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Waschmittel: Bei Jumbopackungen wird mit Füllstoffen gemogelt

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Waschmittel  

Bei Jumbopackungen wird mit Füllstoffen gemogelt

| ag

Waschmittel: Bei Jumbopackungen wird mit Füllstoffen gemogelt. Waschmittel: Für Füllstoffe im XL-Waschmittel zahlen Verbraucher drauf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/NDR)

Für Füllstoffe im XL-Waschmittel zahlen Verbraucher drauf. (Quelle: NDR/Thinkstock by Getty-Images)

Je größer die Packung, desto günstiger kann man waschen. Das glauben viele Verbraucher und greifen bei Waschmitteln häufig zu Jumbopackungen. Doch der Schein trügt. Das hat ein aktueller Test des NDR-Verbrauchermagazins "Markt" aufgedeckt. Viele der vermeintlich sparsamen XXL-Packungen sind mit unnötigen Füllstoffen gestreckt, die den Waschgang im Vergleich zur kleineren Kompaktpackung verteuern. Das heißt: Pro Waschladung braucht man zum Teil doppelt so viel Pulver wie bei kleinen Verpackungen. Erfahren Sie hier, wie das Testergebnis im Einzelnen ausfällt.

Höhere Dosierung bei XL-Packungen nötig

Insgesamt untersuchten die Tester vier Waschpulver und zwei Flüssigwaschmittel, jeweils in der Jumbo- und der Kompaktpackung. Bei der Verbrauchsanalyse orientierten sie sich an den Dosierungsempfehlungen der Hersteller für Wäsche mit mittlerer Verschmutzung. Auf dieser Basis wurde der Preis pro Waschladung ausgerechnet. Das Ergebnis überraschte: Der Waschgang war bei allen Großpackungen teurer. Der Grund: Die Waschmittel der Jumbopackungen enthielten Füllstoffe, die für die Reinigung der Wäsche keinen Mehrwert haben, sondern nur die Menge des Waschpulvers strecken. Somit muss stärker dosiert werden.

Waschgang bei kleinen Packungen um die Hälfte billiger

Bei Persil Color ergab die Rechnung, dass ein Waschgang mit den "Megaperls" der kleineren Kompaktpackung viel günstiger ist als mit Waschpulver der XL-Packung. Bei dieser werden nämlich 135 Milliliter pro Ladung benötigt, bei der kleinen Packung dagegen nur 85 Milliliter. Ein Waschgang der Großpackung ist damit 58 Prozent teurer. Noch deutlicher ist der Preisunterschied bei Spee: Vom Kompakt-Waschmittel braucht man 80 Milliliter pro Wäsche, vom "XL Big Pack" dagegen 135 Milliliter. Der Mehrverbrauch: 68 Prozent. Das gleiche bei Coral "Optimal Color": Hier erhöht sich der Verbrauch pro Waschgang um 58 Prozent von 100 auf 158 Milliliter. Bei Burti sieht es nicht besser aus: Hier sind beim großen Karton pro Waschladung 215 Milliliter nötig - mehr als doppelt so viel im Vergleich zu kleinen Packung (95 Milliliter).

Dosierungstrick auch bei Flüssigwaschmitteln

Ebenso bei Flüssigwaschmitteln: So benötigt man für einen Waschgang mit Ariel "Colour & Style" in der XXL-Flasche 73 Milliliter (27 Cent), in der kleinen Flasche dagegen nur 70 Milliliter (25 Cent). Bei Coral flüssig ist die Preisdifferenz sogar noch auffälliger: Hier werden bei der Dosierung der Jumboflasche 158 Milliliter pro Waschgang empfohlen - das sind mehr als 50 Prozent im Vergleich zur kleinen Fasche.

Verbraucherschützer sprechen von "bewusster Täuschung"

"Bei Jumbopackungen sprechen wir Verbraucherschützer von Täuschung“, sagt Herr Dirk Petersen von der Abteilung für Umwelt und Produktsicherheit der Verbraucherzentrale Hamburg auf Nachfrage von t-online.de. „Generell haben Füllstoffe in Waschmitteln die Funktion, das Pulver rieselfähig zu halten. Eingesetzt wird Natriumsulfat – auch in den kleineren Produktpackungen. Doch die Menge in den XL- Packungen übersteigt die nötige Menge um ein Vielfaches.“ Für den Verbraucherschützer ist klar, dass die Zusatzstoffe eingesetzt werden, um dem Verbraucher zu suggerieren: Hier bekommst du mehr fürs Geld. Doch in Wahrheit erhöhen sie nur die Dosierung. "Zudem sind die großen Packungen oftmals teurer als die kleinen", so Petersen. Sein Tipp:  Wer sparen und die Umwelt schonen möchte, sollte zu den kleinen Packungen greifen.

Die Hersteller begründen die Zugabe von Füllstoffen wie Natriumsulfat damit, dass sie für die Rieselfähigkeit und Dosierbarkeit des Pulvers notwendig seien. Warum das nur für Waschmittel in großen Verpackungen gilt, erklären sie jedoch nicht. Unilever zieht sogar den Umweltschutz als Argument heran: Die Füllstoffe würden wegen der Gefahr der Überdosierung des Waschpulvers eingesetzt, denn diese sei nicht umweltfreundlich.

Weiterer Nachteil: Füllstoffe sind umweltschädlich

Doch besonders unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit sind die Zusatzstoffe problematisch. "Die Umwelt wird durch diese Füllstoffe massiv geschädigt", sagt Petersen. Die Gesetzgebung sehe hier leider keinen Handlungsbedarf. Besonders Natriumsulfat ist schädlich für die Gewässer und greift den Beton in der Kanalisation an. Dies zieht wiederum aufwändige Sanierungsarbeiten mit sich. Außerdem benötigen große Verpackungen viel Platz und stellen höhere Anforderungen an Lagerung und Transport als die Kompaktwaschmittel.

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