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Wie Sie eine Überweisung zurückholen können

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Finanztipps  

Wie Sie eine Überweisung zurückholen können

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Unterläuft Ihnen beim Ausfüllen des Überweisungsformulars ein Zahlendreher und das Geld landet auf einem falschen Konto, müssen Sie für Ihren Fehler haften. Das bringt die EU-Richtlinie zum Zahlungsverkehr mit sich, die bereits am 31. Oktober 2009 in Kraft getreten ist. Ein Rückruf-Service wird von vielen Banken für solche Fehl-Überweisungen angeboten – allerdings meist kostenpflichtig und unter Vorbehalt. Wir sagen Ihnen, wie Sie am besten vorgehen.

Ziel der EU-Richtlinie ist es, die Bankgeschäfte in allen EU-Mitgliedsstaaten zu vereinfachen und einheitlicher zu gestalten. Leider steigt dabei auch das Risiko auf Seiten der Verbraucher. Diese müssen jetzt bei Geldüberweisungen noch vorsichtiger sein und ihre Kontoführung im Blick haben.

Seit der Neuregelung müssen sich Banken nur noch an der sogenannten Kundenkennung orientieren. Die Banken sind nicht mehr dazu verpflichtet, den Namen des Empfängers mit der Kontonummer auf dem Überweisungsformular abzugleichen, berichtet das "Manager Magazin" online.

Wie Sie eine Überweisung zurückholen können. Überweisung: Verbraucher sollten vorsichtiger sein (Quelle: Archiv)

Überweisung: Verbraucher sollten vorsichtiger sein (Quelle: Archiv)

Falsche Kontonummer angegeben – was passiert?

Gerade beim Online-Banking hat man sich bei der Eingabe der Kontodaten schnell mal vertippt - und auch, wenn der Empfänger namentlich richtig benannt ist, kann es so zu einer Fehl-Überweisung kommen. Als Kunde einer Bank sind Sie in einem solchen Fall allerdings nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der deutschen Kreditinstitute weitgehend entrechtet, warnt Professor Georg Bitter, Experte für Bankrecht, von der Universität Mannheim. Überweisungen in Deutschland sind seiner Ansicht nach derzeit noch besonders risikobehaftet.

Wo auf europäischer Ebene bereits die IBAN zwingend erforderlich ist und das Ausführen fehlerhafter Überweisungen verhindert, reicht in Deutschland in der Umstellungsfrist bis zum 1. Februar 2016 noch immer die Bankleitzahl und Kontonummer als Kundenkennung aus. Rechtlich gesehen handelt es sich dann um eine ordnungsgemäße Überweisung.

"Die Kundenkennung erklärt in diesem Fall den falschen Empfänger zum richtigen", führt Bitter auf dem Finanzen-Verbraucherportal biallo.de weiterhin aus. Ist die Überweisung auf Basis der Kundenkennung (Kontonummer und Bankleitzahl) erfolgt, kann die Bank den Betrag nicht mehr zurück buchen, da ihr nicht bekannt ist, wer der Kontoinhaber bei der Empfängerbank ist. In dem Fall müsste sich der Überweisende, rein rechtlich gesehen, selbst an die Empfängerbank wenden.

So können Sie eine falsche Überweisung stoppen

Sobald Sie bemerkt haben, dass Ihre Überweisung an ein falsches Konto gegangen sein könnte, sollten Sie umgehend Ihre Bank kontaktieren und mitteilen, dass Sie eine Überweisung zurückholen möchten. Wenn das Geld noch nicht von Ihrem Konto eingezogen wurde - und auch noch nicht auf dem Empfängerkonto gutgeschrieben ist - können sie die Überweisung stoppen.

Schwieriger wird es, wenn der Betrag bereits die Bank verlassen hat. Sobald das Geld auf dem Konto der Empfängerbank liegt, kann Ihre Bank nicht mehr eingreifen, erklärt Volker Knauer vom Bundesverband deutscher Banken im Interview mit der Stiftung Warentest auf www.test.de.

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In der Regel dauert eine Überweisung zu einer anderen Bank zwischen drei und 24 Stunden, da das Geld erst auf ein Sammelkonto fließt, bevor es an das Konto des Empfängers übergeben wird. Bei Überweisungen innerhalb des eigenen Bankinstituts erfolgt die Transaktion jedoch häufig direkt.

Kann der Kunde von seiner Bank eine Rückerstattung fordern?

Sie können als Bankkunde leider keine Rückerstattung fordern. Trotzdem helfen viele Banken bei der Vermittlung weiter und wenden sich an die Empfängerbank, damit diese ihren Kunden zur Rückgabe auffordert. Aufgrund des Datenschutzes darf die Bank die Kundendaten nicht herausgeben, in der Regel leitet sie aber Ihre Rückforderung an den Empfänger des Geldes weiter.

Da der "falsche Empfänger" ungerechtfertigt bereichert wurde, muss er den Betrag juristisch gesehen zurückgeben, so Volker Knauer. Allerdings sollten Sie sich vorab erkundigen, welche Kosten bei einem Rückholungsauftrag von Ihrer Bank auf Sie zukommen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat festgestellt, dass sich ein solcher Auftrag bei ein- oder zweistelligen Beträgen nicht lohnt. Rückholkosten liegen demnach zwischen zehn und 15 Euro, in manchen Fällen werden sogar bis zu 45 Euro in Rechnung gestellt.

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