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Frauke Petry (AfD) kann Entsetzung der Wähler verstehen

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Petry über AfD-Skandale  

"Ich verstehe, wenn die Wähler entsetzt sind"

21.09.2017, 10:17 Uhr | dpa, AFP, jmt

Frauke Petry (AfD) kann Entsetzung der Wähler verstehen. AfD-Parteivorsitzende Frauke Petry bringt sich für die Zeit nach der Wahl in Stellung und schießt gegen den völkischen Parteiflügel, zum dem auch Spitzenkandidat Alexander Gauland zählt. (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)

AfD-Parteivorsitzende Frauke Petry bringt sich für die Zeit nach der Wahl in Stellung und schießt gegen den völkischen Parteiflügel, zum dem auch Spitzenkandidat Alexander Gauland zählt. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa)

AfD-Parteivorsitzende Frauke Petry meldet sich nach langer öffentlicher Abwesenheit mit einem Donnerschlag zurück: "Ich verstehe, wenn die Wähler entsetzt sind", sagt Petry zu den jüngsten Ausfällen des AfD-Spitzenduos Gauland und Weidel. Sie schildert, dass viele bürgerliche Wähler sich abwenden.

Die parteiinternen Konflikte gingen nicht spurlos an der AfD und den Wählern vorüber, sagt Petry der "Leipziger Volkszeitung". Spätestens seit dem Kölner Parteitag ist einer breiten Öffentlichkeit der interne Richtungsstreit bekannt, der zwischen dem völkischen "Flügel" und dem gemäßigten Teil der Partei tobt. Erst kürzlich ging die "Alternative Mitte", die aus letzterem hervorging mit Social-Media-Auftritten an die Öffentlichkeit. Viele bürgerliche Mitglieder verließen allerdings die Partei bereits.

Petry: Richtungsstreit "verunsichert die Wähler"

"Wenn nicht klar ist, wohin die Partei steuert, verunsichert das die Wähler", sagt Petry nun. Die AfD-Stammklientel lasse sich zwar nicht beirren, weil sie sich in den letzen Jahren an solche Auseinandersetzungen gewöhnt habe. "Es ist aber auch zu erleben, dass sich gerade viele bürgerliche Wähler abwenden. Das liegt auch an den Schlagzeilen, wie sie in jüngster Zeit produziert werden, und bei denen man sich jedes Mal fragt, ob sie tatsächlich wahr und damit ein Skandal sind."

Vor dem Parteitag in Köln hatte Correctiv über einen möglichen Plan der Parteivorsitzenden Petry berichtet, die Partei mit ihr loyalen Abgeordneten zu verlassen, sollte sie den rechten "Flügel" nicht auf Linie bringen können. Seitdem ist sie für viele in der Partei ein rotes Tuch. Schon zuvor hatte der Konflikt um den AfD-Rechtsaußen Björn Höcke einen tiefen Graben durch die Partei gezogen. AfD-nahe Medien sprachen mitunter von "der irren Petry-Clique", wenn der gemäßigtere Parteiflügel gemeint war – dort mache "Ausschließeritis" die Runde. Petry hatte das Parteiausschlussverfahren gegen Höcke durchgesetzt.

Petry im bundesweiten Wahlkampf unsichtbar

Auf dem Parteitag selbst wurde Petry dann zunächst de facto kaltgestellt. Weidel und Gauland wurden zum Spitzenduo für die Bundestagswahl gewählt. Im Wahlkampf war die Bundesvorsitzende über Sachsen hinaus deswegen kaum sichtbar. Kontakt zum restlichen Bundesvorstand bestehe schon seit einiger Zeit nicht mehr, ließen andere Bundesvorstandsmitglieder öffentlich wissen. In ihrem Herkunftsland Sachsen ist Petry weiter Spitzenkandidatin der Partei.

Die Bundesvorsitzende verteidigt nun gegenüber der Leipziger Volkszeitung ihren auf dem Kölner Parteitag gescheiterten Zukunftsantrag, der von vielen Beobachtern als fast schon symbolische Niederlage gedeutet wurde. "Ich hatte gehofft, die AfD personell und strukturell so aufzustellen, um ab 2021 regieren zu können", sagt sie. "Das wäre aber nur gegangen, wenn der Wähler weiß, was er mit der AfD bekommt – mit einer Fundamentalopposition oder einer Bewegungspartei, wie es große Teile der Partei sehen, geht das nicht."

Petrys Äußerungen nähren Spekulationen, wie es nach dem Einzug in den Bundestag mit der Partei weitergehen könnte. Trotz ihrer isolierten Stellung im Bundesvorstand ist Petry – gegen die derzeit ein Strafverfahren wegen mutmaßlichen Meineids läuft – weiter einflussreich im gemäßigten Flügel der Partei. Und der könnte in der Bundestagsfraktion stark vertreten sein. Der Kampf der Partei um den Einzug in den Bundestag scheint in erreichbarer Nähe. Das Ende des Machtkampfes in der Partei ist noch lange nicht in Sicht. Im November stimmt die Partei neu über den Parteivorsitz ab.

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