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Mikroplastik-Alarm: Diese Produkte sollten Sie nicht kaufen

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Mikroplastik  

Mikroplastik-Alarm: Diese Produkte sollten Sie nicht kaufen

07.08.2015, 13:33 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Mikroplastik-Alarm: Diese Produkte sollten Sie nicht kaufen. In vielen Körperpflegeprodukten befinden sich zum Teil mikroskopisch kleine Plastikpartikel. (Quelle: imago/Fraunhofer UMSICHT)

In vielen Körperpflegeprodukten befinden sich zum Teil mikroskopisch kleine Plastikpartikel. (Quelle: Fraunhofer UMSICHT/imago)

Plastikmüll ist in der Umwelt überall zu finden. Doch nicht nur Plastikflaschen und -tüten belasten Natur und Tiere. Eine besondere Gefahr geht von Kunststoffteilchen aus, auch Mikroplastik genannt. Das Tückische: Die winzigen Partikel begleiten fast unbemerkt unseren Alltag.

Als Mikroplastik werden Kunststoffteilchen bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind. Manche sind nur unter dem Mikroskop erkennbar.

Experten unterscheiden primäres und sekundäres Mikroplastik. Ersteres umfasst Basismaterialien wie Pellets und Granulate, die beispielsweise in Hygieneprodukten zum Einsatz kommen. Sekundäres Mikroplastik hingegen entsteht, wenn größere Plastikteile mit der Zeit zerfallen, etwa aufgrund von Wellenbewegungen oder Witterungseinflüssen.

Verstecktes Plastik in Kosmetikprodukten

Viele wissen nicht, dass sie im Bad von Mikroplastik umgeben sind. Die Kunststoffteilchen befinden sich in vielen Hygieneartikeln: Sie werden in Peelings zur Hautreinigung verwendet, sind als Antistatika in Shampoos zu finden und kommen als Bindemittel in Duschgelen und Cremes zum Einsatz.

In Wimperntusche, Lidschatten und Lippenstiften sind die Plastikpartikel ebenfalls häufig zu finden. Ebenso in Deodorants, Rasierschaum und Sonnencremes. Aber auch viele Textilien bestehen aus Kunststoff. Aus einer Fleece-Jacke lösen sich der Umweltorganisation WWF zufolge pro Waschgang etwa 2000 Plastikfasern.

So entlarven Sie Mikroplastik

Wie aber erkennt man zugesetzte Kunststoffpartikel? Für Kosmetika gilt: Stehen in der Liste der Inhaltsstoffe Bezeichnungen wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephtalat (PET), Polyester (PES), Polyamid (PA), Polyurethan (PUR), Polyimid (PI), Acrylat (ANM) und Polyquaternium, weist das auf Mikroplastik hin. Dann sollte das Produkt besser im Regal stehen bleiben.

Eine Auflistung von vielen weiteren Produkten, die Kunststoffpartikel enthalten, finden Verbraucher auf der Internetseite des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Wer sicher gehen möchte, dass in seinen Kosmetika kein Mikroplastik enthalten ist, kann zudem zu Bio-Kosmetik greifen. Die Hersteller setzen unter anderem Jojoba-Kügelchen, Meersalz und Kieselerde als Alternativen ein.

Plastik kann nicht abgebaut werden

Zum Problem wird Mikroplastik, weil es zu klein für die Kläranlagen ist. Diese können die Partikel nicht vollständig herausfiltern. So gelangt das Mikroplastik über das Abwasser in die Umwelt.

Hinzu kommt: Der in Ozeanen befindliche Müll besteht zum größten Teil aus Plastik. Im nordwestlichen Mittelmeer findet man laut dem Umweltbundesamt (UBA) auf zwei Planktontierchen ein Teilchen Mikroplastik. Das Kritische: Die Partikel werden zwar kontinuierlich kleiner, können aber nicht vollständig abgebaut werden.

Mikroplastik landet in den Lebensmitteln

Zersetzen sich die Kunststoffe, werden giftige und hormonell wirksame Zusatzstoffe freigesetzt, darunter Weichmacher, UV-Filter und Flammschutzmittel. Aber nicht nur das Plastik selbst bedeutet eine Gesundheitsgefahr. Das Plastik wirkt laut BUND auch wie ein Magnet auf Giftstoffe wie Insektizide, Farbstoffe und organische Chlorverbindungen. Die Giftkonzentration an den Plastikpartikeln sei oft hundertmal höher als im Meerwasser selbst.

Werden die Kunststoffpartikel von den Tieren gefressen, gelangen sie über Fische, Muscheln und Säugetiere auch auf unsere Teller. So schreibt das UBA auf seiner Internetseite: "Zusatz- und Schadstoffe können sich mit potenziell krebserregender und erbgutverändernder Wirkung und sonstigen Auswirkungen im Körpergewebe anreichern. Diese Eigenschaften könnten zu einer Anreicherung von Schadstoffen in der Nahrungskette führen und möglicherweise auch Relevanz für den menschlichen Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten haben."

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