14.12.2012, 15:11 Uhr | amr, t-online.de
Bei einem innigen Kuss können Krankheitserreger übertragen werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Ein Kuss ist ein Zeichen der Hingabe, des Vertrauens und der Freude. Doch Küssen kann auch krank machen. Bis zu 22.000 Bakterien und Keime können bei einem leidenschaftlichen Kuss übertragen werden - darunter auch hochansteckende Erreger. Mit diesen Krankheiten können Sie sich beim intensiven Küssen anstecken.
Beim Küssen kann man sich mit verschiedenen Bakterien und Viren anstecken, die durch die Schleimhäute und Tröpfeninfektion übertragen werden. So zum Beispiel auch mit Herpes oder Grippe-Viren. Ist Ihre Immunabwehr stark, muss der Kuss Ihres verschnupften Partners aber nicht zwangsläufig zu einer Erkältung führen.
Tripper wird durch Geschlechtsverkehr übertragen, man kann sich aber auch beim Küssen infizieren. Die weltweit am häufigsten verbreitete Geschlechtskrankheit lässt sich zwar mit Antibiotika behandeln, doch zunehmend werden die Erreger dagegen resistent. Der beste Schutz vor der Infektion ist Sex mit Kondom. Die Bakterien können neben den Schleimhäuten von Harnröhre und Gebärmutterhals auch Enddarm oder Rachen besiedeln und durch entsprechende Sexualpraktiken, wie Oralverkehr, übertragen werden. Sind Hals- und Rachenraum befallen, kann sich der Kuss-Partner anstecken.
Die Übertragung der Syphilis erfordert ebenfalls engen körperlichen Kontakt. Die Geschlechtskrankheit wir beim sexuellen Kontakt übertragen. Prinzipell kann aber jede Art von Schleimhautkontakt zur Übertragung führen. Der hochansteckende Erreger nutzt kleinste Haut- oder Schleimhautverletzungen in Vagina, Mundhöhle oder Anus, um in den Körper einzudringen. Syphilis kann also auch durch Oralverkehr und Küssen übertragen werden.
Bei Hepatitis B kann die Übertragung über Blut oder andere Körperflüssigkeiten erfolgen, wie Speichel, Urin, Vaginalsekret oder Samenflüssigkeit sowie Tränen. Die Erreger dringen auch durch kleinste Verletzungen der Haut in den Körper ein und schädigen die Leber. Die meisten Menschen stecken sich zwar über sexuelle Kontakte an, doch auch intensives Küssen kommt als Übertragungsweg in Frage. Beim Kontakt mit Infizierten sollte man Hygieneartikeln, wie Nagelscheren oder Rasierer nicht gemeinsam benutzen.
Mundsoor ist ein Pilzbefall im Mund und äußert sich durch eine starke Rötung mit weißen Flecken auf der Zunge und auf der Wangen-Innenseite. Der Belag lässt sich schwer abwischen, darunter befinden sich zum Teil blutige Hautstellen. In schweren Fällen kann der Befall bis in die Speiseröhre reichen. Begleitend treten oft ein Brennen im Mundraum, ein unangenehmer Geschmack und Schluckbeschwerden auf. Gelangt eine ausreichende Keimmenge in den Mundraum, kann sich der Pilzbefall schnell ausbreiten. Beim Küssen kann die Infektion weitergegeben werden.
Auch die sogenannten Humanen Papillomviren (HPV) können beim Küssen und beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Diese Viren werden hauptsächlich für die Verursachung von Genitalwarzen und Gebärmutterhalskrebs verantwortlich gemacht. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist in erster Linie ist der Virustyp HPV16 beteiligt. Forscher fanden nun aber den Zusammenhang von HPV und Mund- und Rachenkrebs. Verantwortlich hierfür sei, nach Meinung von Experten, eine Zunahme von Oralverkehr und somit eine Verbreitung der Viren vom Genitalbereich auf den Mund- und Rachenraum.
Beim Küssen kann man sich nicht mit dem HI-Virus anstecken. Das HI-Virus kann nur übertragen werden, wenn es in ausreichender Menge in die Blutbahn oder auf die Schleimhäute gelangt. Laut der Deutschen Aids-Hilfe ist das Virus sehr empfindlich und außerhalb des menschlichen Körpers unter Alltagsbedingungen nicht überlebensfähig. HI-Viren ist zwar auch in Urin, Kot, Speichel, Schweiß und Tränenflüssigkeit nachgewiesen, jedoch nur in sehr geringer Menge. Für eine Ansteckung reicht das in der Regel nicht aus.
Küssen macht Spaß und bringt gute Laune - deshalb sollte man sich diese schöne Gefühl nicht verderben lassen. Außerdem teilt man diese innige Erlebnis auch nicht mit jedem, sondern vorzugsweise mit dem Partner, den man ja gut kennt. Vom Fremdküssen ist eher abzuraten. Denn je mehr Menschen man küsst, desto größer ist die Gefahr, dass man sich ansteckt.
Quelle: amr, t-online.de
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