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Gedächtnistraining im Alter

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Fit im Alter  

Bereits einfache Übungen trainieren das Gedächtnis

02.10.2015, 16:31 Uhr | Sabine Meuter, dpa-tmn

Gedächtnistraining im Alter. Fit im Kopf bleibt nur, wer auch seinen Körper in Schwung hält. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Fit im Kopf bleibt nur, wer auch seinen Körper in Schwung hält. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Namen sind wie ausgelöscht und die Erinnerung verblasst: Dass das Gedächtnis mit den Jahren schlechter wird, ist normal. Trotzdem können Senioren einiges dafür tun, ihre grauen Zellen fit zu halten. Diese Übungen trainieren das Gedächtnis - und das ganz nebenbei im Alltag.

Ältere Menschen lieben es, in der Zeitung das Kreuzworträtsel oder das Sudoku zu lösen. Doch solche Denksportaufgaben allein reichen nicht, um das Gedächtnis nachhaltig zu trainieren. Wer auch im Alter geistig fit sein will, muss mehr tun.

Übungen individuell gestalten

Dazu gehört vor allem, öfter mal festgefahrene Gewohnheiten zu durchbrechen und etwas Neues auszuprobieren. Aber es gibt auch gezielte Trainingsmöglichkeiten für das Gedächtnis.

Wer im Internet die Suchbegriffe "Senioren", "Gedächtnistraining" und "Übungen" eingibt, findet Übungen, die kostenlos heruntergeladen werden können. Allerdings: "Man muss sich bewusst sein, dass ein bestimmtes Training nicht das gesamte Gedächtnis verbessert", sagt Beatrice G. Kuhlmann, Juniorprofessorin für Kognitive Psychologie an der Universität Mannheim. Je nachdem, wo es im Denkapparat hapert, müssen auch die Übungen gestaltet werden.

Namensgedächtnis mit Illustrierten stärken

Will man das Erinnern von Namen mit den dazugehörigen Gesichtern trainieren, kann man zum Beispiel eine Illustrierte mit den dort abgebildeten Personen-Fotos betrachten, die dazugehörigen Namen studieren - und später die Bildunterschriften abdecken und das Gelesene aus dem Gedächtnis abrufen. "Erfolgreiches Gedächtnistraining ist immer auch Konzentrations- und Aufmerksamkeitstraining", sagt Andrea Friese. Sie ist Pädagogische Leiterin beim Bundesverband Gedächtnistraining (BVGT). Viele Gedächtnisprobleme sind nach ihren Angaben Konzentrationsprobleme.

Gezieltes Training gibt es in Volkshochschul-Kursen

Die Konzentrationsfähigkeit lässt sich durch eine gezielte Wahrnehmungsschulung steigern. Wer Anregungen für Übungen zu Hause sucht, kann auch Kurse für Ganzheitliches Gedächtnistraining besuchen. "Sie sind inzwischen festes Angebot in Weiterbildungseinrichtungen wie etwa Volkshochschulen oder Familienbildungsstätten", sagt Friese. Denkflexibilität kann nach ihren Worten auch zwischendurch im Alltag trainiert werden. Zum Beispiel kann man sich zu jedem Buchstaben des eigenen Vornamens einen Namen und eine Tätigkeit suchen. Etwa bei A: Anni arbeitet.

Wer Probleme hat, sich Namen zu merken, kann den Namen einer Person mit ihren Merkmalen verbinden, wie Kuhlmann sagt: "Vielleicht hat Frau Bäcker rote Haare, dann kann man sich eine Bäckerin am Ofen in einer roten Schürze vorstellen, um sich das zu merken."

Fleißiges Üben macht sich bezahlt

In der Forschung ist laut Kuhlmann sehr gut belegt, dass ältere Erwachsene in vielen kognitiven Aufgaben, also Denkaufgaben, besser werden, wenn sie üben. "Verbesserungen in anderen kognitiven Aufgaben, sogenannte Transfereffekte, werden selten beobachtet", erklärt Kuhlmann.

Forscher sind sich einig, dass man kognitive Fähigkeiten nicht erweitern oder vergrößern kann. "Vielmehr scheint man lernen zu können, mit den spezifischen Anforderungen einer bestimmten Aufgabe besser umzugehen." Deshalb verbessert Sudoku nur die Fähigkeit, diese Zahlenrätsel zu lösen. Dem Namensgedächtnis hilft das nicht.

Körperliche Bewegung fördert die Gehirndurchblutung

Wer etwas für seine geistige Leistungsfähigkeit tun will, sollte aber auch den Körper in Bewegung halten. Darauf weist Erhard Hackler von der Deutschen Seniorenliga in Bonn hin. "Regelmäßige körperliche Bewegung steigert die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung des Gehirns, und es steigert auch die Denkfähigkeit", betont Hackler.

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