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    Blutvergiftung: Betroffene müssen sofort reagieren

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    Blutvergiftung  

    Diese Anzeichen weisen auf Blutvergiftung hin

    07.11.2012, 15:30 Uhr | dpa-tmn/ akl

    Blutvergiftung: Betroffene müssen sofort reagieren. Blutvergiftung muss schnell behandelt werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

    Blutvergiftung muss schnell behandelt werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

    In Deutschland ist eine Blutvergiftung die dritthäufigste Todesursache, jeder dritte Patient stirbt daran. Deswegen ist es wichtig, dass Betroffene bei den ersten Symptomen sofort reagieren. Diese Anzeichen weisen auf eine Blutvergiftung hin.

    Verwirrtheit kann auf Blutvergiftung hinweisen

    Eine Blutvergiftung ist häufig nur schwer zu erkennen. Zu den ersten Anzeichen einer Blutvergiftung könnten Verwirrtheit und mentale Veränderungen gehören, weil das Gehirn eines der ersten betroffenen Organe sei, erläutert der Intensivmediziner Professor Konrad Reinhart vom Universitätsklinikum Jena. Starke Atemprobleme und ein beginnendes Kreislaufversagen deuten ebenfalls auf die auch Sepsis genannte Krankheit hin. Viele Betroffene klagen neben grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Schwäche auch über Herzrasen. Die Sterblichkeitsrate bei Betroffenen erhöht sich im Stundentakt um sieben bis acht Prozent.

    Roter Strich fehlt oft

    Viele Sepsis-Fälle entstehen im Krankenhaus. Das Risiko ist durch Operationen ebenso wie durch Katheter oder Beatmungsschläuche erhöht. Auch aus einer Lungenentzündung kann sich eine Sepsis entwickeln. Ein weiterer Risikofaktor ist das geschwächte Immunsystem der Patienten. Aber auch durch kleine Verletzungen, die im Alltag entstehen, kann es zu einer Blutvergiftung kommen. Das können Schürf- und Schnittwunden, aber auch Verbrennungen sein.

    Der typische rote Strich, der zum Herzen führt, tritt aber eher selten auf. Er ist lediglich ein Zeichen dafür, dass sich in den Lymphbahnen eine Entzündung ausgebreitet hat.

    Blutvergiftung durch Bakterien in der Blutbahn

    Zu einer Blutvergiftung kommt es, wenn Bakterien über offenen Wunden in den Körper gelangen. Dadurch entzündet sich die Haut. Wird die Infektion nicht behandelt, breiten sich die Bakterien über die Blutbahn im ganzen Körper aus und befallen nach und nach alle Organe. Die Folge: Die Sauerstoffversorgung der Organe verschlechtert sich und der Körper kann lebenswichtige Funktionen nicht mehr aufrechterhalten. Innerhalb weniger Stunden kann es zu einem Versagen von Niere, Lunge, Leber und Kreislauf kommen.

    Ältere Menschen besonders gefährdet

    Besonders gefährdet seien Kinder, Menschen ohne Milz und Über-60-Jährige, sagt Reinhart, der eine Stiftung mitbegründet hat, die die Forschung auf dem Gebiet fördern will. Mit Impfen gegen einige Sepsiserreger wie beispielsweise Pneumokokken, ließen sich etliche Todesfälle vermeiden. Auch bessere Hygiene im Gesundheitswesen könnte vielfach vorbeugen.

    Der Stiftung zufolge ist Sepsis die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Jährlich erkranken bis zu 150.000 Menschen daran, etwa 60.000 überleben sie nicht.

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