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Burg von Rossena: Romantischer Geheimtipp in Italien

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Vorzeigeburg in Italien  

Geheimtipp für Romantiker und Mittelalterfans

28.09.2015, 08:55 Uhr | Nicole Adami

Burg von Rossena: Romantischer Geheimtipp in Italien. Die Burg Rossena thront über der Landschaft, umgeben von malerischen Hügeln, Gutshöfen und Weinreben. (Quelle: Nicole Adami)

Die Burg Rossena thront über der Landschaft, umgeben von malerischen Hügeln, Gutshöfen und Weinreben. (Quelle: Nicole Adami)

Anmutig thront die Burg von Rossena auf den Ausläufern des Apennin. Die Vorzeigeburg entführt Besucher in die Welt des Mittelalters - doch vielleicht nicht mehr lange. Denn das romantische Bauwerk steht zum Verkauf. Sehen Sie die Burg Rossena auch in unserer Foto-Show.

Die Burg umgeben malerische Hügel, kleine Gutshöfe und sattgrüne Weinreben. Sie liegt etwa auf halber Strecke zwischen den italienischen Städten Parma und Reggio Emilia. Ihr Besuch ist ein schöner Tagesausflug für Romantiker und Mittelalterfans. Allerdings ist fraglich, wie lange sie noch der Öffentlichkeit zugänglich ist: Weil die historische Wehranlage gerade für mehrere Millionen Euro zum Verkauf steht, könnten die Burgtore für Reisende nicht mehr lange offen stehen.

Rossena liegt mitten im Gebiet der Emilia-Romagna. Touristen kennen den Landstrich eher wegen seiner Badeziele wie Rimini oder Cesenatico. Dabei hat die Region neben dem sommerlichen Touristenrummel auch viele ruhige und kulturell interessante Facetten. Im Hinterland warten zahlreiche Kunststädte nur darauf, entdeckt zu werden. Die meisten von ihnen - darunter Bologna, Reggio Emilia, Parma und Piacenza - liegen direkt an der Via Emilia. Die alte Römerstraße führt vom nördlichen Rand des Apennin bis nach Rimini. Während es an der italienischen Adriaküste eher turbulent zugeht, bietet das Hinterland pure Idylle. Alte Weingüter, Traditionsbetriebe, Kirchen und Burgen prägen das Landschaftsbild. Hier liegt auch die kleine Ortschaft Rossena mit ihrem bezaubernden Kastell.

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Geschichte zum Ankaufen

"Die Burg ist wie ein zweites Zuhause für mich", schwärmt der Einheimische Mario Soncini. "Solange ich mich erinnern kann, steht sie schon hier." Seit vielen Jahren arbeitet der 73-jährige bereits für den Alpinverband CAI (Club Alpino Italiano). Rossena hat für ihn eine außergewöhnliche Anziehungskraft. Es scheint ihm nicht zu behagen, dass die mittelalterliche Wehranlage für eine satte Summe zum Verkauf steht. Im Moment gehört die Burg noch der Diözese Reggio Emilia.

Soncini verfolgt daher genau, wer sich für das Juwel interessiert und die alten Gemäuer besichtigt. "Mit ihren freskenverzierten Sälen, dem Wachturm, ihren Geheimgängen und auch dem alten Kerker ist sie einfach etwas ganz besonderes", erzählt er. Besucher kommen bei den geführten Rundgängen sogar bis in den Kerker der Burg. Hier mussten einst Kriegsgefangene unter den widrigsten Umständen ausharren. Die Gefangenen hatten einst nur durch eine kleine lochrunde Öffnung Kontakt zur Außenwelt. Aber auch die Geheimgänge, die das Kastell durchziehen, regen die Fantasie an: So führt zum Beispiel eine schmale Treppe, die in einer der vielen Außenmauen versteckt wurde, hinauf in die Pulverkammer und zum nahegelegenen Vorplatz der Burg. Dieser wird vom alten Patrouillengang der Soldaten umrahmt und eignet sich heute hervorragend für eine kurze Rast oder ein schnelles Sonnenbad. Der Ausblick auf die Ausläufer des Apennin ist von hier aus herrlich.

(Buß-)Gang nach Canossa

Hin und wieder führt Mario Soncini Touristen auch eine Teilstrecke des Wanderwegs "Sentiero Matilde" entlang. Während sich die komplette Route über fünf Etappen von Reggio Emilia bis nach San Pellegrino erstreckt, kann man auch in nur einer knappen Stunde von Rossena zur weiter östlich gelegenen Burgruine von Canossa laufen. Dort herrschte vor etwa einem Jahrtausend das berüchtigte Adelsgeschlecht der Canossa. Zudem trat dort im Januar 1077 König Heinrich IV. seinen berüchtigten Bußgang an, um von Papst Gregor VII. auf dem Höhepunkt des mittelalterlichen Investiturstreits die Lösung des Kirchenbanns zu erbitten. Der kurze Streckenabschnitt ist leicht begehbar, eignet sich auch für Familien mit kleinen Kindern. Weil Canossa auf einem imposanten Felsen liegt, ist die Ruine sogar von Rossena aus zu sehen. Wer auch immer das liebevoll restaurierte Kastell von Rossena erwirbt, wird daher sicher auch ein Stück Geschichte in den Besitz nehmen.

Weitere Informationen:

Anfahrt: Von Bologna ist es über die A1 nur ein Katzensprung nach Reggio Emilia. Von hier aus fährt man die Schnellstraße SS63 in Richtung Puianello. Kurz danach führt die Landstraße SP11 nach Canossa - Ciano d’Enza. Wenige Kilometer nach Canossa den Hinweisschildern zum Kastell von Rossena folgen.

Besichtigung der Burg Rossena: Rossena ist Besuchern derzeit jeden Samstag von 15 bis 19 Uhr sowie sonn- und feiertags von 10.30 bis 12.30 Uhr und 15 bis 19 Uhr zugänglich. Bei rechtzeitiger Anfrage öffnet die Burgverwaltung das Kastell auch wochentags. Infos unter www.castellodicanossa.it.

Aktivitäten rund um Rossena: Das Wandernetz "Sentiero Matilde" (zu Ehren der Markgräfin Mathilde von Canossa) führt von Reggio Emilia bis nach San Pellegrino. Dabei durchquert man alte Kastanienwäler, passiert Bäche und Sandsteinfelsen sowie die Burgen von Rossena, Canossa, Sarzano und Carpineti. Infos unter www.sentieromatilde.it.

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