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Kindergeld 2017: Termine, Anspruch, Höhe und Freibeträge

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Termine, Auszahlung, Freibeträge  

Das sollten Eltern über das Kindergeld 2017 wissen

20.09.2017, 11:55 Uhr | t-online.de, cb

Kindergeld 2017: Termine, Anspruch, Höhe und Freibeträge. Kindergeld 2017: Der Zeitpunkt der Auszahlung des Kindergelds ist abhängig von der Endziffer der Kindergeldnummer. (Symbolbild) (Quelle: imago/westend61)

Der Zeitpunkt der Auszahlung des Kindergelds ist abhängig von der Endziffer der Kindergeldnummer. (Symbolbild) (Quelle: westend61/imago)

Nach Bewilligung des Antrags wird das Kindergeld monatlich zu einem bestimmten Zeitpunkt auf das Konto der Eltern überwiesen. Aber wann genau wird das Kindergeld 2017 in jedem Monat überwiesen?

Das Kindergeld wird im Laufe des Monats, für den ein Anspruch besteht, ausgezahlt. Der genaue Zeitpunkt für die monatliche Überweisung der zuständigen Familienkasse ist abhängig von der Endziffer der Kindergeldnummer. Die Kindergeldnummer finden Eltern auf ihren Kontoauszügen beziehungsweise auf den Schreiben der Familienkasse. 

Höhe des Kindergeldes 2017: Wie viel gibt es?

So viel Kindergeld wird seit Januar 2017 gezahlt:

  • erstes und zweites Kind: je 192 Euro pro Monat
  • drittes Kind: 198 Euro pro Monat
  • ab dem vierten Kind: 223 Euro pro Monat

Ab Januar 2018 gibt es eine Kindergelderhöhung von zwei Euro im Monat.

Diese Reihenfolge gilt auch dann, wenn eines der Kinder nicht bei Ihnen im Haushalt lebt (sogenannte Zählkinder). Das Kindergeld wird regulär für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr gezahlt (für Kinder über 18 Jahren gelten besondere Regelungen). Erwachsene Kinder, für die kein Kindergeldanspruch mehr besteht, zählen in der Reihenfolge nicht mit.

Hier finden Sie sämtliche Kindergeld-Auszahlungstermine für das Jahr 2017:

Endziffer der 
Kindergeldnummer
Auszahlung durch Familienkasse
04. Januar
2. Februar
3. März
4. April
4. Mai
2. Juni
4. Juli
3. August
4. September
5. Oktober
3. November
4. Dezember
15. Januar
3. Februar
6. März
5. April
5. Mai
7. Juni
5. Juli
4. August
5. September
5. Oktober
6. November
5. Dezember
29. Januar
6. Februar
7. März
6. April
8. Mai
7. Juni
6. Juli
7. August
6. September
6. Oktober
7. November
6. Dezember
311. Januar
08. Februar
08. März
07. April
10. Mai
08. Juni
07. Juli
08. August
07. September
10. Oktober
09. November
07. Dezember
412. Januar
09. Februar
10. März
11. April
11. Mai
09. Juni
11. Juli
09. August
11. September
11. Oktober
10. November
08. Dezember
513. Januar
10. Februar
13. März
12. April
12. Mai
13. Juni
12. Juli
11. August
12. September
12. Oktober
13. November
11. Dezember
616. Januar
13. Februar
14. März
13. April
16. Mai
14. Juni
13. Juli
14. August
13. September
16. Oktober
14. November
12. Dezember
718. Januar
15. Februar
15. März
18. April
17. Mai
16. Juni
14. Juli
15. August
14. September
17. Oktober
16. November
13. Dezember
819. Januar
17. Februar
17. März
19. April
18. Mai
19. Juni
18. Juli
16. August
19. September
18. Oktober
17. November
14. Dezember
920. Januar
20. Februar
20. März
20. April
22. Mai
21. Juni
20. Juli
18. August
20. September
20. Oktober
20. November
15. Dezember

