pflegetipps für die Garten-Tulpe (Tulipa gesneriana)

Standort: Sonnig; der Boden sollte durchlässig sein. Gegebenenfalls Sand untermischen.

Düngen: Im Frühling, sobald sich die Blätter zeigen, bis zum Ende der Blütezeit.

Pflege nach der Blüte: Blätter der Tulpe unbedingt stehen lassen, bis sie vertrocknet sind und sich ablösen. Tulpen können über den Sommer ausgegraben und trocken gelagert werden.

Pflanzzeit: Im Herbst. Im Frühling können vorgetriebene Tulpen gesetzt werden.

Zum Gartenlexikon: Tipps und Tricks für Ihre Gartengestaltung rund um Haus und Garten
Zum Pflanzenlexikon: Hier finden Sie Infos, Tipps und Tricks für Ihre Pflanzen von A-Z

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