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Zecken: Das sollten Sie unbedingt wissen

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Warnung vor neuem Virus  

Zecken: Das sollten Sie unbedingt wissen

| jb (CF) / nic / dpa, AFP

Zecken gehören mit ihren acht Beinen zu den Spinnentieren. Sie sind Parasiten, die sich vom Blut anderer Lebewesen ernähren. In der Regel sind die Parasiten von Frühjahr bis Spätherbst unterwegs und können gefährliche Krankheiten übertragen. In den meisten Fällen ist ein Zeckenbiss harmlos. Jetzt warnen Forscher vor dem tödlichen Powassan-Virus. Wie Sie Vorbeugungen treffen können.

Warnung vor gefährlichem Powassan-Virus

Wissenschaftler des "Center for Disease Control and Prevention"(CDC) aus den USA warnen vor dem seltenen Powassan-Virus, das von Zecken übertragen wird. Etwa 75 Fälle wurden in den vergangenen zehn Jahren in den Vereinigten Staaten registriert, die meisten davon im Nordosten und der Great Lakes Region.

Zecken: Das sollten Sie unbedingt wissen. Eine mäßig vollgesogene Zecke. (Quelle: imago/Frank Sorge)

Eine mäßig vollgesogene Zecke. (Quelle: Frank Sorge/imago)

Symptome des mittels Zeckenbissen übertragenen Powassan-Virus können laut den Experten Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwächeanfälle, Krämpfe und Gedächtnisverlust sein. Die Zeitspanne, bis das Virus nach einem Zeckenbiss ausbricht, kann zwischen einer Woche und einem Monat betragen. Etwa zehn Prozent der Powassan-Erkrankungen enden laut dem CDC tödlich. 

Die Hälfte derjenigen Erkrankten, die das Virus überstehen, hätten wohl langanhaltende neurologische Probleme wie Kopfschmerzen und Gedächtnisstörungen. Eine spezielle Behandlung für das Powassan-Virus gäbe es nicht. Jedoch sollten Betroffene in einem Krankenhaus mit Infusionen und Medikamenten behandelt werden, um ein Anschwellen des Gehirns zu vermeiden.

Wer eine Ansteckung mit dem Powassan-Virus verhindern wolle, sollte die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen gegen Zecken beachten.

Zecken übertragen schwere Krankheiten

Vor allem übertragen die Zecken Viren, die FSME auslösen (Frühsommer-Meningoenzephalitis). FSME äußert sich durch Fieber und grippeähnliche Sympotome, kann aber auch zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Allerdings führt nur jede dritte Infektion beim Menschen zur Erkrankung.

Durch einen Zeckenbiss kann auch Borreliose übertragen werden, die in ganz Deutschland verbreitet ist. Eine wirksame Impfung dagegen gibt es bisher nicht.

Es ist nicht nur der Holzbock, der FSME übertragen kann, sondern auch die Auwaldzecke. Außerdem wurde auch in Deutschland schon ein Fall dokumentiert, bei dem das Virus durch infizierte Ziegen-Rohmilch übertragen wurde.

Wo liegen die Zeckengebiete in Deutschland?

Die Gesundheitsbehörden raten allen, die in Risikogebieten leben oder Urlaub machen, zu einer Impfung. Die Risikogebiete liegen hauptsächlich im Süden der Republik – in Bayern und Baden-Württemberg sowie in einigen Teilen Hessens, Thüringens, Rheinland-Pfalz' und des Saarlands. Vereinzelt treten aber auch FSME-Erkrankungen in nord- und ostdeutschen Landkreisen auf.

So funktioniert die Zeckenimpfung

Der Impfstoff besteht aus abgetöteten FSME-Viren und wird in die Muskulatur injiziert. Für die anhaltende Immunisierung sind drei Impftermine notwendig. Die zweite Dosis wird ein bis drei Monate nach der ersten verabreicht, die dritte neun bis zwölf Monate nach der zweiten Dosis. Nach der zweiten Injektion ist der Impfschutz bereits vollständig erreicht, nach der dritten hält dieser dann für mindestens drei Jahre an.

Wann ist eine Impfung sinnvoll?

