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Sonnenblume pflanzen und pflegen: Tipps

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Blütenpracht im Sommer  

Sonnenblumen im Garten richtig pflegen

20.08.2017, 16:34 Uhr | rw, dpa-tmn, zuhause.de

Sonnenblume pflanzen und pflegen: Tipps. Nahaufnahme von Sonnenblumen (Helianthus annuus) (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Purestock)

Nahaufnahme von Sonnenblumen (Helianthus annuus) (Quelle: Purestock/Thinkstock by Getty-Images)

Die Sonnenblume gehört zu den größten Blumen, die hierzulande wachsen, ihre Kerne sind eine beliebte Speise und ihre Blüte symbolisiert den Sommer. Gut gepflegt und vor allem ausreichend versorgt, blüht die Schönheit aber bis weit in den Herbst hinein. Mit diesen Pflegetipps für Sonnenblumen im Garten gedeihen die hoch wachsenden Sonnenanbeter auch bei Ihnen.

Die Sonnenblume ist eine durch ihre Höhe und die riesige Blüte majestätisch schöne und dabei zugleich ungemein nützliche Pflanze. Unzählige winzige Blüten bilden gemeinsam den scheibenförmigen Blütenstand einer Sonnenblume.

Ihren Namen hat die Sonnenblume einer besonderen Eigenschaft zu verdanken, die vor allem dort sichtbar wird, wo mehrere Exemplare beisammen stehen: Dann nämlich fällt auf, dass ihre Blütenköpfe alle in die gleiche Richtung weisen. Die Blume richtet Blätter und Blüte immer zum Stand der Sonne hin aus. Heliotropismus nennen Botaniker diese Eigenschaft.

Die Größe und auffällige Gelbfärbung des Blütenkopfs macht die Sonnenblume nicht nur für Menschen attraktiv, sie hat für die Pflanze auch einen ganz praktischen Nutzen: Ihr charakteristischer Blütenkorb erhöht die optische Wirkung auf bestäubende Insekten. 

Aussaat im Frühling

Damit im Sommer prächtige Blumen wachsen, muss man die Sonnenblumen im Frühling aussäen. Im Freiland ist die Aussaat ab April möglich. Die Samen werden etwa zwei Zentimeter tief und nicht zu dicht zusammen in die Erde gesetzt. Der Name verrät es ja schon: Sonnenblumen mögen einen sonnigen Standort. Die Pflanzen lassen sich gut auch schon ab März in kleinen Töpfen in der Wohnung vorziehen. Mit dem Aussetzen sollte man dann aber auf alle Fälle bis nach den Eisheiligen warten.

Gut versorgt erfreuen einen Sonnenblumen weit über den Sommer hinaus

Trotz ihrer südamerikanischen Herkunft lässt sich die Sonnenblume auch in hiesigen Breitengraden sehr gut kultivieren – als Agrarpflanzen zur Gewinnung von Sonnenblumenöl, aber auch im heimischen Garten oder auf dem Balkon, wo die Blume eher wegen ihrer Farbpracht geschätzt wird. Sie gedeiht besonders gut an hellen und warmen Standorten, braucht dann aber auch viel Wasser.

Um in die Höhe zu schießen und die großen Blütenstände auszubilden benötigen die Pflanzen außerdem sehr viel Energie, weshalb man sie stets großzügig mit gewöhnlichem Grünpflanzendünger versorgen sollte. Wasser- oder Nährstoffmangel erkennt man leicht an herunter hängenden Blättern. Gut versorg blühen Sonnenblumen bis Oktober.

Mit Sonnenblumen im Garten unschöne Ecken kaschieren

Bekannt seien inzwischen etwa 50 bis 60 verschiedenen Unterarten der Sonnenblume, berichtet Ulrike Bertram vom Ökologisch-Botanischen Garten der Universität Bayreuth. Die meisten Sorten wachsen weit in die Höhe, wodurch sie zu großartigen Gestaltungselementen für den eigenen Garten werden. Mit ihnen könne man etwa Zäune, Wände oder den Komposthaufen kaschieren, empfiehlt Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde in Berlin.

Hierfür eigneten sich besonders die in Ausnahmefällen bis zu fünf Meter hoch wachsende einjährige Sonnenblume (Helianthus annuus) – sie ist die wohl bekannteste Sonnenblumenart – und die bis zu zwei Meter hohe Weidenblättrige Sonnenblume (Helianthus salicifolius). Damit die Pflanzen nicht unter dem Gewicht ihrer eigenen Blüte abknicken, brauchen sie eine Rankhilfe. Zwergsorten, wie etwa "Teddybär" mit einer Höhe von nur 40 Zentimetern eignen sich hingegen eher für die Beetbepflanzung und kommen auch ohne Stütze aus.

