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Glasflasche oder Plastikflasche: Was ist besser?

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Für Gesundheit und Umwelt  

Glasflasche oder Plastikflasche: Was ist besser?

| th (CF)

Die Frage, ob Glasflaschen oder Plastikflaschen die bessere Ökobilanz aufweisen, beschäftigt viele Deutsche. Genauso fragen sich viele, ob die PET-Flasche womöglich der Gesundheit schadet. Warum in der Umweltfrage nicht unbedingt das Material entscheidend ist, und aus welcher Verpackung Sie am Besten trinken sollten, erfahren Sie hier.

Die Umweltfrage: Mehrweg oder Einweg?

Verbraucher sind oftmals verunsichert: Schaden Plastikflaschen der Umwelt mehr als Glasflaschen? Dabei ist die Unterscheidung zwischen Glas oder Plastik nicht so entscheidend wie die zwischen Einweg und Mehrweg. Wie die Deutsche Umwelthilfe errechnet hat, legen Einwegflaschen von der Produktion bis zum Kunden und wieder zurück zur Entsorgung 520 Kilometer zurück – doppelt so viel wie Mehrwegflaschen.

Glasflasche oder Plastikflasche: Was ist besser?. Viele fragen sich, ob Glasflaschen oder Plastikflaschen besser sind. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele fragen sich, ob Glasflaschen oder Plastikflaschen besser sind. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das liegt daran, dass die Discounter beim Abfüllen des Wassers in Einweg-Plastikflaschen auf zentrale Großabfüllungen im Ausland setzen. Dies bedeutet nicht nur einen Nachteil für die Umwelt, sondern auch für die deutsche Wirtschaft: Regionale Anbieter haben bei den Marktführern wie Aldi oder Lidl keine Chance.

Wiederverwertung von PET: Nicht umweltfreundlich

Einwegflaschen aus dem Kunststoff Polyethylenterephthalat (kurz: PET) haben noch einen weiteren Nachteil: Vollständiges Recycling ist nicht möglich. Die üblichen Recycling-Verfahren schreddern und schmelzen die PET-Flaschen, um daraus anschließend wieder Verpackungen und Behälter oder Fasern und Textilien herzustellen. Allerdings können gerade einmal die Hälfte des Granulats aus zurückgenommenen Plastikflaschen verwendet werden. Der Rest geht bei der mechanischen Aufbereitung verloren.

Noch schlechter ist die Bilanz bei gefärbtem Kunststoff. Der taugt nur noch für Textilfasern, nicht mehr für neue Flaschen. Aus diesen Gründen hat die Genossenschaft "Deutscher Brunnen" die Einweg-Plastikflasche in Bezug auf CO2-Emissionen sowie Energie- und Rohstoffverbrauch als mangelhaft bewertet.

Mehrweg: Plastikflaschen etwas besser als Glasflaschen  

Grundsätzlich besser in der Ökobilanz schneiden Mehrwegflaschen ab. Wobei hier wiederum ein Unterschied zwischen Glas- und Plastikflaschen besteht: Glasflaschen können bis zu 50-mal neu befüllt werden, die PET-Mehrwegflasche immerhin noch 25-mal.

Das spricht eigentlich für die Glasflasche, doch ein entscheidender Aspekt macht die Mehrweg-Plastikflasche am Ende doch zum Sieger. Sie wiegt weniger, sodass beim Transport weniger Rohöl verbraucht wird als bei Glasflaschen. Umweltbewusste Verbraucher sollten sich beim Einkauf von Getränken deshalb grundsätzlich für Mehrwegflaschen, am besten aus Kunststoff, entscheiden. Es entsteht weniger Müll, während Rohstoffe geschont werden. Bei Einwegflaschen ist hingegen der Griff zum Glas umweltfreundlicher.

Gesundheit: Giftiges Plastik?

Auch der gesundheitliche Aspekt ist vielen Konsumenten bei der Wahl des Getränkebehälters wichtig. So begegnet man Materialien aus Plastik generell mit einem gewissen Misstrauen, während Glas weiterhin einen guten Ruf besitzt. Viele Gesundheitsbewusste unterstellen PET-Flaschen etwa eine Belastung mit Schadstoffen, Hormonen oder Phtalaten, also Weichmachern.

Tatsächlich gibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aber Entwarnung: Gesundheitliche Schäden seien vom Trinken aus Plastikflaschen nicht zu erwarten. Zwar seien in einem Experiment mit Schnecken erhöhte östrogene Aktivitäten in Plastikflaschen festgestellt worden, was für eine Hormonbelastung sprechen könnte. Zwei Studien stellten überdies eine höhere Belastung in Plastik als in Glas fest. Diese stelle jedoch nur einen Bruchteil der natürlichen Belastung durch Lebensmittel wie Milch oder Rotwein dar, weshalb sie gesundheitlich kaum relevant sei. Ein direkter Nachweis, dass hormonelle Aktivität durch einen Materialstoff der PET-Verpackung ausgelöst werde, fehle außerdem bislang.

Auch von Schadstoffen wie Acetaldehyd, das sich unter Umständen in Plastikflaschen freisetzt und für einen leicht veränderten Geschmack bei Wasser sorgt, gehe keine Gefahr aus, da sie die gesetzlichen Grenzwerte deutlich unterschreiten. Weichmacher, die sogenannten Phtalate, werden zudem in der Produktion der PET-Flaschen gar nicht erst eingesetzt, wie das BfR weiter erklärt. Zusammengefasst herrschen zwischen Glas- und Plastikflasche also keine Unterschiede, die für die Gesundheit relevant sind. Wer aufgrund der hormonellen Belastung dennoch Bedenken hat, kann diese durch den Griff zur Glasflasche aber reduzieren.


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