Für viele ist das Impfen jedoch nicht unbedingt notwendig, da es in mehreren Bundesländern bisher nur einzelne Krankheitsfälle gegeben hat. Klären Sie am besten mit Ihrem Hausarzt ab, ob eine Impfung gegen FSME für Sie sinnvoll sein könnte.

Wie saugen die Zecken das Blut?

Am Kopf der Zecken befinden sich die Saug- und Stechorgane. Damit graben sich die Parasiten in die Haut des Wirts und saugen dessen Blut auf. Durch Widerhaken am Stechapparat gelingt es den Zecken, sich festzuhalten, obwohl sich ihr Gewicht beim Fressen vervielfacht. Einige Zecken produzieren zusätzlich eine Art Klebstoff – allerdings kommen diese Arten kaum in Deutschland vor. Haben Zecken sich erst einmal festgebissen, sind sie oft nur schwer zu entfernen.

So entfernen Sie Zecken

Wenn Sie eine festgebissene Zecke an ihrem Körper entdecken, sollten Sie diese auf jeden Fall so schnell es geht entfernen. Denn je länger der Blutsauger mit dem Blutkreislauf verbunden ist, desto höher ist das Risiko, sich mit Krankheiten zu infizieren.

Packen Sie die Zecke mit einer Pinzette möglichst weit vorne am Kopf und ziehen Sie das Tier langsam heraus. Danach sollten Sie die Stelle desinfizieren und Ihren Hausarzt aufsuchen. Aber Achtung: Finger weg von Ölen. Denn leider ist es nur ein Mythos, dass Öle gegen Zecken helfen.

Dann muss der Parasit entsorgt werden. Bei einigen Methoden überleben die Plagegeister und können sich weitervermehren. Unsicher ist es zum Beispiel, die entfernte Zecke in die Toilette zu werfen und herunter zu spülen. "Das überleben sie in der Regel", warnt die Tierärztin Tina Hölscher von der Organisation Aktion Tier.

Um die Tiere sicher zu vernichten, kann man sie mit einem Insektizid besprühen. Ansonsten wirken nur verhältnismäßig brachiale Methoden: "Die Zecke mit dem Feuerzeug anzünden oder mit einem scharfen Messer den Kopf vom Körper abtrennen", rät Hölscher. Riskant kann es dagegen sein, den Parasit zu zerquetschen – denn wenn das Tier kurz davor ist, Eier zu legen, verteilen sich diese mit dem Aufplatzen überall.

Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) saugt sich mit Blut voll. (Quelle: imago/blickwinkel)Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) saugt sich mit Blut voll (Quelle: blickwinkel/imago)

Wann ist Zeckensaison?

Zecken werden im Frühjahr aktiv, auch wenn die Temperaturen nachts noch niedrig sind. "Wenn die Temperaturen auf über acht Grad Celsius steigen, werden die Zecken mobil und gehen auf Wirtssuche", sagt Christine Klaus vom Institut für bakterielle Infektionen und Zoonosen in Jena. Am häufigsten seien sie in der Mittagszeit, vor allem an sonnigen und windstillen Plätzen auf Wiesen, an Waldrändern und auch im noch sehr lichten Laubwald anzutreffen.

Zecken lieben feuchtwarmes Klima. Heftigen Regen und starke Winde mögen sie dagegen nicht. In der Regel halten die achtbeinigen Blutsauger von November bis Ende Februar Winterruhe. Allerdings beobachten Experten seit geraumer Zeit, dass die Tiere wegen des Klimawandels und milder Winter ihre Aktivitäten ausweiten.

Die passende Kleidung schützt vor Zecken

Wenn sich ein Aufenthalt auf Wald und Wiesen nicht vermeiden lässt, tragen Sie stets lange Hosen und Oberteile mit langen Ärmel. Schützen Sie sich, indem Sie die Hosenbeine in die Socken und das T-Shirt in den Hosenbund stecken.

Auf heller Kleidung lassen sich Zecken leichter erkennen und entfernen. Suchen Sie sich nach einem Spaziergang gründlich ab, besonders an Ohren, Genitalien, Knie- und Armbeugen fühlen sich die Parasiten wohl. Antizeckenmittel bieten nur einen begrenzten Schutz für einige Stunden.

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