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Herzinfarkt: An einem gebrochenen Herz kann man sterben

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Gefährlich wie Herzinfarkt  

Das Risiko für das Broken-Heart-Syndrom könnte in den Genen liegen

21.04.2017, 16:07 Uhr | MHa, t-online.de

Herzinfarkt: An einem gebrochenen Herz kann man sterben. Gefäße verengen sich, die Muskeln kontrahieren übermäßig und es kommt zu einem Blutgerinnsel. Die Folge ist ein Herzinfarkt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/lisafx)

Gefäße verengen sich, die Muskeln kontrahieren übermäßig und es kommt zu einem Blutgerinnsel. Die Folge ist ein Herzinfarkt (Quelle: lisafx/Thinkstock by Getty-Images)

Trennungen, Todesfälle, Existenzängste oder extremes Glücksgefühl – emotionale Belastungen können schwerwiegende Folgen wie einen Herzinfarkt und das Broken-Heart-Syndrom auslösen. Bei der Suche nach den Ursachen für die Funktionsstörung des Herzmuskels kamen Forscher lange nicht weiter – bis jetzt!

Herzmediziner liefern neue Erkenntnisse

Ein Team von Wissenschaftlern unter der Leitung des Kardiologen Dr. Ingo Eitel von der Medizinischen Klinik II am Universitären Herzzentrum Lübeck machte eine interessante Entdeckung. Die Herzmediziner untersuchten das Genom von Patienten mit dem Broken-Heart-Syndrom: "Mit dieser Arbeit haben wir einen neuen und wichtigen Baustein geliefert, dass auch genetische Ursachen mitverantwortlich sein könnten", sagt Eitel.

Ursache könnte in den Genen liegen

Auffällig ist, dass die Erkrankung in etwa 90 Prozent der Fälle bei Frauen jenseits der Menopause auftritt. "Wir wissen, dass alle Frauen in diesem Alter stressige Erlebnisse haben", erklärt Dr. Eitel und meint damit beispielsweise den Tod des Partners oder eines Angehörigen. Nach einem solchen Erlebnis können dem Herzinfarkt ähnliche Symptome auftreten: Gefäße verengen sich, die Muskeln kontrahieren übermäßig und es kommt zu einem Blutgerinnsel. Die Folge ist ein Herzinfarkt.

"Dass aber nur wenige auf ein solches Erlebnis mit einem Broken-Heart-Syndrom reagieren, legte den Verdacht nahe, dass genetische Ursachen daran beteiligt sein könnten."

Zudem gibt es weltweit Fälle, in denen gleich mehrere Familienmitglieder, meist Geschwister oder Zwillingsgeschwister, eine Stress-Kardiomyopathie – wie das Broken-Heart-Syndrom auch genannt wird – erlitten hatten. Bei fünf bis zehn Prozent der Patienten treten solche Anfälle zudem wiederholt auf, was ebenfalls auf eine genetische Mitbeteiligung schließen lässt.

"Das sind vielversprechende Ergebnisse"

Die Forscher untersuchten das Ergut von 96 Broken-Heart-Patienten und verglichen die Ergebnisse mit denen von 475 gesunden Menschen. Dabei fanden sie 68 genetische Unterschiede zwischen beiden Gruppen. An den Genen, die für Blutdruck und Schilddrüsenfunktion verantwortlich sind, stellten die Mediziner die auffälligsten Abweichungen fest.

"Das sind vielversprechende Ergebnisse", fasst Dr. Eitel zusammen. "Tatsächlich leiden viele Patientinnen an Bluthochdruck und frühere Studien haben auch eine Korrelation mit Krebserkrankungen gezeigt." Um endgültige Klarheit zu gewinnen, müssen aber noch deutlich größere Studien mit 500 bis 1000 Patienten gemacht werden, so der Kardiologe.

Das Risiko möglicherweise senken

Wenn es tatsächlich gelingt, die Ursachen für das Broken-Heart-Syndrom in den Genen zu finden, ließen sich dadurch auch erstmals Risikopatienten definieren. „Dann wäre es möglich, diese vorbeugend – etwa mit Betablockern – zu behandeln und vielen ein lebensbedrohliches Risiko zu ersparen“, so Dr. Eitel.

Broken-Heart-Syndrom tritt häufiger auf als angenommen

Wie wichtig ein solcher Durchbruch wäre, zeigen andere aktuelle Forschungsergebnisse: So hat sich herausgestellt, dass das Broken-Heart-Syndrom bei weitem nicht so selten auftritt wie bisher angenommen. "Heute gehen wir davon aus, dass drei bis fünf Prozent aller vermeintlichen Herzinfarktpatienten gar keinen Infarkt, sondern eine Stress-Kardiomyopathie erlitten haben", so Dr. Eitel.

Der Herzmediziner räumt auch mit einer weiteren Fehleinschätzung auf: "Bisher dachten wir, dass Patienten, die einen Infarkt überstanden haben, eine gute Prognose hätten." Eine Studie, die das Herzzentrum Lübeck 2016 veröffentlicht hat, zeigt aber, dass die „Sterblichkeit deutlich höher ist als bisher angenommen“. Bei 286 untersuchten Patienten lag die Sterberate,

  • ein Jahr nach dem Ereignis bei zehn Prozent.
  • vier Jahre danach bei 25 Prozent.

"Diese Daten zeigen, dass das Broken-Heart-Syndrom genauso lebensgefährlich ist wie der klassische Herzinfarkt."

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