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Energieausweis fürs Haus: Pflicht seit 2013

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Energieausweis fürs Haus: Pflicht seit 2013

02.05.2014, 11:20 Uhr | jh (CF)

Bereits seit 2008 ist ein Energieausweis für Eigentümer, die eine Immobilie verkaufen wollen und für Vermieter Pflicht. Allerdings mussten sie diesen bisher nur auf Verlangen beim Verkauf oder der Vermietung von Wohneigentum vorlegen – das hat sich 2013 geändert.

Energieausweis gibt Auskunft über die Energieeffizienz

Ziel der Einführung des Energieausweises im Rahmen der Energieeinsparverordnung 2008 war es, für mehr Transparenz zu sorgen, wenn eine Immobilie vermietet oder verkauft wird. Kauf- oder Mietinteressenten sehen damit auf den ersten Blick, welche Energiekosten auf sie zukommen, berichtet der "Stern".

Energieausweis fürs Haus: Pflicht seit 2013. Der Energieausweis zeigt die Energieeffizienz Ihres Hauses an (Quelle: imago\suedraumfoto)

Der Energieausweis zeigt die Energieeffizienz Ihres Hauses an (Quelle: suedraumfoto/imago)

Es gibt zwei Varianten des Energieausweises, denen jeweils andere Messungen zugrunde liegen. Der Bedarfsausweis wird von Experten ermittelt, indem sie die energetisch relevanten Bestandteile des Gebäudes wie Heizung, Fenster und Dämmung sowie Baupläne analysieren. Zudem klären Vergleichswerte über den Zustand der Immobilie auf, und auch Sanierungsmaßnahmen werden vorgeschlagen.

Die zweite Variante ist der Verbrauchsausweis. Hierfür werden die Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre herangezogen. Auf ihm befindet sich eine Farbskala von Rot bis Grün, die die Energieeffizienz des Hauses anzeigt – je grüner, desto besser.

Bisher musste der Eigentümer beziehungsweise der Vermieter den Ausweis nur auf Verlangen vorzeigen. Um einen Energieausweis zu beantragen, müssen Sie sich einfach an einen Fachmann in ihrer Umgebung wenden. Dafür bietet beispielsweise die dena (Deutsche Energie-Agentur) eine Datenbank im Internet an.

Seit 2013 gilt die Vorzeigepflicht

Seit Anfang des Jahres 2013 verpflichtet die europäische Gesetzgebung bereits dazu, den Energieausweis aktiv und nicht erst auf Verlangen vorzuzeigen. Ab dem 1. Mai 2014 tritt nun die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) für Gebäude ein. Sie verpflichtet Hausbesitzer, schon in der Anzeige zu Vermietung oder Verkauf wichtige Werte wie den durchschnittlichen Energiebedarf des Gebäudes zu nennen und dem Käufer oder Mieter nach Vertragsabschluss eine Kopie des Energieausweises zu übergeben.

Entsprechend werden sich Immobilien mit geringer Energieeffizienz schwieriger verkaufen oder vermieten lassen als solche, die modernen Energiestandards entsprechen. Auch wenn es nicht verpflichtend ist, können energetische Sanierungsmaßnahmen deshalb zu einem starken Verkaufsargument werden.

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Zusätzliche Neuerungen ab 1. Mai 2014

Die EnEV 2014 legt außerdem eine erweiterte Darstellung der energetischen Kennwerte eines Gebäudes fest. Neben der bisherigen Farbskala, die die Energieeffizienz von grün bis rot darstellt, wird nun eine Einordnung in Effizienzklassen eingeführt. Wie die dena informiert, gibt es neun Effizienzklassen von A+ (niedriger Energiebedarf) bis H (hoher Energiebedarf). Eine ähnlichen Einteilung kennt man von Haushaltsgeräten wie Kühlschränken.

Die neue Einteilung in Energieklassen greift allerdings nur bei neu ausgestellten Ausweisen. Energieausweise, die bereits ausgestellt sind, gelten auch weiterhin und müssen nicht erneuert werden. Der Energieausweis ist zehn Jahre gültig.

Kritik an unterschiedlichen Energieausweisen

Kritik brandet allerdings an den verschiedenen Varianten des Energieausweises auf: So weist nur der so genannte Bedarfsausweis den tatsächlichen energetischen Baubestand nach, da dieser ausschließlich von qualifizierten Fachleuten ausgestellt wird, die den baulichen Zustand der Immobilie bewerten können.

Der Verbrauchsausweis weist hingegen nur den durchschnittlichen Verbrauch aller Hausbewohner in den letzten drei Jahren aus. Steht eine einzelne Wohnung über einen längeren Zeitraum leer, fällt die Energiebilanz entsprechend viel positiver aus. Im Idealfall liegen beide Ausweise vor, denn die Aussagekraft der einzelnen Varianten hängt stark von den eigenen Heizgewohnheiten ab.

Studie: Kritik und Lob

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung kritisiert in einer Studie zu dieser Thematik nicht zuletzt die fehlende Vergleichbarkeit von Gebäuden, wenn deren Eigentümer über verschiedene Energieausweise verfügen. Dennoch spricht das Institut beiden Ausweisen jeweils eine qualifizierte Aussagekraft zu, vor allem wenn in seltenen Fällen beide Varianten vorliegen: "Der Verbrauchsausweis ist ein einfaches, günstiges Instrument zur ersten Orientierung und der Bedarfsausweis die qualifiziertere Alternative".

Für Eigentümer kann seit 2013 die Anschaffung beider Energieausweise zum Vorteil werden: Vor allem Käufer einer Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus werden auf größte Transparenz Wert legen, "weil man hier nur wenig auf eigene Faust sanieren kann", so die Verbraucherzentrale Saarland. Energetische Sanierungen in einer Hausgemeinschaft gestalteten sich erfahrungsgemäß schwierig.

Baudenkmäler und Nicht-Wohngebäude ausgenommen

Für Gebäude unter Denkmalschutz und sogenannte „besonders erhaltenswerte Gebäude“ sieht die Energieeinsparverordnung eine Ausnahme vor. Sollten solche Gebäude allerdings modernisiert oder erweitert werden, wird ein Energieausweis zur Pflicht. Generell ausgeschlossen sind kleine Gebäude mit einer maximalen Nutzfläche von 50 Quadratmetern.

 
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