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Die größten Flug-Mythen

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Was ist wahr?  

Die größten Flug-Mythen

10.09.2014, 13:33 Uhr | t-online.de

Die größten Flug-Mythen. Mit dem Mundschutz im Flugzeug - Überzogen oder berechtig? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit dem Mundschutz im Flugzeug - Überzogen oder berechtig? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Was passiert mit dem Toiletteninhalt in Flugzeugen? Wird das Kerosin vor der Landung in die Luft abgelassen? Wir alle tun es und wissen doch so wenig darüber - fliegen. Das Flugzeug zählt zu den beliebtesten und auch wichtigsten Fortbewegungsmitteln für deutsche Reisende, doch einige Mythen rund ums Fliegen halten sich hartnäckig. Experten von Travelzoo, Momondo und Swoodoo sind bekannten Flug-Mythen auf den Grund gegangen.

Mythos 1: Klimaanlagen an Bord verbreiten Erkältungskeime

Viele Reisende befürchten, erkältet aus dem Flieger zu steigen, da die Klimaanlage schlechte Luft verbreitet. Das ist so nicht richtig: Natürlich sind Reisende vor der Tröpfcheninfektion durch Menschen in ihrer Nähe nicht gefeit, aber Flugzeuge sind mit einem HEPA-System ausgestattet. Dieses wird auch auf Intensivstationen oder in OP-Räumen angewendet – frische und wiederverwertete Luft wird vermischt und gefiltert. So werden Bakterien und Keime abgetötet. Darüber hinaus findet in kurzen Abständen ein kompletter Luftaustausch der Kabinenluft statt. Allerdings ist es wichtig, viel zu trinken. Und sich warm anzuziehen, um sich nicht zu verkühlen.

Mythos 2: Die Toiletten werden während des Fluges entleert

Wie oft haben wir schon die Mär vom aus dem Himmel fallenden braun-gelben Eisbrocken gehört. Dran ist an der Legende jedoch nichts. Alle Substanzen, die in der Toilette hinuntergespült werden, speichert ein Tank, der dann nach der Ankunft am Flughafen entleert wird. Das Waschwasser aus den Handwaschbecken wird allerdings fein zerstäubt in die Atmosphäre entlassen. Manuel Posch, Luftfahrt-Experte von Swoodoo, erklärt allerdings, dass in manchen Fällen aber kleinere Flüssigkeitsmengen auch aus der Toilette aufgrund poröser Dichtungen nach außen gelangen. Diese frieren anschließend umgehend am Rumpf des Flugzeugs fest. In geringerer Höhe lösen sich diese Klumpen - wegen des enthaltenen Desinfektionsmittels auch Blue Ice genannt - und fallen beim Landeanflug ab.

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Mythos 3: Fluggäste können durch ein beschädigtes Fenster aus dem Flugzeug gesaugt werden

Der Klassiker unter den Flugmythen: Im Passagierraum ist das nicht möglich. Dort sind die Fenster mehrfach verglast und darüber hinaus zu klein. Im Cockpit ereignete sich 1990 allerdings ein Zwischenfall, bei dem der Pilot um ein Haar aufgrund des plötzlichen Druckabfalls aus einem zerstörten Fenster gezogen worden wäre. Ein Flugbegleiter und der Copilot verhinderten Schlimmeres.

Mythos 4: Die Kabinentüren lassen sich während des Fluges öffnen

Wir kennen das Szenario aus zahlreichen Spielfilmen: Held und Bösewicht prügeln sich im Flugzeug, einer reißt die Kabinentür auf… In Wirklichkeit geht das aber gar nicht. Viele Kabinentüren müssen erst nach innen geöffnet werden, bevor sie sich nach außen öffnen lassen, und das ist durch den Luftdruckunterschied zwischen innen und außen während des Fluges einfach nicht möglich.

Mythos 5: Der Sauerstoffgehalt in der Kabine wird reduziert, um Passagiere ruhig zu stellen

Das Gegenteil ist der Fall. Damit alle Passagiere den Flug unbeschadet überstehen, wird künstlich Sauerstoff zugeführt. Der Luftdruck an Bord eines Flugzeuges entspricht etwa dem auf einem 2.500 Meter hohen Berggipfel. Eine Reduzierung des Sauerstoffes wäre im Hinblick auf die Gesundheit der Fluggäste überaus leichtsinnig.

Mythos 6: Vor der Landung wird Treibstoff abgelassen

Nein, Flugzeuge lassen nicht grundsätzlich vor der Landung Kerosin ab. Das kann zwar durchaus vorkommen, ist aber nur für äußerste Notfälle vorgesehen. Für das "'Fuel-Dumping' ist eine Genehmigung durch die zuständige Flugsicherung notwendig", betont der Airport Dresden auf seiner Unternehmens-Website. Aufgrund der Leichtbauweise der Fahrwerke und Bremsen liegt bei Langstreckenflugzeugen mit hoher Treibstoffkapazität das höchstzulässige Startgewicht deutlich über dem höchstzulässigen Landegewicht. Normalerweise wird der Treibstoff bis zur Landung fast verbraucht. Doch treten einmal technische Probleme direkt nach dem Start auf, die eine sofortige Landung erforderlich machen, kann es unter Umständen notwendig sein, das Gewicht vor der Notlandung zu reduzieren und Treibstoff abzulassen. Das kommt aber "pro 30.000 Starts deutschlandweit nur je einmal" vor, so der Dresden Airport.

