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Baum fällen: Nicht immer ist Baumfällung erlaubt

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Drei Schritte nötig  

Auch der eigene Baum darf nicht einfach gefällt werden

19.10.2017, 09:15 Uhr | BGL, dpa-tmn

Baum fällen: Nicht immer ist Baumfällung erlaubt. Ein Baum lässt sich in drei Schritten fällen. (Symbolbild) (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Jupiterimages)

Ein Baum lässt sich in drei Schritten fällen. (Symbolbild) (Quelle: Jupiterimages/Thinkstock by Getty-Images)

Ein Baum im Garten hat seine Vorteile: Er dient bei der Gartengestaltung als Strukturelement und im Sommer lässt sich unter ihm ein wunderbar schattiger Sitzplatz einrichten. Manchmal wird der Baum aber auch einfach zu groß. Oder die Bäume, die der Vorbesitzer im Garten gepflanzt hat, haben schon immer gestört.

Vorarbeit ist notwendig

Theoretisch lässt sich so ein Baum ganz einfach fällen: Drei Schnitte mit der Motorsäge, und der Baum liegt am Boden. Doch Vorsicht: Selbst im eigenen Garten darf man nicht so einfach Bäume umsägen. Wann Baumfällen verboten ist und worauf man achten sollte.

Die richtige Zeit

Bäume im Garten werden am besten zwischen November und Anfang Februar gefällt. Dann enthält das Holz weniger Wasser. Es trocknet schneller und kann früher als Brennholz verwendet werden. Ein Vorteil ist auch, dass dann die Laubbäume keine Blätter tragen und der Bewuchs um Bäume oftmals zurückgeschnitten ist, was den Zugang und die Arbeiten erleichtert. Darauf weist der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau hin.

Wann Baumfällen verboten ist

Vom 1. März bis 30. September ist das Fällen von Bäumen in der Regel sogar verboten. Dann schützt das Bundesnaturschutzgesetz nistende Vögel. Wann darüber hinaus Bäume gefällt werden dürfen, regeln bestimmte Vorschriften. Diese können von Bundesland zu Bundesland und von Kommune zu Kommune sehr unterschiedlich sein. Gerade in Gegenden mit hoher Besiedlungsdichte stehen Bäume unter einem besonderen Schutz. Gehölze ab einer bestimmten Größe oder einem bestimmten Alter sind dann laut Baumschutzsatzungen zu erhalten. Baumbesitzer sollten sich daher zuerst immer bei der Gemeindeverwaltung erkundigen.

Als ungefähre Faustregel gilt laut BGL der Schutz tendenziell für Laub- und Nadelbäume mit einem Stammumfang von etwa 60 bis 80 Zentimetern. Obstbäume seien ausgenommen. Ausnahmegenehmigungen für das Fällen werden aber zum Beispiel erteilt, wenn das Gehölz krank ist oder sie Baumaßnahmen im Wege stehen.

Beispiel für Baumschutzsatzung

In Frankfurt ist beispielsweise geregelt: "Die Baumschutzsatzung gilt für Laubbäume, Ginkgobäume und Walnussbäume mit einem Stammumfang von mehr als 60 Zentimeter und für Nadelbäume mit einem Stammumfang von mehr als 90 Zentimeter. Der Umfang wird in einem Meter Höhe gemessen. Es ist verboten, diese Bäume ohne Genehmigung zu fällen oder zu zerstören." Die ungenehmigte Beseitigung geschützter Bäum kann übrigens mit einer Geldbuße bis zu 100.000 Euro geahndet werden.

Bei Grenzbäumen droht noch mehr Ärger

Manchmal kann es auch erforderlich sein, dass die Nachbarn vor der Fällung eines Gartenbaumes ihr Einverständnis geben müssen. Bei sogenannten Grenzbäumen ist das beispielsweise so. Steht ein Gehölz unmittelbar auf der Grundstücksgrenze, gehört es mehreren Eigentümern. Das Gleiche kann für Bäume in Gärten von Eigentumswohnungen gelten. Selbst wer ein Sondernutzungsrecht für einen bestimmten Gartenanteil hat, sollte sich hier mit dem Absägen eines Baumes zurückhalten. Auf der Eigentümerversammlung muss dies in der Regel erst von der Mehrheit der Miteigentümer beschlossen werden. Wer Gehölze eigenmächtig und ohne die Zustimmung der anderen Eigentümer entfernt, macht sich unter Umständen schadensersatzpflichtig.

Nach drei Schnitten fällt der Baum

Theoretisch ist das Fällen eines Baumes laut BGL recht einfach. Praktisch muss man jedoch aufpassen, dass keine Personen und keine Gegenstände zu Schaden kommen. Das Fäll-Gebiet muss daher abgesichert und sichergestellt werden, dass keine Passanten in den Baum laufen können.

Dann wird der Fallwinkel bestimmt, der möglichst auf freies Gelände ausgerichtet werden sollte. Nachdem alle erreichbaren Äste gestutzt und entfernt wurden, sind drei Schnitte erforderlich. Grundsätzlich sind für Arbeiten mit der Motorsäge natürlich die entsprechenden Kenntnisse notwendig.

Auf der Seite, zu der der Baum fallen soll, setzt man die Motorsäge zweimal an und sägt eine 45-Grad-Kerbe in den Stamm. Sie sollte rund ein Viertel des Durchmessers tief sein. Der dritte Schnitt, der eigentliche Fällschnitt, wird nun von der gegenüber liegenden Seite ausgeführt. Wurde alles richtig gemacht, stürzt der Baum in die gewünschte Richtung. Mit einer starken Leine, die vor dem Ansetzen der Säge hoch am Stamm angebracht wurde, können Helfer die Fallrichtung noch ein wenig beeinflussen.

Baum niemals bei Wind fällen

Bei Bedarf werden bei größeren Bäumen in den Fällschnitt auch Keile aus Holz, Aluminium oder Kunststoff eingesetzt. Kleinere Bäume lassen sich auch schon mit einer Art Brecheisen zum Fallen bewegen. Eine wichtige Regel für solche Baumarbeiten heißt: Niemals bei starkem Wind aktiv werden. Böen können schon während des Sägens einen Umfaller verursachen oder später die geplante Fallrichtung beeinflussen.

Wer den Profi ranlässt, schützt die eigene Gesundheit und die der Nachbarn

Eigentlich hört sich das relativ machbar an. Dennoch: Bereits ein mittelgroßer Baum kann jeden Gartenbesitzer ganz leicht überfordern. Je größer der Baum, umso schwieriger ist die Aufgabe. Und gerade im Stadtgarten ist die Gefahr groß, dass der Baum auf Nachbars Auto landet oder die Rosenrabatte ruiniert. Im Zweifel überlässt man daher das Fällen besser einem Profi. Zumindest sollte man sich aus Sicherheitsgründen nie alleine ans Baumfällen machen.

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