Startseite
Sie sind hier: Home > Lifestyle > Gesundheit >

Hodenkrebs früh erkennen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Hodenkrebs  

Krebsexpertin rät: Hoden unter warmem Wasser abtasten

14.06.2016, 14:10 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Hodenkrebs früh erkennen. Unter der Dusche lassen sich die Hoden gut abtasten.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Unter der Dusche lassen sich die Hoden gut abtasten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge werden in diesem Jahr über 4.000 Männer neu an Hodenkrebs erkranken. In der Altersspanne zwischen 25 und 45 Jahren ist Hodenkrebs der häufigste bösartige Tumor. Krebsexperten raten Männern daher, regelmäßig die Hoden abzutasten – am besten mit warmem Wasser.

 "Spätestens ab dem 24. Lebensjahr sollten Männer damit beginnen, regelmäßig ihre Hoden abzutasten, denn dann ist das Erkrankungsrisiko besonders groß", erklärt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Krebsexpertin rät: Hoden unter warmem Wasser abtasten

Mindestens ein Mal im Monat sollten die Hoden in einer entspannten Stellung sorgfältig untersucht werden. "Am besten morgens oder abends unter der warmen Dusche oder in der Badewanne. Dann ist das Muskelgewebe unter der Haut besonders weich und Veränderungen lassen sich leichter fühlen", erklärt Weg-Remers. Sei das Wasser hingegen kalt, ziehe sich das Gewebe zusammen und werde zu fest für eine Tastuntersuchung.

Hodenkrebs: Bei diesen Warnzeichen zum Arzt

Jeder Hoden sollte dabei mit beiden Händen abgetastet werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt schmerzlosen Verhärtungen und Knoten, Flüssigkeitsansammlungen oder wenn sich die Größe eines Hodens verändert. Auch Schmerzen im Hodenbereich, Schwellungen, ein Ziehen oder ein Schweregefühl sollte laut der Expertin ernst genommen werden.

"Beachten sollten Männer allerdings, dass meist ein Hoden von Natur aus etwas größer ist als der andere", erklärt Weg-Remers. "Wer sich regelmäßig abtastet, kennt diesen Unterschied bereits." Nehmen Männer Veränderungen bei sich wahr, sollten sie diese immer von einem Arzt abklären lassen.

Diese Männer tragen ein Risiko in sich

Die Auslöser von Hodenkrebs sind noch nicht vollständig erforscht. Bisherige Studien haben allerdings herausgefunden, dass bei Männern, die einen Hodenhochstand haben, beziehungsweise hatten, ein erhöhtes Risiko besteht, dass sie erkranken. "Das gilt selbst dann, wenn der Hodenhochstand behandelt wurde", erklärt die Krebsexpertin.

Wenn ein anderes Familienmitglied, etwa der Vater oder der Bruder, erkrankt ist, steigt das Risiko ebenfalls. Auch Unfruchtbarkeit wird mit Hodenkrebs in Verbindung gebracht. Zudem werden ein zu niedriges und ein zu hohes Geburtsgewicht ebenso als Risikofaktor diskutiert wie genetische Veränderungen und bestimmte Pestizide.

Potenz in Gefahr?

Wird Hodenkrebs diagnostiziert, ist das für die betroffenen Männer ein Schock. Und neben vielen anderen Fragen beschäftigt sie vor allem eines: Sind durch die Therapie Potenz und Fruchtbarkeit in Gefahr? "Die Behandlung kann die Bildung des Geschlechtshormons Testosteron beeinflussen, das in den Hoden gebildet wird", erklärt Weg-Remers. "Und das wirkt sich auch auf die Libido und die Potenz aus. Allerdings lässt sich hier mit Medikamenten gut gegensteuern. Auch die Fähigkeit zum Samenerguss bleibt in der Regel erhalten."

Zur Sicherheit zur Samenbank

Das größere Problem ist die Fruchtbarkeit. Bereits beim Zeitpunkt der Diagnose ist bei den meisten Männern die Anzahl der Spermien deutlich verringert. Muss ein Hoden entfernt werden, verschlechtert sich die Ausgangslage zusätzlich. Auch Chemo- und Strahlentherapie können einen negativen Einfluss auf die Menge und die Qualität der Spermien nehmen.

"Da der Verlauf der Behandlung nicht vorhersehbar ist, empfehlen die Ärzte den betroffenen Männern, ihre Spermien in einer Samenbank einfrieren zu lassen", sagt Weg-Remers. "Die Kosten werden von den Krankenkassen meist nicht übernommen, trotzdem sollte man vor der Behandlung nachfragen, welche Möglichkeiten einer Kostenerstattung bestehen."

Die Heilungschancen sind gut

Beruhigend immerhin ist: Die Heilungschancen von Hodenkrebs sind gut. "Deutlich über 90 Prozent der Betroffenen können langfristig geheilt werden", sagt Weg-Remers. "Bei dem Großteil bleibt der Tumor zudem auf die Hoden begrenzt und bildet keine Metastasen."

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Tiefe Einblicke 
Das Innere eines Verbrennungsmotors in Zeitlupe

Einblicke in einen Benzinmotor während des Betriebs. Dazu haben wurde eine Plexiglasscheibe in einen Motor eingesetzt. Video

Anzeige
Ähnliche Themen im Web


Anzeige
shopping-portal