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Krebstherapie: Jeder zweite Krebspatient wird geheilt

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Fakten, die Mut machen  

Heilungschancen bei Krebs stark gestiegen

22.12.2016, 09:39 Uhr | Andrea Goesch

Krebstherapie: Jeder zweite Krebspatient wird geheilt. Neue Tumortherapien und schonende OP-Techniken machen Krebspatienten Hoffnung.  (Quelle: dpa)

Die Krebsforschung hat in den letzten Jahren viele Fortschritte gemacht, die nicht nur die Heilungschancen, sondern auch die Lebensqualität von Tumorpatienten verbessern. (Quelle: dpa)

Die Diagnose Krebs ist ein Schicksalsschlag, der die meisten Menschen aus ihren gewohnten Bahnen wirft. Doch sie muss noch lange nicht das Ende bedeuten. Schließlich hat die Medizin in den Bereichen Früherkennung und Therapie enorme Fortschritte gemacht. Gerade bei häufigen Tumorarten wie Hautkrebs, Darmkrebs oder Prostatakrebs haben sich die Heilungschancen stark verbessert. Bei Hodenkrebs liegt die Heilungsrate sogar bei mehr als 95 Prozent. Wir haben zehn Fakten zusammengetragen, die Krebspatienten Mut machen.

Die Zahl der Menschen, die an Krebs erkranken wächst - unter anderem, weil wir immer älter werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Tumor ein Todesurteil ist.

"Jeder zweite Krebspatient wird geheilt"

Je früher die Diagnose gestellt wird und die Behandlung beginnt, desto besser sind die Therapiechancen. "Jeder zweite Krebspatient wird geheilt. Die Fortschritte sind also erheblich", sagt der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Professor Otmar Wiestler. Zum Vergleich: Vor 30 Jahren konnten nur 30 Prozent der Krebserkrankungen geheilt werden.

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Von Heilung sprechen Mediziner, wenn bei einem Patienten fünf Jahre nach erfolgreicher Behandlung keinerlei Hinweise mehr auftauchen, dass noch Tumorzellen vorhanden sind. Die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls ist dann sehr gering.

Positive Prognose für bestimmte Tumore

Bei bestimmten Krebsarten sind die Heilungschancen besonders gut. "Es gibt einzelne Tumorarten, die wir heute viel besser als früher behandeln können", sagt der Onkologe Professor Dr. Thomas Zander von der Uniklinik Köln. Hierzu zählten insbesondere die Leukämien und Lymphome, die heute in vielen Fällen geheilt werden könnten - auch wenn sie in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt werden. Auch die Überlebensraten für Prostatakrebs, Brustkrebs, schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) und Darmkrebs sind laut Auskunft des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) deutlich gestiegen.

Hierzu hat vor allem eine verbesserte Früherkennung beigetragen. Das wird am Beispiel von Darmkrebs besonders deutlich. "Seit 2002 ist die Darmkrebsspiegelung Bestandteil des Programms zur Krebsfrüherkennung", sagt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes am DKFZ. "Hierdurch konnten von 2003 bis 2010 fast 100.000 Fälle von Darmkrebs verhindert werden. Knapp 50.000 Fälle wurden in einem frühen, heilbaren Stadium entdeckt."

Fortschritte in Chemo- und Strahlentherapie

Die Tatsache, dass einige Therapien verträglicher geworden sind, konnte bei zahlreichen Krebspatienten die Lebensqualität steigern. Ein Beispiel hierfür ist die Chemotherapie, die für die Patienten zwar immer noch belastend, aber auch verträglicher geworden ist. "Wenn Nebenwirkungen zu erwarten sind, werden heute in der Regel vorbeugend Medikamente eingesetzt, um die Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten", sagt Dr. Weg-Remers. Auch in der Strahlentherapie gebe es Fortschritte. Hier ermöglichen neue Technologien, den Tumor punktgenau zu bestrahlen. Weg-Remers: "Zum Teil werden auch Strahlenarten eingesetzt, die erst gezielt bei bestimmten Eindringtiefen in Gewebe abgebremst werden und ihre Energie freisetzen." Dadurch könne gesundes Gewebe geschont werden.

Neue Techniken ermöglichen schonendere OPs

Auch beim Entfernen von Tumoren hat sich einiges getan. Neue Techniken machen es möglich, schonender zu operieren. So werden mittlerweile zahlreiche Eingriffe im Bereich des Dickdarms minimalinvasiv durchgeführt. Dieses Verfahren ist weitaus schonender und vermindert das Risiko unerwünschter Nachwirkungen. Die Vorteile für den Patienten sind ein geringerer Blutverlust und ein schnellerer Heilungsverlauf.

"Es ist nicht wahrscheinlich, dass minimalinvasive OP-Techniken tatsächlich zu einer verbesserten Heilungschance beitragen", sagt Weg-Remers. Sie können aber die Belastung der Patienten durch die Operation vermindern. So gehe beispielsweise beim Brustkrebs der Trend zu weniger 'radikalen' Operationsverfahren. Die meisten Brusttumoren könnten inzwischen brusterhaltend operiert werden, ohne dass sich die Prognose für die Betroffenen dadurch verschlechtert.

Gegen einige Krebsarten kann man impfen

Nicht nur über die Heilung, auch über die Entstehung der Tumore wissen Mediziner inzwischen sehr viel. So entdeckte Harald zur Hausen in den 80er Jahren, dass ein Großteil der Tumore am Gebärmutterhals durch Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst wird. Es wurde ein Impfstoff entwickelt, der seit einigen Jahren zu den Standardimpfungen bei jungen Mädchen gehört. Auch bei weiteren Krebsarten wird ein Zusammenhang mit Viren vermutet, so zum Beispiel bei Tumoren im Mund- und Rachenraum sowie bei Lebertumoren.

Mehr Lebensqualität auch bei Unheilbarkeit

Selbst wenn ein Krebs nicht als vollständig geheilt gilt, können viele Patienten oft noch Jahre damit leben. Neue Medikamente und Therapien im Bereich der Palliativmedizin tragen zudem zu einer verbesserten Lebensqualität bei. Ein Beispiel hierfür ist das metastasierende Nierenkarzinom: "Bis 2006 stand nur die Immuntherapie als systemische Therapie zur Verfügung", sagt Dr. Weg-Remers. Heute stehen neue Medikamente für eine zielgerichtete Therapie zur Verfügung. "Diese kann die Überlebenszeit der betroffenen Patienten verlängern, auch wenn keine Heilung möglich ist."

Jeder kann sein Krebsrisiko senken

Viele Menschen glauben, dass eine Krebserkrankung Schicksal ist und sie ihr Risiko nicht beeinflussen können, doch das ist falsch. Mindestens 40 Prozent der Krebserkrankungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil vermeiden. Das Deutsche Krebsforschungszentrum rät vor allem zum Rauchverzicht. Auch Übergewicht sollte vermieden werden. Körperliche Bewegung, Sonnenschutz, ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf übermäßig viel Alkohol senken ebenfalls das Krebsrisiko. Wer zusätzlich noch die Früherkennungsmaßnahmen wahrnimmt, erhöht seine Chance, dass ein Tumor früh entdeckt wird und dadurch besser zu behandeln ist.

Für Fragen von Patienten, deren Angehörige und interessierten Bürgern hat der Krebsinformationsdienst (KID) eine Telefonhotline eingerichtet, die täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr unter der Nummer 0800 – 420 30 40. Oder per E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de.

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