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Knackende Gelenke: Was hinter den Knirschgeräuschen steckt

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Knackende Finger - was dahinter steckt

18.10.2012, 11:45 Uhr | jlu/dpa

Gelenke: Hinter knackenden Knochen kann Arthrose stecken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gelenke: Hinter knackenden Knochen kann Arthrose stecken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Knirschende Finger und knackende Knie beim Treppensteigen - bei fast jedem kracht ein Gelenk. Oft reichen schon kleinste Bewegungen aus, um diese unangenehmen Geräusche zu erzeugen. Doch obwohl es so viele Betroffene gibt, weiß kaum einer, was das Knacken wirklich hervorruft. Und auch die Frage, ob Gelenkgeräusche harmlos oder gefährlich sind, verunsichert viele. Wir sind dem Phänomen der knackenden Gelenke nachgegangen.

Gasbläschen lösen sich aus Gelenkschmiere im Finger

Absichtliches Fingerknacken ist nur eine Gewohnheit - einen physischen Grund dafür gibt es nicht. "Ein Gelenk drängt niemals danach, geknackt zu werden", erklärte Matthias Schulz, Leiter der Handchirurgie im Helios Klinikum Berlin. In den Fingern gebe es grundsätzlich keine Spannungen, die durch Knacken gelöst werden müssen. Wenn es jemand dennoch als entspannend empfinde, handle es sich um eine reine Kopfsache. Die häufigste Ursache für das Knacken in den Fingern sind Gasbläschen, die sich aus der Gelenkschmiere lösen.

Diese Schmiere liegt zwischen zwei Gelenken: Sie lässt die beiden Knorpelflächen geschmeidig aufeinander gleiten. Bei einer plötzlichen und extremen Bewegung werden die Gelenke auseinandergezogen - und damit auch die Schmierschicht. Dabei löst sich Kohlendioxid: Es knackt. Anschließend lösen sich die Kohlendioxid-Bläschen wieder in der Schmiere auf. Dieses Phänomen zum Beispiel durch Dehnübungen verhindern zu wollen, funktioniere nicht. "Das Knacken passiert unabhängig davon, ob jemand dehnbare Gelenke hat oder nicht", sagt Schulz. Doch Vorsicht: Wer dauernd mit den Fingern knackt, schadet den Gelenken.

Knackende Gelenke deuten auf Verschleiß hin

Knack-Geräusche können in allen Gelenken des Bewegungsapparates auftreten. Generell deuteten sie auf eine Beschädigung oder Abnutzung der Knorpel hin. "Ob sich dahinter eine schlimme Krankheit verbirgt, kommt auf die Ursache des Knackens an", sagt Doktor Markus Giesa, Oberarzt der Orthopädischen Klinik in Mainz. Auch wenn bei manchen Patienten nicht klar ist, woher das Gelenke-Knacken kommt: In den meisten Fällen ist es harmlos. "Die krachenden Geräusche sind hörbare natürliche Verschleißerscheinungen von Knorpeln und Knochen", weiß der Orthopäde.

Knirschende Knie durch Meniskusschaden

Besonders oft knackt es im Knie, da die Gelenke stark belastet sind: Sie werden ständig gestreckt und gebeugt. Beim Laufen müssen sie das eigene Gewicht abfedern und Stöße aushalten. Treten beim Knacken Schmerzen auf, sollte man einen Arzt aufsuchen. Denn in diesem Fall sind für die lauten Knack- und Reibegeräusche fortgeschrittene Verschleißerscheinung verantwortlich. "Das können Probleme mit den Schleimhäuten und Sehnen, ein Meniskusschaden oder der Mangel an Gelenkschmiere in der Kniekapsel sein", erklärt Giesa.

mydoc.de: Ist eine Operation am Meniskus immer unumgänglich?

Bei Frauen knirschen mehrere Gelenke

Vor allem Frauen können mit mehreren Gelenken knacken. "Das liegt meistens am weichen weiblichen Bindegewebe", weiß Giesa. Dies führt zu einer Überbeweglichkeit, also Hypermobilität, der Gelenke und Bänder bei Frauen. Das dadurch verursachte Knacken mit den Gelenken muss nicht zwangsläufig auf eine andere Krankheit hindeuten. Dennoch strapaziert das wiederholte Geknacke unnötig die Gelenke.

Im schlimmsten Fall steckt Arthrose dahinter

Tritt das Knacken plötzlich auf, zum Beispiel nach einem Sturz oder starker körperlicher Belastung, sollte man sich unbedingt untersuchen lassen. Eine Untersuchung beim Arzt ist auch empfehlenswert, wenn die Gelenk-Geräusche mit Schmerzen verbunden sind. Dann kann hinter dem Krachen eine ernste Erkrankung stecken, etwa ein Knorpelschaden oder eine fortgeschrittene Arthrose sein.

trax.de: Starke Belastung des Meniskus begünstigt Meniskusriss

18.10.2012, 11:45 Uhr | jlu/dpa

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