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Warum Weinflaschen explodieren können

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Unerwünschte Gärprozesse  

Warum Weinflaschen explodieren können

05.09.2016, 11:30 Uhr | msh

Warum Weinflaschen explodieren können. Bleibt Hefe im fertigen Wein zurück, besteht Explosionsgefahr. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bleibt Hefe im fertigen Wein zurück, besteht Explosionsgefahr. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Immer wieder kommt es zum Rückruf von Wein wegen Explosionsgefahr. Die Begründung: Es kann ein Überdruck enstehen, der die Flasche zum Platzen bringt. Doch wie kommt dieser erhöhte Druck zustande? Und warum müssen Verbraucher auch bei jungem Wein  - dem sogenannten Federweißen - besonders vorsichtig sein?

Bei der Weinherstellung, produzieren die in den Trauben enthaltenen Hefen, Alkohol und Kohlenstoffdioxid. Um den Gärprozess in Gang zu bringen, setzen die Winzer speziell für die Weinbereitung entwickelte Zuchthefen zu. 

Heferückstände gären nach

Nach Abschluss der Gärung sammelt sich die Hefe als Depot am Boden des Gärbehälters. Der fertige Wein wird von diesem Depot getrennt und danach mehrfach gefiltert, um die allerletzten Hefeteilchen aus dem Wein zu bekommen. Dann ist der Wein klar und füllfertig. 

In Einzelfällen kann es zu einer unerwünschten Nachgärung kommen. Zum Beispiel weil die Filter in der Abfüllanlage nicht richtig funktioniert haben und sich in den Flaschen Heferückstände bilden. Kommen diese Rückstände mit dem Restzucker des Weins in Kontakt, wird der Zucker doch noch vergoren - im schlechtesten Fall in der bereits gefüllten und verschlossenen Flasche. Das dabei entstehende Kohlenstoffdioxid kann nicht entweichen, es entsteht ein Überdruck in der Flasche und es ist nicht auszuschließen, dass die Flaschen explodieren. 

Auch Federweißer gärt nach 

Auch beim Federweißen  - also noch nicht ganz durchgegorenen jungen Wein - besteht Explosionsgefahr. Solange er kühl, das heißt bei weniger als 10 Grad Celsius steht oder transportiert wird, kann die Gärung nicht beginnen. Sobald er jedoch in eine wärmere Umgebung kommt, beginnen die Hefen zu arbeiten. Sie wandeln den Zucker der Trauben in Alkohol und Kohlenstoffdioxid um. 

Da die Gärung auch in der Flasche weitergeht, muss man beim Transport der Flaschen nach Hause besonders vorsichtig sein. Auf keinen Fall sollten Verbraucher die Flasche bei Transport fest verschließen. Besser: Die Flasche offen lassen oder den Deckel nur leicht zuschrauben und aufrecht stehend transportieren. 

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