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Die gefährlichsten Seen der Welt

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Die gefährlichsten Seen der Welt

21.12.2012, 16:43 Uhr | Zeljka Tomsic

Der Mono Lake ist ein sehr salzhaltiger See in der kalifornischen Sierra Nevada. (Quelle: imago)

Der Mono Lake ist ein sehr salzhaltiger See in der kalifornischen Sierra Nevada. (Quelle: imago)

Nicht jeder See ist ein völlig ungefährliches Naturparadies. Einige sind so giftig, dass man sich ihnen nicht einmal nähern darf. Wir stellen die weltweit gefährlichsten Gewässer vor, die für Touristen zum Verhängnis werden könnten - mit von der Partie ist ein See in Deutschland. Völlig unbedenklich ist der Blick auf die tödlichen Nassoasen in unserer Foto-Show.

Karatschai-See - der wohl am stärksten verschmutzte Ort der Erde

Die Idylle trügt: Der im südlichen Ural gelegene Karatschai-See in der russischen Region Tscheljabinsk sieht nur auf den ersten Blick paradiesisch aus. Jahrzehnte lang diente der See nämlich als Lagerstätte für radioaktiven Abfall. Einem Bericht des Worldwatch Institutes zufolge ist dies der wohl am stärksten verschmutzte Ort der Welt. Bereits fünf Minuten in der Nähe des Karatschai reichen aus, um eine lebensbedrohliche radioaktive Dosis aufzunehmen. Wer dort eine Stunde verweilt, stirbt höchstwahrscheinlich binnen weniger Stunden.

Deutschlands Pendant ist der Silbersee

Auch hierzulande gibt es einen See, in dem das Baden strengstens verboten ist. Es handelt sich um den Silbersee. Am Rande des Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg wurde hier nach dem Krieg giftiger Abfall abgelagert. Durch den Boden ist das Gift in das Gewässer gelangt. Zirka 50 Menschen sind bisher durch Schwefelwasserstoff-Schwaden gestorben, da sie das Badeverbot missachtet haben.

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Extrem hohe Arsen-Belastung am Mono-See

Aus dem Mono-See in der kalifornischen Sierra Nevada wurde zwischen 1941 und 1990 für das stets wachsende Los Angeles Wasser geschöpft. Die Folge: Der See verlor die Hälfte des Volumens, der Salzgehalt verdoppelte sich und brachte ihm den Beinamen "Kaliforniens Totes Meer" ein. Zudem kam das ohnehin anfällige Ökosystem völlig aus dem Gleichgewicht. Leben existiert darin kaum noch. Was den See für den Menschen gefährlich macht, ist die sehr hohe Arsen-Belastung. Bedingt durch einen natürlichen Vorgang, da bei Regen das Schwermetall aus der umliegenden Bergwelt in das Gewässer gespült wird.

Horseshoe Lake - ein "stiller Killer"

Das Areal rund um den Horseshoe Lake, der ebenfalls im US-Bundesstaat Kalifornien liegt, entpuppte sich als "stiller Killer". Vor über 20 Jahren verdorrten plötzlich die Bäume und starben schließlich ab - ohne einen triftigen Grund. Es lag am zu hohen Kohlendioxidgehalt, der von der abgekühlten Vulkanmagma stammte und sich über den Boden verteilte. Bäume wandeln Kohlendioxid zwar in Sauerstoff um, aber diese Menge war wohl zu viel des Guten. 2006 wurde die Gegend für drei Menschen zum Verhängnis, als sie in einer Höhle in der Nähe des Horseshoe Lake Schutz suchten, in der die Konzentration von Kohlendioxid erhöht war.

Rakshastal - der "See des Teufels"

Im tibetischen See Rakshastal existiert kein Leben - weder Wasserpflanzen noch Fische. Daher wird das salzige Gewässer von den Bewohnern als giftig angesehen und auch gerne als der "See des Teufels" bezeichnet. Interessanterweise liegt östlich davon ein weiterer See - der Manasarovar, der über ein Süßwasserreservoire verfügt und im Buddhismus für "Erhellung" steht. So liegen sie da, das Gute neben dem Bösen, das Helle neben dem Dunklen. Die zwei Mächte, die das Leben bestimmen.

Am Boiling Lake geht es ganz schön heiß her

Knapp elf Kilometer östlich der Hauptstadt Roseau in Dominica geht es ganz schön heiß her: Wer sich dem Boiling Lake nähert, könnte glatt einen Feuertanz aufführen. Schließlich liegt die Temperatur am Ufer zwischen 82 und 92 Grad Celsius. Dies kam bei Untersuchungen aus dem Jahre 1875 heraus. Aufgrund dessen ließ sich das Gewässer mit einem Durchmesser von 60 Metern nicht in der Mitte messen - der Stelle, an der es wohl am meisten brodelt. Ein Grund mehr, die mit einer Dampfwolke umhüllte Naturschönheit lediglich aus sicherer Entfernung zu bewundern.

Hohe Kohlendioxid-Konzentration unterhalb des Manoun-Sees

Der im Westen Kameruns gelegene Manoun-See birgt ebenfalls ungeahnte Gefahren. Unterhalb des Gebietes befindet sich nämlich eine Magmakammer, in der sich überschüssiger Kohlendioxid konzentriert und über das Wasser an die Oberfläche gelangt. Fatal wären vor allem vulkanische Aktivitäten, Erdbeben oder Erdrutsche, wodurch schlagartig hohe Dosierungen des Kohlendioxids nach oben geschleudert würden. Der schlimmste Vorfall ereignete sich 1984, der 37 Menschenleben forderte.

In den Tiefen des Kiwusee lauern ebenfalls Gefahren

Der Kiwusee verläuft an der Grenze zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Seine Besonderheit liegt darin, dass je weiter man in die Tiefe dringt, der Salzgehalt und die Wassertemperatur steigen. Dafür verantwortlich sind vulkanische Quellen im Untergrund sowie die fehlenden Temperaturschwankungen im Land, wodurch eine dauerhafte Abkühlung der Oberflächenschichten unmöglich ist. Die eigentlichen Gefahren lauern in den Tiefen des Sees - eine sehr hohe Konzentration an Kohlendioxid und Methan. Welch verheerende Folgen eine Naturkatastrophe nach sich ziehen würde, mag man sich kaum ausmalen.

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Quelle: Zeljka Tomsic

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