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Ziergräser für den Garten: Tipps und Sorten

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Tipps zur Pflege  

Ziergräser sind die heimlichen Stars im Garten

17.09.2017, 17:52 Uhr | dpa-tmn

Ziergräser für den Garten: Tipps und Sorten. Pennisetum alopecuroides (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/KatyLR)

Ziergräser verschönern Ihren Garten und sind pflegeleicht. (Quelle: KatyLR/Thinkstock by Getty-Images)

Ziergräser sollten in keinem Garten fehlen. Im Sommer machen sie den Garten mit ihren Blüten bunt, im Herbst zeigen Gräser ihre spektakuläre Herbstfärbung. Dabei sind sie auch noch anspruchslos und in der Pflege. Nur im Frühling sollte der Gärtner sie schneiden. Welche Gräserarten sich für den Gräsergarten eignen und wie man Gräser am besten pflanzen sollte.

"Gräser sind sowohl Hingucker als auch Ruhepol im Beet und vom Sommer bis spät in den Winter attraktiv", sagt Melanie Wiethölter vom Botanischen Garten in Münster. Während im Sommer die eleganten Blütenstände im Wind wehen, fallen im Herbst die schönen Goldschattierungen der Halme auf. "Im milden Winterlicht ist dann Raureif auf den Blättern und Fruchtständen sehr dekorativ."

Gräser sollten in keinem Staudenbeet fehlen. Sie bringen eine grazile Leichtigkeit und Bewegung ins Staudenbeet, erläutert Ruth Bredenbeck, Leiterin der Gartenakademie-Thüringen in Erfurt. "Mit ihrer linearen Struktur eignen sie sich dabei sowohl für moderne formale Gärten, als auch für naturnahe Landhausgärten." So passen sie zu Rosen und Stauden wie Astern, Rudbeckien und Helenium. "Die Braun- und Grüntöne der Herbstfärbung unterstreichen dabei das Lila und Blau der Astern und steigern sich gegenseitig in ihrer Wirkung."

Ein Gräsergarten kann sehr reizvoll sein

Inzwischen sind auch reine Gräsergärten auf dem Vormarsch. Und aus dem sogenannten Präriegarten, der der weiten Landschaft Amerikas nachempfunden ist und je nach Standort verschiedene nordamerikanische Pflanzengemeinschaften zeigt, sind Gräser nicht wegzudenken. "Zusammen mit der Stauden-Sonnenblume (Helianthus), der Prachtkerze und dem Patagonischen Eisenkraut ergibt sich ein herrliches Bild", erläutert Wiethölter.

"Ob im Schatten oder in der Sonne, feucht oder trocken, für alle Bereiche und für jeden Standort gibt es passende Gräser", erklärt Ruth Bredenbeck. Sie empfiehlt, sich bei der Auswahl vom Stauden-Fachmann beraten zu lassen.

Ziergräser im Frühling schneiden

Wenn Gräser am für sie passenden Standort gepflanzt werden, sind sie anspruchslos und pflegeleicht. Sie benötigen wenig Dünger und müssen je nach Sorte selten gewässert werden. Hobbygärtner sollten sie erst im Frühjahr zurückschneiden, denn das Laub ziert den sonst strukturlosen winterlichen Garten und schützt sich selbst vor Frost.

Auch zusammenbinden muss man die Gräser im Winter nicht, erläutert Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin. Die Pflanzen selbst hätten nichts davon, und meist sehe das auch nicht gut aus – "lieblos zusammengequetscht!", sagt Van Groeningen. "Außerdem bringt das dem Gartenbild im Winter nichts: Der Sinn von Gräsern ist doch, dass sie den Garten im Herbst und Winter mit ihrer Gestalt schmücken." Besonders reizvoll wirkten sie, wenn sich Raufreif darauf ablege und die schlanken Blätter nachzeichne.

Geeignete Gräserarten

Auch wenn Gräser im Herbst besonders attraktiv erscheinen, haben die Pflanzen die besten Startbedingungen, wenn sie im Frühjahr gesetzt werden. Für sonnige Standorte empfiehlt Bredenbeck Lampenputzergras, Rutenhirse, Pampasgras oder Chinaschilf. Für eher schattige bis halbschattige Standorte eignen sich verschiedene Seggenformen wie Riesensegge, Breitblattsegge und Schattensegge sowie Zwergbambus und Schneemarbel.

Kleine Gräser in Gruppen pflanzen

"Gräser schmücken durch ihr besonderes Laub und ihre Blüten", beschreibt die Gartenexpertin. So reicht das Farbspiel von Dunkelgrün bis Maigrün, von Blau bis Graugrün und von Orange über Tiefrot zu Braun. Auch gestreifte und getupfte Blätter sind keine Seltenheit. "Kleinere Gräser pflanzt man am besten in Gruppen, größere zu dritt oder in Einzelstellung", rät Bredenbeck.

Gräser nicht zu dicht pflanzen

"Wichtig ist, die Gräser nicht zu dicht zu pflanzen und im Beet nach Größen zu staffeln", erklärt Wiethölter. Hohe Formen können als Solitär in den hinteren Bereich gepflanzt werden. Sie geben der Rabatte Struktur und Halt. "Das Riesen-Federgras hat hübsche, goldglänzende, haferähnliche Blütenrispen und kommt vor einem dunklen Hintergrund besonders gut zur Geltung."

Hobbygärtner legen am besten auch auf die Farbzusammenstellung besonderes Augenmerk. So schwärmt Melanie Wiethölter von der schönen Farbzeichnung des Japanischen Blutgrases, das im Laufe des Sommers in kräftigen Rottönen schillert. Es ist auch sehr gut für die Kübelpflanzung geeignet, da es in unseren Breiten nur bei gutem Schutz winterhart ist.

Ein richtiger Blickfang ist auch das Kleine Zebraschilf. Es hat sehr elegante, bogig überhängende gestreifte Halme und blüht von September bis Oktober silberweiß. Es erreicht eine Höhe von 90 bis 120 Zentimeter.

Schnitt im Herbst je nach Art

Zunächst muss man sich vor Augen führen, dass es winter- und sommergrüne Grassorten gibt. Wintergrüne wie die Segge (Carex) bleiben auch die kalte Jahreszeit hindurch so, wie man sie im Sommer kennt: grün und saftig. Sie behalten auch ihre Gestalt. Hier ist also keine Arbeit des Hobbygärtners nötig.

Sommergrüne Gräser wie das Chinaschilf (Miscanthus sinensis) sterben hingegen im Winter ab, jedoch nur die oberirdischen Teile. Diese werden braun und erschlaffen zum Teil. Die Wurzeln im Erdreich bilden im Frühjahr neue Triebe. Für diese Gruppe raten Expertenverbände wie der Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen und der Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (BGL) zu einem Schnitt einmal im Jahr - aber erst im Frühling, kurz vor dem Neuaustrieb.

Über den Winter sollten Hobbygärtner die braun gewordenen, noch aufrecht stehenden Blätter und Samenstände stehenlassen. Das trockene Laub schützt die Pflanze, so dass Frost die Wurzeln nicht beschädigt. Und es kann ein schöne Hingucker sein, wenn sich Raureif oder Schnee darauf legen. Der Tipp fürs Frühjahr lautet dann: eine Handbreit über dem Boden abschneiden.

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