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Keuchhusten: Auch für Erwachsene gefährlich

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Atemwegserkrankungen  

Keuchhusten: Auch für Erwachsene gefährlich

| tm (CF)

Es ist ein Irrtum, dass besonders Kinder an Keuchhusten leiden. Tatsächlich ist die Krankheit unter Erwachsenen deutlich häufiger verbreitet, auch wenn ihnen – im Gegensatz zu Kindern – keine Lebensgefahr droht. Dennoch sollten Sie sich als Keuchhustenpatient unbedingt behandeln lassen, da ein hohes Ansteckungsrisiko besteht und schwerwiegende Folgeerscheinungen auftreten können.

Keuchhusten: Erwachsene größte Risikogruppe

Problematisch ist, dass viele Erwachsene zunächst die Symptome von Keuchhusten (Pertussis) verkennen. Denn die Krankheit verläuft mit zunehmendem Alter anders als bei Kindern, weshalb viele Betroffene eher an andere Atemwegserkrankungen denken. Einen Beitrag dazu leistet die weitverbreitete Vorstellung, dass Keuchhusten vornehmlich bei Kindern vorkommt.

Keuchhusten: Auch für Erwachsene gefährlich. Eine Frau steht unter einem Regenschirm und hustet. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/absolutimages)

Keuchhusten kann für Erwachsene gefährlich sein (Quelle: absolutimages/Thinkstock by Getty-Images)

Diesem Bild widerspricht die Forschung jedoch: Das Robert-Koch-Institut etwa kommt laut einem Artikel der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zu dem Schluss, dass das Durchschnittsalter der Erkrankten 1995 noch bei 15 Jahren lag – im Jahr 2008 war es auf 41 Jahre angestiegen. In Gesamtzahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass in Deutschland Jahr für Jahr mehr als 110.000 Erwachsene an Keuchhusten erkranken, somit sind acht von zehn Patienten älter als 18 Jahre.

Welche Symptome hat Keuchhusten?

Üblicherweise fehlen die typischen Symptome, die bei Kindern auftreten – etwa keuchende Atemgeräusche, Atemnot und gelegentliches Erbrechen. Vielmehr äußert sich die Erkrankung bei Erwachsenen wie folgt:

  • schlimmer Husten, der über Wochen anhält,
  • keuchende Geräusche beim Atemholen nach dem Hustenanfall,
  • gelegentliche Schweißausbrüche,
  • Fieber,
  • Kratzen im Hals.

Zudem berichten Patienten häufig von großen Anstrengungen beim Luftholen, weshalb Keuchhusten auch als Stickhusten bezeichnet wird.

Sie sollten daher unbedingt bei einem hartnäckigen und lang anhaltenden Husten einen Arzt aufsuchen, gerade wenn Sie unter nächtlichen Hustenattacken leiden.

Gesundheitsgefährdende Folgen von Keuchhusten

Glücklicherweise ist die Gefahr für Erwachsene nicht so gravierend wie die für Kinder, es droht also keine Lebensgefahr. Trotzdem können schwerwiegende Komplikationen auftreten:

  • Gewichtsverlust,
  • Krampfanfälle,
  • Inkontinenz,
  • Lungenentzündungen.

Bei starkem Husten kann sogar ein Rippen- oder Leistenbruch die Folge sein, selbst ein Bandscheibenvorfall ist möglich. Keuchhusten kann bei Kindern und Babys zu Atemstillstand und somit zum Tod führen.

Achtung, Ansteckungsgefahr!

Doch nicht nur aus diesen Gründen ist es wichtig, dass Sie als Erwachsener einen Arzt aufsuchen, wenn Sie möglicherweise an Keuchhusten erkrankt sind. Denn ebenso wie bei Kindern ist der Husten ansteckend, da er durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst wird. Dieses heftet sich an den Schleimhäuten der Atemwege fest, vermehrt sich dort und setzt Giftstoffe frei. Diese werden durch Husten, Niesen oder in Form einer Tröpfcheninfektion über die Atemluft verbreitet.

Auf Grund der hohen Ansteckungsgefahr muss eine Erkrankung an Keuchhusten an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden. Dies übernimmt der behandelnde Arzt für Sie und soll weitere Ansteckungen verhindern.

Eine Ansteckungsgefahr besteht ab dem Auftreten der ersten Symptome und kann bis zu fünf Wochen andauern. Dabei liegt die Inkubationszeit zwischen sieben und 20 Tagen.

Ist eine Impfung gegen Keuchhusten sinnvoll?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Keuchhusten bei folgenden Gruppen:

AltersgruppeHäufigkeit der Impfung
Säugling, Kleinkind
2., 3., 4. und 11. - 14. Lebensmonat
4 Teilimpfungen
Kinder, Jugendliche
5. - 6. Lebensjahr, 9 - 17. Lebensjahr
Auffrischimpfung
ErwachseneAuffrischimpfung
in Kombination mit Tetanus, Diphtherie
Frauen im gebährfähigem Alter,
Eltern, Großeltern, Tagesmütter
Auffrischimpfung
alle 10 Jahre
Personen im GesundheitswesenAuffrischimpfung
alle 10 Jahre

Eine Erkrankung an Keuchhusten verhindert keine weitere Ansteckung mit Pertussis nur bedingt. Nach etwa sieben Jahren können Sie sich erneut mit Keuchhusten infizieren.

Wenn Ihr Gegenüber nicht geimpft ist, besteht ein hohes Infektionsrisiko: Laut dem Gesundheitsportal "gesundheit.de" besteht bei Personen, die nicht geimpft sind, eine Ansteckungsrate von 70 bis 80 Prozent, wenn Sie zum ersten Mal mit dem Erreger in Kontakt kommen. Besonders kritisch ist dies, wenn sich auf diese Weise Kinder bei Ihnen anstecken, da die Folgen des Keuchhustens für sie tödlich sein können.

Der Schutz nach einer Impfung hält zwischen drei und zwölf Jahren.

Was muss ich nach dem Kontakt mit einem Erkrankten tun?

Nicht geimpfte Personen sollten nach dem Kontakt mit einem an Keuchhusten Erkrankten umgehend einen Arzt aufsuchen. Dieser verschreibt ein entsprechendes Antibiotikum, damit es nicht zu einem Ausbruch der Krankheit kommt.

Auch geimpfte Personen sollten nach dem Kontakt eines Erkrankten ihren Arzt aufsuchen. Hier kann es dennoch zu einer Ansteckung kommen. Der Experte wird entsprechende Untersuchungen durchführen und Maßnahmen einleiten. Besonders Säuglinge und Kinder sollten sich nach dem Kontakt mit einem Infizierten medizinisch untersuchen lassen.

Weitere Informationen erhalten Sie über das Robert-Koch-Institut.

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