Kinderzuschlag soll Familien vor Armut bewahren

Für Familien mit geringem Einkommen gibt es zudem die Möglichkeit, zusätzlich zum Kindergeld einen Kinderzuschlag zu erhalten. Dieser ist eine Ergänzungsleistung zum Kindergeld und soll verhindern, dass Familien mit Kindern in den Hartz-IV-Bezug rutschen. Sind Eltern in der Lage, mit ihrem Einkommen zwar ihren eigenen Unterhalt, nicht aber den der Kinder zu decken, können sie den Zuschlag beantragen. Der höchstmögliche Kinderzuschlag beträgt für jedes im Haushalt lebende Kind seit Januar 2017 monatlich 170 Euro.

Anspruch und Antrag auf Kindergeld

Der Antrag auf Kindergeld muss von einer anspruchsberechtigten Person mit Vorlage der Geburtsurkunde schriftlich beantragt werden. Dies geschieht bei der zuständigen Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit. Dort erhält man auch die entsprechenden Vordrucke.

Hat das Kind bereits das 18. Lebensjahr überschritten, sind zudem weitere Nachweise vorzulegen. Mit Vollendung des 18. Lebensjahres bleibt der Kindergeldanspruch weiterhin bestehen, wenn sich das Kind in einer Schul- oder Berufsausbildung befindet oder bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend gemeldet ist. In diesem Fall werden Leistungen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres weiter gezahlt. Monate, in denen das Kind den Zivildienst abgeleistet hat, werden über das 25. Lebensjahr hinaus weiter gezahlt.

Bei allen Anträgen muss die steuerliche Identifikationsnummer des Antragstellers und des Kindes unbedingt angegeben werden. Wer seine Steuer-Identifikationsnummer vergessen hat oder sie nicht mehr findet, kann sie beim Bundeszentralamt für Steuern erneut schriftlich anfordern.

Eine telefonische Auskunft oder Mitteilung per Mail ist nicht möglich. Die Nummer wird per Post zugesendet. Für Neugeborene erhält der Berechtigte automatisch die Steuer-Identifikationsnummer.

Kindergeld in der Ausbildung

Während einer Ausbildung können volljährige Kinder bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld beziehen, wenn Sie sich in einer betrieblichen Berufsausbildung oder in einem Studium befinden. Hinzu kommt das Wegfallen der Einkommensgrenze von 8130 Euro. Das bedeutet, dass beim Überschreiten des Einkommens das gesamte Kindergeld nicht mehr zurückgezahlt werden muss.

Dabei gilt eine Ausbildung als berücksichtigungsfähig, wenn diese auch ernsthaft betrieben wird. Bei einer Unterrichtszeit von zehn Wochenstunden gehen die Behörden von einer ernsthaft angestrebten Ausbildung aus. Sollte die Wochenstundenanzahl darunter liegen, muss nachgewiesen werden, dass ein entsprechender Zeitaufwand durchgeführt wurde, beispielsweise durch praktische Übungen sowie Vor- und Nachbereitung. Sollte sich der Auszubildende zwischen zwei Ausbildungsabschnitten befinden, wie Abitur und anschließendem Studium, kann das Kindergeld höchstens für vier Monate weitergezahlt werden.

Kindergeld beim Praktikum

Haben Praktikanten Anspruch auf Kindergeld? Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Bei Minderjährigen ist der Kindergeldbezug an keine Bedingungen geknüpft, weshalb jugendliche Praktikanten in jedem Fall bis zum 18. Lebensjahr bezugsberechtigt sind. Ab Erreichen der Volljährigkeit prüft die Familienkasse, ob die Voraussetzungen für den Kindergeldanspruch noch vorliegen.

Damit Kindergeld weiter gezahlt wird, muss das Praktikum anerkannt sein. Dies ist der Fall, wenn...

