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    Argentiniens "Atlantis" wieder aufgetaucht

    19.03.2013, 12:30 Uhr | t-online.de

    Argentiniens "Atlantis" wieder aufgetaucht. Die argentinische Kleinstadt Villa Epecuén lag für Jahrzehnte unter zehn Metern Wasser (Quelle: AFP)

    Die argentinische Kleinstadt Villa Epecuén lag für Jahrzehnte unter zehn Metern Wasser (Quelle: AFP)

    Argentinien stellt nicht nur den neuen Papst, das Land in Lateinamerika hat auch sein eigenes Atlantis: 25 Jahre lang lag eine Kleinstadt verborgen unter dem Wasser. Nachdem sich die Wassermassen langsam zurückgezogen haben, wurde ein einmaliger Blick auf die Ruinen frei.

    Einst war Villa Epecuén ein blühender Kurort an einem Salzwassersee, berichtet die britische Zeitung "Daily Mail".

    Versunken unter zehn Metern Wasser

    Doch am 10. November 1985 änderte sich das schlagartig, als nach heftigen Regenfällen der Damm brach, und sich der See über den 1500-Seelen-Ort ergoss. Die 550 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt Buenos Aires gelegene Stadt versank in zehn Meter tiefem Wasser.

    Die Bewohner hatten kaum Zeit ihre Habseligkeiten zu packen und zu fliehen - verrostete Motorblöcke in den Straßen und aus dem Wasser ragende Betten zeugen vom früheren Alltag des Städtchens.

    "Ich hatte mehrere Hunde und Katzen", berichtete eine ehemalige Bewohnerin der Nachrichtenagentur AFP. "Sie sind ein paar Tage vor der Flut abgehauen und ich habe sie nie wieder gesehen. Ich glaube meine Haustiere konnten die nahende Flut spüren."

    See mit Heilkräften

    Seit 2009 zieht sich das Wasser allmählich zurück. Vor der Flut konnte die Stadt 20.000 Touristen im Jahr verbuchen. Der See, dessen Salzkonzentration nur von der des Toten Meeres übertroffen wird, war seit Jahrhunderten berühmt für seine therapeutischen Eigenschaften.

    Unter anderem soll das Wasser Depressionen, Rheuma, Hautkrankheiten, Blutarmut und sogar Diabetes kurieren können.

    Einer trotzte dem Wasser

    Doch auch nachdem die Stadt in den letzten Jahren langsam wieder aufgetaucht war, hatte man sich nicht die Mühe gemacht sie wieder aufzubauen. Lediglich ein Mann hat den Fluten getrotzt und ist in dem Gebiet geblieben.

    "Bis ungefähr vier oder fünf Jahre nach der Flut, als das Wasser noch sehr hoch stand, kam niemand hier vorbei", erzählte der 81-jährige Pablo Novak. "Ich war die ganze Zeit alleine."

    Er verbrachte seine Tage damit, durch die Ruinen zu streifen. In den letzten Jahren traf er dabei auch häufiger auf Besucher: Sie kommen in das argentinische "Atlantis", um brauchbare Materialen zum Recyceln zu suchen.

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