Sonnenblume im Topf

Mittlerweile gibt es auch Sonnenblumen-Arten, die als Kübelpflanzen gezüchtet wurden. Allerdings sollten deren Kerne lieber nicht verzehrt werden, warnt Garten-Experte Wagner. Die Keime dieser kurzwüchsigen Sonnenblumen, seien mit Wachstumsregulator-Hormonen behandelt, wodurch die Pflanzen künstlich auf einer Höhe von nur etwa 30 Zentimetern gehalten würden.

Damit genügend Erdreich für eine ausreichende Nährstoff- und Wasserversorgung der Pflanzen vorhanden ist, muss das Pflanzgefäß groß genug gewählt werden. Zwischen Wurzelballen und Topf sollte nach allen Seiten hin etwa eine handbreit Platz sein, der dann mit humusreicher Erde aufgefüllt wird.

Es gibt auch Sonnenblumen mit roten Blüten

Zur Familie der Sonnenblumen gehören aber nicht nur Sorten mit gelben Blüten. Die Unterarten "Velvet Queen", "Claret" und "Double Dandy" haben beispielsweise rote Zungenblüten, "Calypso" und "Ruby Eclipse" kommen mit bunter Färbung daher. Auch die scheibenförmigen Zentren können verschiedenste Farben haben: Gelb, Orange, Braun, Grün, Weiß und sogar Schwarz sind möglich.

Sonnenblumen sind gute Nutzpflanzen

Doch die Sonnenblume ist nicht nur eine vielseitig einsetzbare Pflanze für die Gartengestaltung, sie ist darüber hinaus sehr nützlich: Ihre Kerne enthalten nahrhafte und gesunde Öle, die in der Küche Verwendung finden können. Das an zweifach ungesättigter Linolsäure reiche Öl enthalte besonders viel Vitamin E und Magnesium, erklärt Ulrike Bertram. Wenn sie kühl und trocken gelagert werden, können die Samen im nächsten Jahr ausgesät werden.

Sonnenblumen locken Vögel als Nützlinge in den Garten

Wer die Samen ernten möchte, müsse allerdings rechtzeitig vor der Reife ein Tülltuch oder ein Netz um die Blütenkörbe binden, damit die Vögel einem nicht zuvorkommen, rät die Botanikerin. Ihnen dient die Sonnenblume als Futterquelle. Willkommener Nebeneffekt für den Hobby-Gärtner: Vögel sind perfekte Schädlingsbekämpfer: ein einziges Meisen-Paar beispielsweise, vertilgt zusammen mit seiner Brut rund 70.000 Raupen und 20 Millionen Insekten pro Jahr. Somit dient die Anpflanzung einiger Sonnenblumen auch der natürlichen Schädlingsbekämpfung im heimischen Garten.

Sonnenblumen nach dem Schnitt in heißes Wasser

Wer seine Sonnenblumen in die Vase stellen will, sollte sie nach dem Schnitt am besten kurz mit dem Stiel in kochend heißes Wasser tauchen. Das sorgt dafür, dass der Saft gerinnt und die Schnittstelle sich schnell schließt, wie Kurt Hornstein vom Fachverband Deutscher Floristen aus Darmstadt erläutert. Ähnlich lassen sich auch Wolfsmilchgewächse behandeln, die nach dem Schnitt stark ausschleimen. Sonst sondern die Pflanzen ihren klebrigen Milchsaft in das Vasenwasser ab, was diese schneller welken lasse. Die Schocktherapie für die Blumen dürfe aber nur kurz sein. "21, 22 zählen und dann sofort wieder raus aus dem Wasser", rät der Floristikmeister.

Die Sonnenblume für Spätsommer und Herbst: Topinambur

Ein Trend ist Helianthus tuberosus, als Topinambur bekannt. Diese mehrjährige Sonnenblume hat eine enorme Wuchskraft und erlangt bis zu drei Meter Höhe. Der aufrechte, gut verzweigte Stängel trägt an seinen Enden gelbe Blütenstände. Sie erscheinen erst, wenn die Tage kürzer werden.

"Die Knollenfrüchte der anspruchslosen Pflanze enthalten zahlreiche Polyphenole", sagt Günter Bärwald, Buchautor und Professor für Gärungs- und Getränketechnologie a.D. Antioxidantien sitzen vor allem in der Schale, laut Bärwald sind die Werte bei rotschaligen Sorten besonders hoch. Darüber hinaus verfügt die Knolle über einen recht hohen Gehalt an Inulin. Dieser Mehrfachzucker trägt als Ballaststoff zur Darmgesundheit bei.

Die Topinambur kann gerade sandige Böden gut befestigen. Will man Knollen ernten, so rät Prof. Bärwald zu einem höheren Lehmanteil. "Je mehr Lehm im Boden ist, desto größer werden die Knollen." Diplom-Biologe Christian Wever aus Düsseldorf empfiehlt auch einen Boden mit gewisser Grundfeuchte. Das schütze die Pflanzen eher vor Krankheiten wie Mehltau. "Die Knollen wachsen 30 bis 35 Zentimeter tief im Boden", sagt Prof. Bärwald. Der Standort sollte sonnig sein.

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