Sie sind hier: Home > Leben >

Altglas-Recycling: Was in den Container kommt und was nicht

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Recycling  

Diese Dinge kommen auf keinen Fall in den Altglas-Container

30.03.2017, 19:19 Uhr | rev, vdb, t-online.de

Altglas-Recycling: Was in den Container kommt und was nicht. Etwa 300.000 Altglascontainer gibt es in Deutschland. (Quelle: imago/Horst Galuschka)

Etwa 300.000 Altglascontainer gibt es in Deutschland. (Quelle: Horst Galuschka/imago)

Altglas ist der wichtigste Rohstoff für die Produktion neuer Glasverpackungen. Damit es dafür eingesetzt werden kann, bedarf es eines ausgeklügelten Rücknahmesystems. Jeder Verbraucher sollte deshalb wissen: Was gehört in den Container und was nicht? Müssen die Glasbehälter ausgespült sein? Welche Regeln gelten für die Farbsortierung?

Mit Sand, Soda und Kalk wird Glas ausschließlich aus natürlichen Ressourcen hergestellt. Es ist außerdem zu 100 Prozent recyclebar, lässt sich beliebig oft einschmelzen und ohne Qualitätsverlust immer wieder für neue Produkte verwenden. Um sicherzustellen, dass dieser Kreislauf funktioniert, gibt es in Deutschland 300.000 Altglascontainer, die laut dem Bundesverband der Glasindustrie (BV Glas) 97 Prozent der Haushalte nutzen.

Das gehört in den Altglascontainer

Ob alle Bürger die Sammelcontainer auch stets korrekt befüllen, geht aus den Zahlen nicht hervor. Dafür gilt generell: Glas, das als Verpackung diente, gehört in den Altglascontainer.

Konkret bedeutet das:

Gehört ins AltglasGehört nicht ins Altglas
GetränkeflaschenPorzellan, Keramik und Steingut
KonservengläserGlasgeschirr und Trinkgläser
Sonstiges VerpackungsglasBlumentöpfe und Vasen
pharmazeutische GlasbehälterAndere Behälter aus Bleikristall wie Aschenbecher
Flakons aus Glas Glüh- und Energiesparlampen
Leuchtstoffröhren
Fensterglas
Spiegel
Glasdekoration wie Weihnachtsbaumkugeln
Autoscheiben und -lampen
Monitor- und Fernseherglas
Glaskochfelder (Ceran)
Kaminglas


Blaues Glas gehört in den Grünglascontainer

Die Glasverpackungen sollten farblich sortiert werden. Kein Problem, wenn es sich um grünes, braunes oder weißes Glas handelt. Wohin aber mit der blauen Prosecco-Flasche oder einem roten Verpackungsglas? Ist das Altglas den Standardcontainern nicht eindeutig zuzuordnen, sind viele Verbraucher ratlos.

Das Umweltbundesamt (UBA) erklärt dazu: "Altglas, das nicht eindeutig in die Farben Weiß, Grün oder Braun einzusortieren ist, muss in den Container für Grünglas geworfen werden, denn diese Fraktion verträgt beim Wiedereinschmelzen den größten Anteil an sogenannten Fehlfarben."

Dass sich das getrennt gesammelte Glas in den Transportfahrzeugen ohnehin wieder vermische, verweist das UBA in das Reich der Mythen. Die Sammelfahrzeuge verfügten über mehrere Kammern mit Trennwänden, so dass die Glasfraktionen voneinander getrennt blieben.

Muss der Deckel ab?

Nach Angaben von "Der Grüne Punkt", Symbol und Betreiber des wichtigsten deutschen Mülltrennungssystems, muss das Altglas zudem vor der Entsorgung "restentleert" sein. Das heißt nicht, dass Konservengläser ausgespült werden müssen, bevor man sie wegschmeißt. Norbert Völl vom Grünen Punkt definiert auf Nachfrage von feelgreen.de: "Glasverpackungen sollten 'löffelrein' sein, wenn sie ins Recycling kommen."

Für die spätere Aufbereitung des Glases müssen auch Deckel und Verschlüsse nicht zwingend entfernt werden. Wünschenswert wäre es aber: "Grundsätzlich gehören die Verschlüsse aus Plastik oder Metall sowie Korken in den gelben Sack oder in die gelbe Tonne", sagt Recycling-Experte Völl. "Die modernen Glasaufbereitungsanlagen sortieren sie aber aus, wenn sie doch auf der Glasverpackung bleiben. Auch dann werden die Verschlüsse verwertet." Die schlechteste Variante ist es jedenfalls, den Deckel abzuschrauben und einfach auf den Container zu legen: Denn das ist Umweltverschmutzung.

Was bei der Aufbereitung geschieht

Nach dem Transport wird das Glas in der Aufbereitungsanlage vorsortiert und zerkleinert, informiert "Der Grüne Punkt". Papiersauger und Magnet- oder Wirbelstromscheider trennen dann andere Stoffe wie Papier oder Metall von den Glasscherben, bevor sie im nächsten Schritt gesiebt und Fehlfarben sowie sonstige Fremdstoffe aussortiert werden.

Schließlich werden die Glasgranulate mit Soda, Kalk und Sand eingeschmolzen - also mit den Bestandteilen, aus denen das Glas ursprünglich schon hergestellt wurde. Eine Blasmaschine formt daraufhin die erhitzte Rohmasse zu neuen Glasflaschen und Behältergläsern.

Altglas-Recycling spart Energie

Die Wiederverarbeitung von Glasscherben schont die natürlichen Rohstoff-Ressourcen. Daneben reduziert es aber auch den Energieverbrauch. Dem BV Glas zufolge verringert sich die für den Schmelzprozess aufgebrachte Energie pro zehn Prozent Scherbeneinsatz um drei Prozent.

Laut dem Verband recycelt Deutschland jährlich etwa zwei Millionen Tonnen Altglas. Damit werden knapp 90 Prozent der verkauften Glasverpackungen wiederverwertet.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige

Shopping
Shopping
Die NIVEA Fotodose mit Ihrem Lieblingsbild

Gestalten Sie Ihre eigene Cremedose mit Ihrem Lieblingsfoto. Jetzt bestellen auf NIVEA.de.

Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

Meistgesuchte Themen

Anzeige
shopping-portal