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Trotz Internet-Konkurrenz: Reisebüros kämpfen sich zurück

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Wie Reisebüros sich zurückkämpfen

25.08.2017, 16:16 Uhr | Larissa Schwedes, dpa

Trotz Internet-Konkurrenz: Reisebüros kämpfen sich zurück. Es gibt wieder mehr Reisebüros in Deutschland. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Comstock)

Es gibt wieder mehr Reisebüros in Deutschland. (Quelle: Comstock/Thinkstock by Getty-Images)

Mit wenigen Klicks geht es ganz weit weg: Viele Kunden buchen ihre Urlaubsreisen im Internet. Das hat den Reisebüros in Deutschland lange zugesetzt – jetzt legt ihre Zahl langsam wieder zu.

Bequem von daheim aus einen Flug oder ein Hotel aussuchen? Für viele Menschen ist das ziemlich praktisch. Den Reisebüros in Deutschland dagegen setzt die Konkurrenz aus dem Netz seit Jahren zu. Für die klassischen Büros mit Katalogen und Papp-Aufstellern bedeuten Online-Portale einen großen Wettbewerb – etliche Reisebüros gaben auf. Doch langsam zeichnet sich Erholung ab.

Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands ist die Zahl der Reisebüros im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen und liegt derzeit bei knapp 10.000. Das sind immerhin rund 100 Büros mehr als noch 2014, als der Verband lediglich 9829 Büros verzeichnete. In den vorherigen zehn Jahren war die Anzahl stetig gesunken. Auf die Einwohnerzahl bezogen habe Deutschland noch immer eines der dichtesten Reisebüronetze weltweit, wie eine Sprecherin des Verbandes erläuterte.

"Wer mehr Sicherheit will, geht eher ins Reisebüro"

Beim Reisekonzern Tui liegt der Anteil der reinen Online-Buchungen bei lediglich etwa 20 Prozent. Oft macht die Komplexität einer Reise den Unterschied: Während ein einzelner Flug eher online gebucht würde, entschieden sich Buchende bei längeren Reisen mit verschiedenen Transfers eher für den Gang ins Reisebüro, sagt Sprecherin Kathrin Spichala.

"Wer mehr Sicherheit will, geht eher ins Reisebüro", weiß Julia Buchweitz von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Durch einen festen Ansprechpartner und eine größere Transparenz über den Vertragspartner könnten im persönlichen Reisevertrieb Risiken und Unsicherheiten besser vermieden werden, was vielen Buchenden wichtig sei.

Umsätze online um neun Prozent gestiegen

Finanziell mache es aufgrund einer gesetzlichen Regelung keinen Unterschied, ob man ins Reisebüro gehe oder online buche, erklärt die Verbraucherschützerin. Reisebüros dürften vom Kunden für eine Reise keine höheren Kosten verlangen als dieser im Internet zahlen müsste. Nicht verboten sei es jedoch, Reisen von Anbietern zu empfehlen, bei denen das Reisebüro selbst bessere Provisionen verdienen könne.

Doch allein durch die Stärke im Kundenkontakt wird die Konkurrenz im Internet nicht kleiner – der Reisemarkt online wächst und wächst. Zahlen des Verbandes Internet Reisevertrieb und der Marktforschungsgesellschaft GfK zeigen: In den Sommermonaten 2017 sind die Umsätze von Online-Reiseportalen gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent gestiegen. Die Buchungen in klassischen Reisebüros legten hingegen nur um drei Prozent zu.

Per Virtual Reality-Brille zum Urlaubsziel

"In den kommenden Buchungswochen werden die Online-Reiseportale ihren Vorsprung gegenüber dem stationären Reisevertrieb aller Voraussicht nach weiter ausbauen", prognostiziert Dörte Nordbeck von der GfK. "Der Grund dafür liegt in der Stärke der Onliner im Last Minute- und Kurzfristgeschäft.

Eine Frau schaut sich mit einer VR-Brille in einem Reisebüro potenzielle Reiseziele an. (Quelle: Silas Stein / Picture Alliance)Eine Frau schaut sich mit einer VR-Brille in einem Reisebüro potenzielle Reiseziele an. (Quelle: Silas Stein / Picture Alliance)

Spezialisierungen – wie beispielsweise auf Kreuzfahrten – können für Reisebüros von Vorteil sein. "Wird nur eine bestimmte Art von Reisen angeboten, können die Mitarbeiter im Büro besser eigene Erfahrungen in die Beratung einfließen lassen, weil sie ähnliche Reisen selbst gemacht haben", so Verbraucherschützerin Buchweitz.

Auch der Einsatz neuer Technologien kann laut Buchweitz zusätzliche Anreize bieten, ein Reisebüro zu besuchen. Tui testet derzeit Roboter, die den Kunden an der Eingangstür eine Erstberatung anbieten. Und in den Büros von Thomas Cook lässt sich per Virtual Reality-Brille bereits das potenzielle Reiseziel erkunden.

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