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Phänomen Reizmagen: Was den gestressten Magen beruhigt

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Phänomen Reizmagen  

Das Leiden, bei dem die Ärzte nichts finden

30.06.2015, 10:27 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Phänomen Reizmagen: Was den gestressten Magen beruhigt. Frauen leiden doppelt so häufig am Reizmagen wie Männer.   (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Frauen leiden doppelt so häufig am Reizmagen wie Männer. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Andauernde Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Sodbrennen: Patienten, die unter einem Reizmagen leiden, haben oft eine Ärzte-Odyssee hinter sich. Denn so präsent die Beschwerden auch sind – eine organische Ursache gibt es nicht. Mit der richtigen Ernährungsweise lassen sich die Beschwerden lindern.

Der Reizmagen, auch funktionelle Dyspepsie genannt, wird von den Betroffenen nicht nur körperlich als sehr belastend empfunden. Auch die Psyche steht unter einem enormen Druck: Wie reagiert mein Körper auf das Essen? Wo finde ich die nächste Toilette? Was mache ich, wenn mir im Meeting schlecht wird? – Fragen, mit denen sich der Erkrankte ständig auseinandersetzen muss.

Reizmagen trifft Frauen häufiger

Bei etwa der Hälfte der Betroffenen diagnostizieren Ärzte neben dem Reizmagen zudem eine Gastritis, also eine Magenschleimhautentzündung. Viele Patienten leiden außerdem unter einem Reizdarmsyndrom. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) gehören der Reizmagen und das Reizdarmsyndrom zu den häufigsten Verdauungsstörungen. Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung sind betroffen, Frauen doppelt so häufig wie Männer.

Genaue Ursache des Reizmagens nicht bekannt

Das Tückische: Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse über die Ursachen des Leidens. Organisch ist meist alles in Ordnung. Ärzte vermuten, dass gestörte Bewegungsabläufe im Verdauungstrakt die Beschwerden auslösen. Zudem werden ein überempfindliches Nervensystem des oberen Magen-Darm-Trakts, eine intensivere Schmerzwahrnehmung, ein gestörtes Immunsystem sowie genetische Faktoren als Auslöser diskutiert. Auch psychische Belastungen, darunter Stress, Angst und Depressionen, können den Magen-Darm-Trakt belasten.

Reizmagen ist nicht heilbar

Eine vollständige Heilung ist nach derzeitigem Stand der Forschung nicht möglich. Der Fokus der Behandlung liegt daher darauf, die Beschwerden zu lindern. Im Akutfall kommen meist Medikamente, beispielsweise Säurehemmer oder Krampflöser, zum Einsatz. Doch diese sind keine dauerhafte Lösung.

Stressabbau kann Beschwerden lindern

Langfristig zählt vor allem, den Lebensstil anzupassen. Um innere Anspannung abzubauen, empfehlen Ärzte beispielsweise Yoga, autogenes Training, progressive Muskelentspannung und Meditation. Ausdauersportarten wie Radfahren, Joggen und Schwimmen können ebenfalls helfen, den Stresspegel zu senken. Die Experten sind sich einig: Bewegung ist ein gutes Ventil für psychischen Druck.

Eine spezielle Diät gibt es nicht

Auch neue Essgewohnheiten helfen, die Symptome zu verbessern. Eine komplette Ernährungsumstellung ist in den meisten Fällen allerdings nicht notwendig, eine spezielle Diät für Betroffene gibt es nicht. Der Grund: Jeder reagiert anders auf bestimmte Nahrungsmittel. Ein Ernährungsprotokoll kann helfen, kritische Lebensmittel aufzuspüren.

Die Verdauung beginnt bereits im Mund

Ärzte empfehlen, mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu essen. Damit kann der Magen besser umgehen als mit großen Portionen. Wichtig ist auch, sich Zeit fürs Essen zu nehmen, sich darauf zu konzentrieren und ausreichend zu kauen. Denn die Verdauung beginnt bereits im Mund.

Am besten stilles Wasser trinken

Bei Durst sollte man zu stillem Wasser und Kräutertees greifen, da sie den Magen schonen. Kohlensäurehaltige und säurereiche Getränke hingegen bedeuten Stress für den Magen. Alkohol, Koffein und Nikotin reizen die Magenschleimhaut ebenfalls und können die Symptome verstärken.

Auch stark gewürzte, scharfe und fettige Speisen werden von den meisten Betroffenen nur schlecht vertragen, sehr heiße oder kalte Lebensmittel meist als unangenehm empfunden.

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