Mythos 7: Übergewicht kann für Flugbegleiter-Karriere zum Problem werden

Das stimmt zum Teil, einige Airlines greifen hier hart durch. Hier sind insbesondere Flugbegleiter asiatischer Airlines in der Pflicht, stets auf ihren Taillenumfang zu achten. Verfehlen sie das Gardemaß, werden sie zunächst auf schlechter entlohnte Flüge und anschließend zum Bodenpersonal versetzt. Auch die Diskussion um übergewichtige Flugreisende reißt nicht ab. So gelangt beispielsweise die US-amerikanische Billigfluggesellschaft Southwest Airlines regelmäßig in die Schlagzeilen, indem sie von zu korpulenten Passagieren verlangt, einen zweiten Sitzplatz zu bezahlen oder sie gleich ganz vom Flug ausschließt. Europäische Airlines sind hier hingegen noch vorsichtig mit solch rüden Aktionen. 

Mythos 8: Bei einem Blitzeinschlag stürzt das Flugzeug ab

Flugzeuge werden regelmäßig von Blitzen getroffen – jede Maschine im Durchschnitt ein Mal im Jahr. Doch das ist kein Grund zur Sorge. Heute unterliegen Flugzeuge strengen Zulassungstests. Wie Autos sind Flugzeuge nicht geerdet. Wenn sie von einem Blitz getroffen werden, tritt er einfach wieder aus.

Mythos 9: Fallen die Motoren aus, stürzt das Flugzeug ab

Nein, so einfach fällt kein Flugzeug vom Himmel. "Jeder Flug muss aus Sicherheitsgründen so berechnet werden, dass er auch nach Ausfall eines Triebwerkes vom Start bis zur Landung sicher durchgeführt werden kann", sagt Pilot und Inhaber des Luftfahrtportals aeroscope.de, Erwin Weixler. Versagen beispielsweise die Motoren eines modernen Airbus A380 auf normaler Reiseflughöhe, kann das Flugzeug noch 250 Kilometer weit gleiten.

Mythos 10: Flugzeugessen schmeckt schlecht

Eine sensorische Studie im Fluglabor des Fraunhofer-Instituts belegt: Durch den niedrigen Druck und die geringere Luftfeuchtigkeit im Flugzeug ist die Geruchs- und Geschmacksschwelle erhöht. Dafür, dass es fade schmeckt, kann das Flugzeugessen also nichts. Man schmeckt einfach weniger, beziehungsweise anders. Was über den Wolken als geschmacksneutral und ungewürzt wahrgenommen wird, schmeckt am Boden versalzen.

Mythos11: Mobiltelefone stören die Bordelektronik

Um die Verwendung von Mobiltelefonen an Bord ranken sich viele Diskussionen. Bewiesen ist bisher jedoch nichts. Nicht ganz ausgeschlossen ist, dass durch die Funksignale die Kommunikation mit dem Boden gestört werden könnte, aber viele sehen in dem Verbot von Mobiltelefonen auch nur Vorsichtsmaßnahmen und eine übertriebene gesetzliche Vorschrift. "Zwar ist bisher unklar, inwiefern die mobilen Geräte die Funkverbindung und Bordelektronik negativ beeinflussen, jedoch sind Mobiltelefone im angeschalteten Zustand sehr wohl im Funk zu hören – etwa wie man es manchmal auch zu Hause im Radio oder Fernseher hört", sagt Erwin Weixler von aeroscope.de. Die Neufassung der Luftfahrzeug-Elektronik-Betriebs-Verordnung von 2008 lässt Ausnahmen vom Verbot der Handy-Nutzung und den Betrieb von Laptops mit WLAN-Internetverbindung zu, sofern die Fluggesellschaften dafür die technischen Voraussetzungen schaffen. Es liegt aber selbst dann jederzeit im Ermessen des verantwortlichen Luftfahrzeugführers, dies während des Fluges zu untersagen.

Mythos 12: Fallschirme an Bord von Passagiermaschinen könnten Leben retten

Abgesehen davon, dass Laien Fallschirme wahrscheinlich nicht korrekt bedienen können, verhindert der Überdruck in mehr als 10.000 Meter Höhe, dass die Flugzeugtüren geöffnet werden können. Selbst wenn dies gelingen würde, so wären in erster Linie die in dieser Höhe herrschenden 50 Grad minus das Hauptproblem für Fallschirmspringer. Fallschirme retten in solchen Höhen also keine Leben. 

Mythos 13: Fluggesellschaften vergeben mehr Tickets als Sitzplätze

Im Bereich des Ticketverkaufs ist es gängige Praxis, Flüge um mehrere Prozent zu überbuchen. Airlines rechnen stets mit Passagieren, die nicht zum Abflug erscheinen. Mit Überbuchungen wollen sie verhindern, dass Kapazitäten an Bord ihrer Maschinen frei bleiben und ihnen so Umsätze verloren gehen. In welchem Maße Flüge überbucht sind, hängt beispielsweise von den Wochentagen oder Ferienzeiten ab. Daneben gibt es Unterschiede von Land zu Land. Während japanische Passagiere als sehr zuverlässig gelten und Flüge dort kaum überbucht werden, vergeben Airlines in Indien bisweilen zehn Prozent mehr Tickets als Sitzplätze vorhanden sind.

Mythos 14: Airlines lassen aus Aberglaube die Sitzreihen 13 und 17 weg

Um dem möglichen Aberglauben ihrer Gäste gerecht zu werden, gibt es an Bord mancher Airlines tatsächlich keine Sitzreihen mit der Nummer 13. So zum Beispiel bei der Lufthansa. Hier werden Reisende übrigens auch keine Reihe 17 finden. Denn die 17 gilt in Italien und Brasilien als Unglücksbringer.

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