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BMI: Hinter dickem Bauch kann Metabolisches Syndrom stecken

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Hoher BMI  

Dicker Bauch kann Stoffwechsel entgleisen lassen

18.04.2011, 15:54 Uhr | t-online

BMI: Hinter dickem Bauch kann Metabolisches Syndrom stecken. BMI: Ein dicker Bauch kann das Metabolische Syndrom auslösen. (Foto: imago)

BMI: Ein dicker Bauch kann das Metabolische Syndrom auslösen. (Foto: imago)

Zu viel Bauchspeck macht auf Dauer krank. Ein dicker Po oder dicke Schenkel sind nicht das Problem, sondern ein Wohlstandsbauch ist der klassische Einstieg ins sogenannte Metabolische Syndrom, meint auch Hans Hauner, Ernährungsmediziner an der Technischen Universität München. Das Metabolische Syndrom hängt wie ein Damoklesschwert über Millionen Bundesbürgern, die zu viel Fett in ihrer Körpermitte angesammelt haben. Sie alle leben mit einem stark erhöhten Risiko, Diabetes, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen - und sind meist ahnungslos.

Obwohl das Metabolische Syndrom als Wohlstandskrankheit schlechthin gilt, ist es nur den wenigsten Betroffenen ein Begriff. Ein Syndrom ist das Zusammentreffen mehrerer Symptome, die zusammen eine Erkrankungsform bilden. Beim Metabolischen Syndrom spielen gleich vier Risiken eine Rolle.

"Rettungsring" produziert gefährliche Hormone

Mit dem "Rettungsring" fängt alles an. Er ist das untrügliche Anzeichen dafür, dass auch die inneren Organe wie die Bauchspeicheldrüse, die Leber oder Darmschlingen von einer dicken Fettschicht umhüllt sind. Dieses Gewebe produziert gefährliche Hormone, die über das Blut im ganzen Körper verteilt werden. Zwar machen die Fettzellen am Bauch nur zehn bis 15 Prozent der gesamten Fettmasse des Körpers aus, aber sie geben leichter und schneller gespeicherte Stoffe ab als andere Fett-Depots, etwa an Hüften, Armen oder Oberschenkeln. Der Stoffwechsel (Metabolismus) gerät allmählich aus dem Lot. Die Blutgefäße verkalken. Der Blutdruck steigt, was oft jahrelang unerkannt bleibt, weil es kaum Beschwerden macht.

trax.de: Stoffwechselstörung - Symptome erkennen und Schäden vorbeugen


Granzwert für Frauen: 88 Zentimeter Taillenumfang

Unbehandelt schädigt Hochdruck die Gefäße. Auch der Blutzuckerstoffwechsel kommt mit der Zeit aus dem Tritt, die Blutfettwerte steigen. Bis zu zehn Jahre können vergehen, bis sich daraus Diabetes des Typs 2, also Altersdiabetes, entwickelt. Ein Teufelskreis - und das alles wegen einiger Kilo mehr um den Leib. Wer seine Pfunde nicht purzeln lässt, läuft Gefahr, dass Herz und Gefäße schwer geschädigt werden. Frauen mit einem Taillenumfang von mehr als 88 Zentimetern gelten als gefährdet. Bei Männern kann es ab 102 Zentimetern kritisch werden, hat die Amerikanische Herzgesellschaft herausgefunden. Die internationale Diabetes-Gesellschaft (IDF) ist noch strenger und gibt sogar Grenzwerte von 80 (Frauen) und 94 Zentimetern (Männer) vor.

Zur Diagnose des Metabolischen Syndroms müssen aber auch noch weitere Risikofaktoren da sein wie zu hohe Triglyceride oder zu niedriges HDL-Cholesterin, Bluthochdruck, erhöhter Nüchternblutzucker oder Diabetes Typ 2. Die gute Nachricht: Wird das Problem frühzeitig erkannt, lässt es sich vergleichsweise einfach "reparieren".

Mit jedem abgenommenen Kilo schrumpft auch das Krankheitsrisiko

Schrumpft der Wohlstandsbauch, also speckt der Übergewichtige ab, bekommt er auch seine Risikofaktoren wieder in den Griff. Das Konzept dafür ist jedermann bekannt: Bequemlichkeit ade, ausgewogen ernähren, viel bewegen. Schon fünf bis sieben Prozent Körpergewicht weniger lassen allein das Diabetes-Risiko um 60 Prozent sinken. Wer das Gefühl hat, in der Taille deutlich zugelegt zu haben, sollte das Maßband nehmen und nachmessen. In der Apotheke kann man sich Blutdruck- und Blutzuckerwerte messen lassen. Fallen diese ungünstig aus, sollten Betroffene zum Arzt gehen und den vierten Risikofaktor, die Blutfette, untersuchen lassen, rät die Stiftung Rufzeichen Gesundheit.

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