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Auslandskrankenversicherung: Was Sie beachten müssen

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Gut geschützt in den Urlaub  

Das müssen Sie beim Abschluss einer Auslandskrankenversicherung beachten

26.05.2017, 15:27 Uhr | Julian Hilgers, dpa

Auslandskrankenversicherung: Was Sie beachten müssen. Eine Verletzung im Urlaub kann teuer werden, denn die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt nicht jede Leistung. (Quelle: dpa/tmn/Andrea Warnecke)

Eine Verletzung im Urlaub kann teuer werden, denn die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt nicht jede Leistung. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa/tmn)

Ein Unfall oder eine Krankheit im Urlaub ist nicht nur ärgerlich. Es kann auch teuer werden, wenn man nicht richtig versichert ist. Experten empfehlen, für jede Reise eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen.

Ob ein gebrochenes Bein, eine Mandelentzündung oder ein verdorbener Magen – ein Arztbesuch im Ausland kann teuer werden. Reisende sollten auf eine Auslandskrankenversicherung deshalb nicht verzichten. Ein guter Vertrag muss nicht mal teuer sein. Aber worauf müssen Verbraucher achten? Antworten auf wichtige Fragen:

Welchen Schutz bietet die gesetzliche Krankenversicherung im Ausland?

Bei vorübergehendem Aufenthalt in einigen Ländern haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf die gleichen Leistungen wie im Inland. Das betrifft den Europäischen Wirtschaftsraum sowie Länder, mit denen ein entsprechendes Sozialversicherungsabkommen besteht. Dazu gehören zum Beispiel Israel, Tunesien oder die Türkei. Inbegriffen sind aber nur notwendige Leistungen. "Ein medizinischer Rücktransport wird grundsätzlich nie bezahlt", warnt Bianca Boss vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg.

Bei welcher Reise empfiehlt sich eine Auslandskrankenversicherung?

Wer im Ausland nicht versichert ist, muss jede Leistung selbst zahlen. "Diese Kosten können eine existenzielle Bedrohung darstellen", sagt Boss. Daher empfiehlt die Expertin, bei jeder Auslandsreise eine Krankenversicherung abzuschließen. Dafür erhalten Reisende die gleichen Leistungen wie im Inland.

Die Kosten sind gering: Einzelpersonen zahlen 8 bis 13 Euro, Familien 18 bis 28 Euro pro Jahr. "Versicherungen mit Jahresbeitrag sind im Vergleich deutlich günstiger als Verträge für einzelne Reisen", sagt Boss. Aufgrund der geringen Kosten sollten Reisende auf umfassenden Schutz achten, rät Volker Schmidtke von der Berliner Verbraucherzentrale. Die Verträge gelten für mehrere Reisen im Jahr.

Welche Leistungen sind wichtig?

Einige Anbieter zahlen die Rückreise nur, wenn sie wirklich notwendig ist. Reisende sollten also darauf achten, dass auch ein medizinisch sinnvoller Rücktransport gezahlt wird. "Die meisten Menschen erholen sich in der Heimat weitaus besser", sagt Boss.

Wer bereits vor Abschluss der Versicherung erkrankt ist, erhält vor Ort meist keinen oder nur eingeschränkten Versicherungsschutz. "Reisende sollten auf jeden Fall vorher abklären, welche Leistungen bei Vorerkrankung übernommen werden", rät Boss.

Außerdem sollte die Länge des Aufenthalts berücksichtigt werden: Die meisten Versicherer zahlen nur bei Reisen von maximal sechs Wochen. "Wer mehrere Monate im Ausland bleibt, muss eine deutlich teurere Versicherung abschließen", sagt Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Wie finde ich eine gute Versicherung?

Um einen umfassenden Schutz zu bekommen, sollten sich Reisende unabhängig beraten lassen und verschiedene Anbieter vergleichen. Grieble rät deshalb davon ab, die Versicherung im Paket mit dem Urlaub im Reisebüro oder online abzuschließen. "Dort bekommt man meist keine Beratung, da Kooperationen mit Versicherungen bestehen." Theoretisch kann die Versicherung aber noch am Abreisetag online abgeschlossen werden.

Wer bereits lange eine Versicherung hat, sollte beim Versicherer nachfragen, ob es inzwischen bessere Angebote gibt oder sich Leistungen geändert haben. "Der medizinisch sinnvolle Rücktransport ist zum Beispiel erst seit ein paar Jahren Standard", sagt Grieble. Laut Stiftung Warentest haben die meisten Versicherer ihre Angebote in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.

Was passiert, wenn meine Versicherung für Leistungen nicht aufkommt?

Versicherungsnehmer können sich in Streitfällen an die Schiedsstelle wenden. Ein Ombudsmann berät die Versicherten kostenlos. Denn ein Rechtsstreit mit der Versicherung hat geringe Erfolgsaussichten und kann oft sehr teuer werden. "Versicherte sollten immer abwägen, ab welchem Betrag sich ein Rechtsstreit mit dem Versicherer lohnt", sagt Grieble. Bei hohen Beträgen empfehlen die Experten, einen Fachanwalt für Versicherungsrecht heranzuziehen. 

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