  • die Ausbildungsstelle ein Pflichtpraktikum vorschreibt
  • die Ausbildungsstelle ein Praktikum als fachliche Voraussetzung empfiehlt
  • das Praktikum die Zugangsvoraussetzung für die Berufsausbildung oder das Studium ist

Kindergeld für behinderte Kinder

Eltern von behinderten Kindern, die älter als 18 Jahre sind, können weiter Kindergeld ohne Altersbeschränkung beziehen, wenn das Kind wegen seelischer, geistiger oder körperlicher Behinderung seinen notwendigen Lebensbedarf nicht aus sich selbst bestreiten kann.

Die Behinderung muss allerdings vor dem 25. Lebensjahr eingetreten sein.

Kindergeld für verheiratete Kinder in der Ausbildung

Auch für verheiratete Kinder gilt der Anspruch auf Kindergeld, sofern sie das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und sich noch in der Erstausbildung befinden. Dabei kommt es nicht darauf an, wie viel das Kind verdient und was der Ehegatte eventuell an Unterhaltsanspruch erhebt.

Kann ich rückwirkend Kindergeld beantragen?

Der Anspruch auf Kindergeld erlischt erst nach vier Jahren, das heißt, auch Monate später kann nachträglich Kindergeld gezahlt werden. 2017 kann also noch rückwirkend bis 2013 Kindergeld beantragt werden. Für weiter zurückliegende Jahre wird dann allerdings nichts mehr gezahlt. Ist Ihr Kind also bereits 2012 geboren, können Sie für das erste Lebensjahr kein Kindergeld mehr in Anspruch nehmen. In den letzten Jahren hat sich das Kindergeld erhöht, wie Sie aus der Tabelle entnehmen können:


ab 2010ab 2015ab 2016ab 2017ab 2018 
1. und 2. Kind184 Euro188 Euro190 Euro192 Euro194 Euro
3. Kind190 Euro194 Euro196 Euro198 Euro200 Euro
ab dem 4. Kind215 Euro219 Euro221 Euro223 Euro225 Euro

Nähere Informationen zum Antrag auf Kindergeld 2017 finden Sie hier.

Einkommensgrenzen beim Kindergeld

Alternativ zum Kindergeld gibt es den Kinderfreibetrag. Wer den Kinderfreibetrag beansprucht, verzichtet auf die monatlichen Kindergeldzahlungen. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn die Eltern über ein hohes Einkommen verfügen. In solchen Fällen ist die steuerliche Entlastung durch den Kinderfreibetrag häufig höher als die Zahlungen des Kindergeldes. Der Kinderfreibetrag für Familien liegt bei 7356 Euro. Er besteht aus:

  • 4716 Euro für das sachliche Existenzminimum des Kindes
  • 2640 Euro für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf

Es handelt sich dabei  um eine Zusammensetzung aus dem Kinderfreibetrag von 2358 Euro (verdoppelt entspricht das 4716 Euro) und dem Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung, was 1320 Euro entspricht (verdoppelt 2640 Euro). 

Seit Januar 2012 ist es nicht mehr nötig, dass volljährige Kinder und ihre Eltern für das Kindergeld Erklärungen und Belege zum Einkommen der Kinder einreichen. Erst nach Abschluss einer ersten Berufsausbildung muss nachgewiesen werden, dass das Kind neben der Ausbildung nicht mehr als 20 Stunden in der Woche erwerbstätig ist.

Antrag auf Abzweigung für Studis und Azubis

Nicht grundsätzlich muss das Kindergeld an die Eltern überwiesen werden. Vor allem für Kinder, die selbst auf das Geld angewiesen sind – das sind besonders Studenten und Auszubildende –, kann es von Vorteil sein, wenn ein sogenannter Antrag auf Abzweigung gestellt wird. Damit lässt sich veranlassen, dass das Kindergeld nicht mehr an die Eltern, sondern direkt an das Kind ausgezahlt wird.

Die Ausnahme bei der Kindergeldauszahlung

Sollte das Kindergeld jedoch nicht durch die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit ausgezahlt werden, sondern durch eine Gehalts- oder Besoldungsstelle des öffentlichen Dienstes, erfolgt die Zahlung zusammen mit dem Lohn oder Gehalt für den jeweiligen Monat.

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