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Partnerschaft: Warum sich viele Paare im Januar trennen

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Warum sich viele Paare im Januar trennen

10.01.2013, 09:50 Uhr | hut

Warum sich viele Paare im Januar trennen. Nach den Feiertagen kriselt es bei Paaren häufig. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nach den Feiertagen kriselt es bei Paaren häufig. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kaum ist das Feuerwerk verraucht, wird die Scheidung eingereicht. Prominente Paare wie Sylvie und Rafael van der Vaart und Bettina und Christian Wulff machen es vor. Die einstigen Traumpaare gaben noch in der ersten Januarwoche ihre Trennung bekannt. Bei den beiden Promipaaren handelt es sich jedoch keineswegs um Einzelfälle.

Hinter dem Schein des Traumpaars schwelen die Konflikte

Sie lächeln, sie kuscheln, sie tuscheln. In der Öffentlichkeit tragen prominente Paare oft eine perfekte Ehe zur Schau. Für Außenstehende mag eine Trennung daher völlig unerwartet scheinen. Psychologin Felicitas Heyne weiß jedoch, dass insbesondere bei einer öffentlich stark zur Schau gestellten Liebe häufig der Schein trügt: "Gerade bei den van der Vaarts hatte man ja den Eindruck einer sehr 'inszenierten' heilen Welt", erklärt sie. "Da würde ich doppelt annehmen, dass die eher gut darin waren, nach außen die innen vorhandenen Konflikte schon seit langem gut und professionell zu vertuschen".

Konflikte kochen zu Jahresende oft hoch

Die Ursachen für eine Trennung finden sich also nicht in einem verpatzten Weihnachtsfest oder schlechter Stimmung am Silvesterabend. In der Regel schwelen die Konflikte schon viel länger, erklärt Heyne. Warum es dann ausgerechnet im Januar krache, habe zum einen mit der allgemeinen Aufbruchstimmung zum neuen Jahr zu tun, zum anderen aber auch wesentlich mit dem Stresspotenzial von Feiertagen.

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Feiertage sind ein echter Stressfaktor

"Die Feiertage sind auch für funktionierende Beziehungen oft eine massive Belastung", erklärt Heyne, "doppelt und dreifach daher für Beziehungen, in denen es eh schon kriselt". Einer der Gründe dafür sei, dass die meisten Leute mit total überhöhten Erwartungen an die Feiertage herangingen. Da seien Enttäuschungen vorprogrammiert und die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit dann besonders deutlich, so Heyne. Zudem entstehe durch die Annahme, die Feiertage müssten ganz besonders sein, großer Stress für alle Beteiligten. Und den man lasse man gerne am Partner aus. Nach Anfang Januar schnellt daher zu Ostern die Zahl der Trennungen erneut in die Höhe.

Alkohol schwächt die Impulskontrolle

Auch nicht zu unterschätzen sei der Einfluss von Alkohol, so Heyne. Der wird zu den Feiertagen ja gerne etwas umfangreicher konsumiert und schwäche dann die Impulskontrolle. Das trage nicht unwesentlich zu den Streitigkeiten bei, so die Psychologin.

Mit dem Jahreswechsel kommt das Bedürfnis nach einem Neuanfang

Dennoch trennen sich die wenigsten Paare an den Feiertagen selbst. Sei es aus Rücksicht auf Kinder oder weil man an diesen Tagen nicht gerne alleine ist. Mit dem neuen Jahr jedoch entsteht ein Gefühl von Neuanfang. Es ist eine Zeit der Vorsätze und klaren Schnitte. Und dies gilt sowohl für unzufriedene Paare, die dann eher zur Trennung neigen, als auch für Singles, erklärt Heyne. "Partnerbörsen im Internet beispielsweise machen nie so gute Geschäfte mit Neuregistrierungen wie im Januar - sämtliche Singles nehmen sich dann vor, das nächste Weihnachten und Silvester ganz sicher nicht wieder allein zu sein und starten intensiv mit der Partnersuche".

Wann es zu spät ist

Häufig rettet selbst ein entspannter Start ins neue Jahr keine angeknackste Beziehung mehr. "Die allermeisten Paare suchen sich einfach viel zu spät Hilfe", kritisiert Heyne. Im Schnitt kämen Paare sieben Jahre zu spät zur Paartherapie. Da könne diese nur noch selten helfen. In einer Beziehung gibt es einen "point of no return", so Heyne, einen Punkt, "an dem sich einfach schon so viele unverarbeitete Kränkungen, Verletzungen und Frustrationen angehäuft haben, dass selbst der beste Paartherapeut die dann nicht mehr wegzaubern kann. Dann geht es wirklich nicht mehr anders als mit einer Trennung. Sehr schade!"

 
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