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Anschlag in Kabul: Kind zündet Bombe und tötet mehrere Menschen

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Anschlag in Kabul  

Kind zündet Bombe und tötet mehrere Menschen

31.10.2017, 17:27 Uhr | dru, dpa, t-online.de

Anschlag in Kabul: Kind zündet Bombe und tötet mehrere Menschen. Polizisten und Helfer tragen einen verletzten Mann vom Ort der Explosion im Diplomatenviertel von Kabul weg. (Quelle: Reuters/Mohammad Ismail)

Polizisten und Helfer tragen einen verletzten Mann vom Ort der Explosion im Diplomatenviertel von Kabul weg. (Quelle: Mohammad Ismail/Reuters)

Wieder soll die Terrormiliz Islamischer Staat ein Kind als Selbstmordattentäter missbraucht haben. In der afghanischen Hauptstadt Kabul zündete ein Junge mitten im Diplomaten- und Regierungsviertel seinen Sprengsatz und riss mindestens fünf Menschen mit in den Tod. Der Täter war offenbar keine 14 Jahre alt.

Zwanzig Menschen seien bei der Explosion verletzt worden, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Wahidullah Madschroh. Der Sprecher der Kabuler Polizei, Basir Mudschahid, erklärte, alle Opfer seien Afghanen und Zivilisten.

Der Attentäter sei wohl zwischen zehn und 14 Jahre alt gewesen, sagte Polizeisprecher Mudschahid. Auf Videobildern sei zu sehen, wie der Junge eine Plastiktüte die Straße hinunter trug. Möglicherweise sei er aber unwissentlich in die Sache hineingeraten. Es sei zumindest möglich, dass jemand ihm die Bombe gegeben habe, ohne dass er davon wusste, so Mudschahid.

Auf wen oder was genau der Attentäter oder seine Auftraggeber es abgesehen hatte, blieb zunächst unklar. Der Sprengsatz detonierte mitten auf einem Bürgersteig in der sogenannten Grünen Zone. In der Nähe liegen die Büros des staatlichen Fernsehens, ausländische Botschaften und das Büro für auswärtige Beziehungen des Verteidigungsministeriums. Aus einer Stellungnahme des Ministeriums ging hervor, dass Ministeriumsangestellte nicht betroffen waren.

Polizisten schleppen einen verletzten Mann zu einem Pick-up-Truck. Bei dem Anschlag sollen mindestens 20 Menschen verletzt worden sein. (Quelle: Reuters/Mohammad Ismail)Polizisten schleppen einen verletzten Mann zu einem Pick-up-Truck. Bei dem Anschlag sollen mindestens 20 Menschen verletzt worden sein. (Quelle: Mohammad Ismail/Reuters)

Kind schlich sich in schwerbewachte Zone

Der Attentäter hatte sich offenbar problemlos in eine schwerbewachte Zone eingeschlichen. Die sogenannte Straße 14 führt in einen normalerweise an allen Zugangsstraßen abgesperrten Block, in dem sich unter anderem das Nato-Hauptquartier, der Präsidentenpalast, die US-Botschaft, die britische Botschaft und das Büro der Weltbank befinden. An einem anderen Ende des Blocks liegt auch die deutsche Botschaft, vor der Ende Mai eine schwere Lastwagenbombe explodiert war. Rund 150 Menschen starben damals.

Seit Jahresanfang hat es in Kabul damit 17 schwere Anschläge mit Hunderten Toten und Verletzten gegeben. Hinter ihnen steckten sowohl die radikalislamischen Taliban als auch der IS. Kämpfer des sunnitischen Islamischen Staates hatten erst vor elf Tagen eine schiitische Moschee angegriffen und 71 Menschen getötet. Am selben Tag waren in einem Selbstmordanschlag der Taliban auf den Bus einer Militärakademie 15 Menschen ums Leben gekommen.

Ein afghanischer Polizist kontrolliert eine Straße in der Nähe des Anschlagsortes. (Quelle: Reuters/Omar Sobhani)Ein afghanischer Polizist kontrolliert eine Straße in der Nähe des Anschlagsortes. (Quelle: Omar Sobhani/Reuters)

IS missbraucht Kinder als Selbstmordattentäter

Die Terrormiliz Islamischer Staat ist bekannt dafür, selbst Kinder für Selbstmordattentate zu missbrauchen. Im August 2016 sprengte sich ein mutmaßlich minderjähriger Attentäter auf einer Hochzeit im türkischen Gaziantep in die Luft – mindestens 54 Menschen wurden getötet. Im Bürgerkrieg im benachbarten Syrien sollen dutzendfach Kinder als Selbstmordangreifer benutzt worden sein – wohl auch, weil sie Sicherheitskräften oft als unverdächtig erscheinen.

Besonders skrupellos geht auch die Terrorgruppe Boko Haram aus Nigeria vor. In diesem Jahr sollen die Terroristen bereits mehr als 80 Kinder und Jugendliche, vor allem Mädchen, als "menschliche Bomben" missbraucht haben, so das UN-Kinderhilfswerks Unicef. Ein Opfer soll sogar noch ein Baby gewesen sein, das eines der Mädchen tragen musste.

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