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Hitlers Geburtshaus: Ehemalige Eigentümerin wehrt sich gegen Enteignung

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Streit um Hitlers Geburtshaus in Braunau  

Ehemalige Eigentümerin wehrt sich gegen Enteignung

31.01.2017, 19:04 Uhr | dpa, AFP

Hitlers Geburtshaus: Ehemalige Eigentümerin wehrt sich gegen Enteignung. In diesem Eckhaus in Braunau am Inn wurde Adolf Hitler am 20. April 1889 geboren. (Quelle: AP/dpa)

In diesem Eckhaus in Braunau am Inn wurde Adolf Hitler am 20. April 1889 geboren. (Quelle: AP/dpa)

Seit Jahren streiten der österreichische Staat und die bisherige Eigentümerin des Geburtshauses von Adolf Hitler über den Umgang mit dem Gebäude. Auch mit ihrer Enteignung will sich die Frau nicht abfinden und klagt vor dem Verfassungsgericht gegen das im Dezember erlassene Gesetz.

Einen entsprechenden Bericht der Wiener Zeitung "Kurier" bestätigte ein Sprecher des Gerichts. "Im Extremfall könnte das so weit gehen, dass das Gesetz ungültig ist", sagte der Sprecher.

Regierung will keine Pilgerstätte für Neonazis

Das österreichische Parlament hatte die Vorlage im Dezember verabschiedet, um den jahrelangen Streit um das Haus zu beenden. Das Gesetz, das eigens auf den Fall zugeschnitten war, erklärte die Eigentümerin für enteignet und führte das Gebäude in Staatsbesitz über. Die Regierung will verhindern, dass sich das Gebäude zu einer Pilgerstätte für Neonazis entwickelt.

Das Haus in Braunau am Inn, in dem Adolf Hitler am 20. April 1889 geboren wurde, war fast 100 Jahre lang im Besitz der Familie der Frau. Seit Anfang der 70er Jahre war das Gebäude an die österreichische Regierung verpachtet. Seit 2011 steht das 800 Quadratmeter große Eckhaus aber leer, weil die Eigentümerin keine Erlaubnis für dringend notwendige Renovierungsarbeiten erteilte. Auch mehrere Kaufangebote des Innenministeriums lehnte die Frau ab.

Gesamte Liegenschaft entzogen

Der Anwalt der Klägerin kritisiert, dass der Staat der Eigentümerin die gesamte Liegenschaft entzogen habe. Diese umfasse aber nicht nur das Haus, sondern als größeren Teil Garagen und Parkplätze.

Auch mehrere Kulturorganisationen in der 17.000-Einwohner-Stadt stellten sich zuletzt gegen den Abriss. Vor dem Gebäude befindet sich derzeit ein aus dem ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen stammender Mahnstein aus Granit. Darauf steht: "Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus. Millionen Tote mahnen."

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