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Menorca: Einsame Buchten und viel Natur

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Mallorcas kleine Schwester  

Menorca – einsame Buchten und ein Paradies zum Wandern

13.04.2017, 13:41 Uhr | Thorsten Keller; Manuel Meyer, dpa

Menorca: Einsame Buchten und viel Natur. Cala Macarellata – idyllische Badebucht mit FKK auf Menorca (Quelle: imago/Sabine Gudath)

Cala Macarellata – idyllische Badebucht mit FKK auf Menorca (Quelle: Sabine Gudath/imago)

Menorca ist die zweitgrößte und unbekannteste Baleareninsel und Mallorcas kleine Schwester. Insbesondere für Aktivurlauber und Naturfreunde ist das Eiland ein Urlaubsparadies. Entdecken Sie Menorca auch in unserer Foto-Show.

Wenn Mathieu Nieuwland sein Kajak ins Wasser lässt, ist er glücklich. Radeln, laufen, Kajak fahren - der sportbegeisterte Belgier hat an der Südküste Menorcas in Cala Galdana sein Domizil fürs Leben gefunden. Eine weitgeschwungene Bucht, türkisblaues, flach abfallendes Wasser - Cala Galdana ist der größte Touristenort auf der nördlichsten Baleareninsel, doch verglichen mit den Badeorten des Festlandes oder auf dem benachbarten Mallorca ist der Ort nur ein beschauliches Örtchen.

Unter dem Schutz der UNESCO

"Die Hälfte Menorcas steht unter Landschafts- und Naturschutz, und seit 1993 ist die Insel ein Biosphärenreservat der UNESCO", erläutert Ralf Freiheit, der seit zwei Jahrzehnten deutsche Urlauber über die Insel führt - unter anderem über den Cami de Cavalls, einen 184 Kilometer langen Wanderweg, der früher von berittenen Patrouillen genutzt wurde.

Historischer Pfad in neuer Pracht

Der Küsten-Fernwanderweg GR-223, auch Camí de Cavalls genannt, ist auffällig gut markiert. Fast alle 100 Meter weisen Holzpflöcke den Weg. Der Inselrundweg ist noch jung. Erst 2010 wurde er entlang der Küste vollständig eröffnet. Doch sein Ursprung reicht ins Mittelalter zurück. Camí de Cavalls bedeutet "Weg der Pferde". "Es handelt sich um einen historischen Patrouillenweg, auf dem die Adeligen und Großgrundbesitzer mit Pferden die Küsten entlangritten, um Ausschau nach Piraten und Angreifern zu halten", erklärt Freiheit. Im vergangenen Jahrhundert geriet der Pferdeweg ganz in Vergessenheit. 

Heute kann man dort wieder mit Meerblick wandern. Vorbei an Stränden, traumhaften Buchten und dem Naturpark S'Albufera des Grau. Über Holzstege führt der Weg ins Feuchtgebiet, heute Teil des Unesco-Biosphärenreservats. Parkdirektor Martí Escudero erklärt: "Auf Menorca gibt es weniger Bausünden und Hotelburgen an der Küste als auf Mallorca."

Stattdessen tummeln sich Stockenten, Blässhühner, Reiher, Schildkröten und Kormorane in Scharen an der Küstenlagune. Es ist ein Labyrinth aus Dünen, Seegraswiesen, Inselchen und Lagunen. "Eigentlich wollten hier Investoren in den 70er Jahren eine riesige Ferienanlage mit Luxushotel und Golfplatz bauen. Doch Bürgerproteste verhinderten das zum Glück."

Einsamkeit. Im Sommer. Auf einer spanischen Mittelmeerinsel?

Auf dem Camí de Cavalls ist so etwas möglich. Unweigerlich denkt man an die von Ralf Freitag versprochenen Überraschungen. Und kurioserweise ist Spaniens ehemaliger Diktator Franco dafür mitverantwortlich. "Im spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 kämpfte Menorca als einzige der Balearen-Inseln gegen den Putsch-General", erzählt Ralf. "Bis zu seinem Tode 1976 strafte er die Insel dafür, indem kaum Geld in touristische Infrastrukturen floss."

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Schon wenige Hundert Meter hinter der Pregonda-Bucht beginnt die vielleicht wildeste und beeindruckendste Küstenlandschaft auf dem gesamten Rundweg – und auch die anstrengendste. Dünenlandschaften und Feuchtgebiete wechseln sich ständig ab. Man kommt an fantastischen Steinformationen vorbei, die Wind und Wasser im Laufe von Millionen von Jahren formten. Und man hat sie ganz für sich allein. "Im Spätherbst, im Winter, aber auch kurz vor Frühlingsbeginn, wenn die ersten blühenden Orchideen die Landschaft in ein kunterbuntes Farbenmeer verwandeln, kann es hier richtig einsam werden", versichert Freitag.

Die größten Süßwasserfläche der Balearen

"Der Norden und der Süden der Insel, das sind zwei Welten. Nicht nur vom Alter", weiß Ramon Navarro. Im  wesentlich älteren Norden Menorcas ändert sich das Landschaftsbild alle fünf Kilometer. Der rote Lehmboden an der Cala Pregonda, die bizarren schwarzen Felslandschaften am Cap de Favaritx und am Cap de Cavalleria.

Und dann die Lagune von Es Grau, mit 70 Millionen Hektar die größte Süßwasserfläche der Balearen. Gerade hier, wo sich Millionen Zugvögel auf ihrem Weg in die Winterreservate tummeln, fühlt sich Ramon wohl. "Menorca ist ein Rohdiamant", sagt der Menorquiner mit österreichischen Wurzeln. "Wir haben uns unsere Ursprünglichkeit bewahrt."

Tourismus findet auf Menorca vor allem in Boutiquehotels und in kleinen Pensionen statt. "Menorca ist mein Paradies", hat Mathieu Nieuwland in Cala Galdana festgestellt. Nicht nur Ralf Freiheit und Ramon Navarro, auch viele weitere Einheimische auf Menorca werden ihm zustimmen.

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