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"Lesen im Dunkeln ist schädlich für die Augen" - diesen Satz kennt jedes Kind. Aber stimmt das eigentlich oder handelt es sich hier nur um einen Mythos, der sich hartnäckig hält? Immerhin verbieten viele Eltern Ihrem Nachwuchs auch heute noch das Lesen mit der Taschenlampe unter der Bettdecke mit dem Argument, dass sich dies negativ auf die Sehkraft auswirke. Zu Recht? Sehen Sie in unsrer Fotoshow, was Sie für Ihre Augen alles tun können.
Die meisten kennen die Situation: Bei einem spannenden Buch vergisst man schnell die Zeit und schon wird es dunkel. Bloß die Nachttischlampe spendet ein wenig Licht. Das Lesen bei schlechtem Licht strengt die Augen an, und häufig stellen sich Kopfschmerzen ein. Für die Augen kann das nur schädlich sein, denken sich viele – aber sie liegen damit falsch. Denn Lesen im Dunkeln hat tatsächlich keine negativen Auswirkungen auf das Sehvermögen. Sie haben Fragen zum Thema Sehkraft? Stellen Sie sie in der Ratgeber-Community.
Kann Lesen im Dunkeln die Augen schädigen? (Quelle: imago)
Die Experten von gesundheit.de erklären, was genau beim Lesen in der Dämmerung mit den Augen passiert: Auf der Netzhaut des Auges befinden sich zwei lichtempfindliche Sinneszellen, die Zapfen und die Stäbchen. Während die Zapfen für das Farbsehen verantwortlich sind, steuern die Stäbchen mit Hilfe von Rhodopsin (Sehpurpur) das nächtliche Hell-dunkel-Sehvermögen. Fällt nun Licht auf die Netzhaut, zerfällt das Rhodopsin sofort und die Empfindlichkeit der Stäbchen wird stark verringert. Ein kurzes Blinzeln reicht oft schon aus, um die Empfindlichkeit zu minimieren. (Augen-Übungen zur Entspannung)
Die Kopfschmerzen sind also lediglich die Reaktion des Körpers auf die angestrengten Augen. Denn bei schlechten Lichtverhältnissen müssen Ihre Augen größere Anstrengungen vollbringen. Dr. Marcus Blum, Chefarzt der Augenheilkunde im Helios Klinikum Erfurt, erklärt das Phänomen auf der Homepage der Helios Kliniken folgendermaßen: "Das entstehende Bild ist unterbelichtet und die Kontrastschärfe fehlt. Dadurch können die Augen schneller ermüden. Aber es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Lesen bei dämmrigem Licht und einer möglichen Verschlechterung des Sehvermögens."
Die Beeinträchtigungen durch das Lesevergnügen bei schlechtem Licht sind also nur kurzfristig. Wer seinen Augen anschließend eine Pause gönnt, beispielsweise durch einen erholsamen Schlaf, wird nach dem Aufwachen wieder ohne Einschränkungen sehen können. Die Befürchtung, dass Lesen im Dunkeln schädlich sei, gehört also tatsächlich ins Reich der Mythen.
Peter Heilig, Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie beantwortet auf der Homepage von derStandard.at die Frage, inwieweit der Gebrauch von anderen elektronischen Geräten im Dunkeln für die Augen schädlich ist und gibt Entwarnung: „Fernsehen im Dunkeln stellt für das menschliche Auge absolut kein gesundheitliches Risiko dar." Es könnte allerdings dazu kommen, dass die Augen durch das Fernsehschauen sehr schnell austrocknen. Dies sei aber unabhängig von der Tageszeit und kein Phänomen, das auf die Dunkelheit zurückzuführen sei. (Nachtblindheit: Wenn die Augen sich nicht an Dunkelheit anpassen können)
Quelle: is (CF)