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Aberglaube: Bringt Freitag, der 13. Unglück?

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Aberglaube im Check  

13 Fakten: Warum Freitag, der 13. als Unglückstag gilt

13.10.2017, 11:11 Uhr | pag, Sebastian Fischer, dpa

Aberglaube: Bringt Freitag, der 13. Unglück?. Manche Menschen fürchten sich vor Freitag, dem 13. so sehr, dass sie nicht aus dem Haus gehen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Manche Menschen fürchten sich vor Freitag, dem 13. so sehr, dass sie nicht aus dem Haus gehen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Freitag, der 13. gilt hierzulande als Unglückstag. Extrem abergläubische Menschen gehen an diesem Tag gar nicht vor die Tür. Doch woher hat Freitag, der 13. seinen schlechten Ruf und passieren an diesem Tag wirklich mehr Unglücke? 

Im Volksmund wird die 13 auch "das Dutzend des Teufels" genannt. Warum Menschen mit dem magischen Datum schlimme Ereignisse verbinden, beschäftigt die Volkskundler schon lange. Sie fanden verschiedene Erklärungen für die Angst vor diesem bestimmten Tag. 13 Fakten zu Freitag, dem 13.

1. Ursprung von Freitag, dem 13. 

1907 thematisierte der amerikanische Schriftsteller Lawson den schwarzen Freitag. In seinem Börsenroman mit dem Titel "Freitag, der 13." zeichnete er ein Schreckensszenario auf. Im Jahr 1916 schürte der erste gleichnamige Film die öffentliche Angst vor dem mythischen Datum.

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Daneben gibt es geschichtliche Ereignisse, die auf besagten Tag fielen. 1307 zum Beispiel, als alle Mitglieder des Templerordens am Freitag, den 13. Oktober verhaftet wurden. Dies besiegelte den Untergang des Ordens. 

2. Zahlenlogik

Manche betrachten die Zahl 13 alleine schon als Vorbote unglücklicher Umstände. So galt im Christentum die Zwölf als vollendete Zahl. Bei den Griechen und Römern gab es zwölf Hauptgötter, bei den Christen die zwölf Apostel. Der Kalender umfasst zwölf Monate.

Da die Dreizehn als erste Zahl das Zwölfersystem überschreitet, prägte sie sich im deutschen Volksmund als Teufelszahl oder "Dutzend des Teufels" ein.

3. Bibel-Überlieferung

Auch in der Bibel steht die Zahl 13 für ein schlechtes Omen. So nahm Jesus das letzte Abendmahl zusammen mit seinen zwölf Jüngern ein – insgesamt waren es also dreizehn. Judas, der Jesus an die Römer verriet, schlüpft dabei in die Rolle des dreizehnten Gastes. Der Mythos der Unglückszahl im Christentum gipfelt darin, dass Jesus an einem Freitag den Tod am Kreuz fand.

4. Lotto spielen

Heutzutage bringt die 13 wenig Glück beim Lottospielen: Am 9. Oktober 1955 läutet die 13 als allererste Zahl das deutsche Lotto "6 aus 49" ein; sie wurde aber seither am seltensten gezogen. Achtung Zufall: Die häufigsten Zahlen sind 6 und 49!

5. Unfälle an diesem Tag

Viele Menschen, die zu Aberglauben neigen, fürchten sich am besagten Tag schon, wenn sie nur ins Auto einsteigen. Doch ADAC und andere Unfallstatistiken geben eine eindeutige Entwarnung für das Datum. Eine Häufung von Verkehrsunfällen sei an Freitagen, die auf den 13. eines Monats fallen, nicht festzustellen. Allerdings ist der Freitag dem Autoklub zufolge "generell der unfallträchtigste Wochentag", weil zum normalen Straßenverkehr noch Wochenendpendler und Ausflügler hinzukommen.

Im Schnitt krachte es auf deutschen Straßen zwischen 2006 und 2016 freitags im Schnitt 973 Mal, an den zwanzig "Unglückstagen" in diesem Zeitraum durchschnittlich 987 Mal. Das sind zwar geringfügig mehr Unfälle als an sonstigen Freitagen, der ADAC erklärt dies jedoch am ehesten mit langen Wochenenden wie Pfingsten und damit einem ohnehin nochmals gesteigertem Verkehrsaufkommen. Zudem fiel von den zehn unfallhäufigsten Freitagen der vergangenen zehn Jahre keiner auf einen 13., wie der ADAC erklärte.

6. Krankschreibungen

Um wirklich allen Gefahren an diesem Tag aus dem Weg zu gehen, überlegt sich manch einer offenbar, den Tag besser zu Hause zu verbringen. In einer Krankenkassen-Auswertung ergab sich beispielsweise, dass in den vergangenen Jahren etwa fünfmal so viele Arbeitnehmer am Freitag, den 13. krank waren als an anderen Tagen.

7. Freitag, der 13. in anderen Ländern

Während die Christen sich mit der positiven Deutung der Zahl 13 schwertun, gilt sie im Judentum als Glückszahl. Sie symbolisiert für Gläubige den Namen Gottes: 13 Eigenschaften werden ihm zugerechnet. Der Gelehrte Maimonides formuliert 13 Glaubenssätze. Jungen werden in diesem Alter mit der Bar-Mizwa in die Gemeinde aufgenommen.

Zudem wird In der biblischen Erzählung im Buch Ester der "dreizehnte Tag des zwölften Monats" für das Volk Israel zum Schlüsseldatum. Der persische Großwesir Haman plante an diesem Tag, das jüdische Volk zu vernichten. Doch die Heldin Ester verhinderte das Vorhaben. Das jüdische Purimfest erinnert bis heute an den guten Ausgang dieser Episode.

In neuerer Zeit etabliert sich der Tag bei den Westschweizern als Glückstag. Sie greifen verstärkt zu Rubbellosen. Ob sich durch mehr verkaufte Lose die Gewinnchancen erhöhen, sei dahingestellt. In China verheißt die Zahl 13 Glück und Muslimen ist der Freitag heilig. 

Andere Länder verbinden Pech mit einem Dienstag, den 13. So halten es Spanier gerne mit dem Spruch: "Heirate nicht am Dienstag, den 13., und fange nichts Neues an." Dort, wie in Griechenland und Lateinamerika muss die 13 mit einem Dienstag zusammenfallen, damit es zu einem möglichen Unglück kommt.

8. Lukrative Geschäftsidee

Manch einer hat sich die Angst der anderen schon zunutze gemacht. So entstand im Frankreich des 18. Jahrhunderts der Job des "Quatorzième". Im 19. Jahrhundert stand mit dem "Vierzehnten" zuweilen ein professioneller Extra-Gast für Tischgesellschaften bereit. Die einzige Aufgabe: bei der Gästeanzahl die 13 vermeiden. Andernfalls müsse jemand sterben.

Auch in der nordischen Mythologie gibt es den unheilvollen Gast: Nachdem Gott Loki als 13. in Walhalla auftaucht, stirbt Baldur, der Gott der Schönheit. Über die Erde legt sich Dunkelheit.

Gegen diesen Aberglauben-Bohei gründet sich Anfang der 1880er Jahre in New York der mutige "Thirteen Club" – natürlich an einem Freitag, dem 13. Stolz heißt es nach einem Jahr: Alle 13 Dinner-Gäste leben noch.

9. Phobie vor Freitag, dem 13.

Wer Angst vor Freitag, dem 13., hat, leidet womöglich an Paraskavedekatriaphobie. Die Bezeichnung ist wohl genauso wenig etwas für Leute, die sich vor Fremdwörtern fürchten. Abgeleitet wird sie von den griechischen Begriffen "paraskeue" (Freitag), "dekatria" (dreizehn) und "phobos" (Angst). Manch einer wird aber auch einfach frei übersetzen: "Besser im Bett bleiben".

Da der erste deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck nie an einem 13. Verträge unterzeichnete, lässt sich spekulieren, ob auch er zu den besonders Angstvollen gehörte. Oder Gerald Ford, ehemaliger US-Präsident, der an einem solchen Tag nicht arbeitete.

Auch Arnold Schönberg (1874-1951) soll einer der Ängstlichen an diesem Tag gewesen sein. Der Schöpfer der Zwölftonmusik kennzeichnete zum Beispiel den 13. Takt seines Chorwerks "Dreimal tausend Jahre" mit 12a. Der Komponist wurde an einem 13. geboren und starb an einem 13. – angeblich dreizehn Minuten vor einer vollen Stunde.

10. Häufigkeit des Unglückstags

Der 13. eines Monats fällt am häufigsten auf einen Freitag. Das hat mit der Einführung des Gregorianischen Kalenders zu tun. Damals entscheidet der Papst, dass auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582, gleich Freitag, der 15. Oktober, folgt. Wer von da an durchzählt, erkennt die Häufigkeit der vermeintlichen Unglückstage.

11. Die nächsten Termine für Freitag, den 13.

Jahr für Jahr muss man sich auf ihn einstellen. Mindestens einmal ist ein Freitag, der 13., ganz sicher dabei – höchstens jedoch dreimal. 2017 sind es zwei: am 13. Januar und am 13. Oktober. Im Jahr 2018 fallen die fatalen 13. auf den April und den Juli.

Das mulmige Gefühl bei diesem Datum ist ein länderübergreifendes Phänomen: es zeigt sich in Deutschland, England und den USA.

12. Sport und Freitag, der 13.

Auch Sportler sind abergläubisch: Über viele Jahre startet in der Formel 1 kein Rennfahrer mit der 13. In der Saison 2014 versucht Pastor Maldonado doch mal sein Glück. Das Resultat: null Siege, nur zwei Punkte, Gesamt-16. Und im offiziellen Triathlon wird nach dem Reglement auch keine Startnummer 13 vergeben.

13. Gebäude und Flugzeuge

In Hochhäusern wird die 13. Etage regelmäßig zur 14., Hotels verzichten zuweilen auf eine Zimmernummer 13 – alles, um abergläubische Menschen nicht abzuschrecken.

In manchem Flugzeug kommt nach Reihe 12 gleich die 14 – etwa bei Lufthansa. Die Airline verzichtet auch auf Reihe 17. Die gilt in Italien als Unglückszahl. Von Glück sagen können aber Fluggäste, die für diesen Tag ein Ticket erwerben. Sie sparen besonders viel.

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