Sie sind hier: Home > Sport > Bundesliga >

Diskussion um Halbzeit-Elfmeter in Mainz: Ist das überhaupt erlaubt?

...

SCHNELL ERKLÄRTKurioser Pfiff in Mainz  

Durfte der Schiedsrichter die Teams aus der Kabine holen?

Von Benjamin Zurmühl

17.04.2018, 10:32 Uhr
Trainer Christian Streich SC Freiburg Portrait Mainz *** Coach Christian Streich SC Freiburg Port (Quelle: imago)
"Lasse es über mich ergehen"

Streich zum Videobeweis: Streich: "Lasse es über mich ergehen". (Quelle: Perform/ePlayer)

Freiburg-Trainer Christian Streich äußert sich nach dem Spiel zum Videobeweis: "Lasse es über mich ergehen". (Quelle: Perform/ePlayer)


Eigentlich war die erste Halbzeit beim Kellerduell zwischen Mainz 05 und dem SC Freiburg schon beendet. Da holte Schiedsrichter Guido Winkmann die Teams aus der Kabine und gab Elfmeter – zu Recht?

Sowohl während als auch nach dem Spiel gab es große Diskussionen auf dem Platz. Bei der Partie zwischen dem FSV Mainz 05 und dem SC Freiburg ging es um wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Am Ende triumphierten die Gastgeber aus Mainz mit 2:0. Doch das erste Tor entstand unter zweifelhaften Bedingungen.

Was war passiert?

Kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit startete Mainz 05 beim Stand von 0:0 einen letzten Angriff. Kapitän Daniel Brosinski wurde von Levin Öztunali gut in Szene gesetzt und drängte von der rechten Seite in den Strafraum ein. Doch seine Flanke missglückte und prallte vom Freiburger Innenverteidiger Marc-Oliver Kempf zu Torwart Alexander Schwolow, der den Ball nach vorne parierte ehe Nicolas Höfler das Spielgerät in Richtung Mittelkreis drosch. Brosinski beschwerte sich kurz, da er ein Handspiel von Kempf gesehen hatte, doch Schiedsrichter Guido Winkmann ließ weiterspielen und pfiff Sekunden später zur Halbzeit.

Die Mannschaften liefen in Richtung Kabine, doch Winkmann blieb an der Seitenlinie stehen. Video-Assistentin Bibiana Steinhaus hatte dem Unparteiischen ein Signal gegeben, dass die genannte Szene überprüft werden müsste. Und tatsächlich: Guido Winkmann holte die Teams aus dem Kabinengang und gab einen Elfmeter, den Pablo de Blasis zur Führung für Mainz verwandelte. Die Verwunderung als auch der Ärger der Freiburger waren groß.

War der Elfmeterpfiff korrekt?

Grundsätzlich war es die richtige Entscheidung, Elfmeter zu geben. Marc-Oliver Kempf hatte den Arm weit ausgestreckt und hatte damit eine unnatürliche Körperhaltung. Da der Ball auch nicht aus nächster Nähe gegen den Innenverteidiger prallte, war der Strafstoß korrekt.

Durfte Guido Winkmann die Spieler aus der Kabine holen?

Ja, wo sich die Profis zur Zeit des Pfiffes aufhalten müssen, ist in den Regeln nicht festgelegt. Da aber mindestens sieben Spieler (sechs Feldspieler, ein Torwart) zur Fortsetzung des Spiels auf dem Platz stehen müssen, blieb Guido Winkmann keine andere Wahl, als die Akteure aus dem Kabinentrakt zu holen. Es hätte nicht gereicht, nur Freiburgs Torwart Alexander Schwolow und einen Mainzer Schützen zur Ausführung anwesend zu haben.

Kam der Pfiff des Schiedsrichters zu spät?

Das ist die Frage, über die am meisten diskutiert wird. Eine Antwort findet sich in den Regeln zum Einsatz des Videoassistenten, aufgestellt von den Regelhütern des Fußballs – dem International Football Association Board (IFAB). Unter Punkt 8.13 heißt es dazu:

"Der Video-Schiedsrichter/die Video-Schiedsrichterin ist wie ein/e Schiedsrichter-Assistent/in. Wenn ein/e Assistent/in einen Regelverstoß bemerkt, welcher sich vor dem Pfiff [zur Halbzeit oder zum Ende] ereignete, kann der Schiedsrichter/die Schiedsrichterin immer noch eingreifen, solange er/sie das Feld noch nicht verlassen hat."

Das heißt, solange Guido Winkmann noch auf dem Platz stand, hätte ihn Bibiana Steinhaus über die Fehlentscheidung informieren dürfen. Deshalb soll der Videoassistent auch nach IFAB-Regeln schnellstmöglich Bescheid sagen, dass eine Szene überprüft wird, um Problemen vorzubeugen. Denn ein solches Problem tat sich im Spiel zwischen Mainz und Freiburg auf. Wann genau Steinhaus eingriff, ist nämlich unklar. Anhand der Fernsehbilder lässt sich nur vermuten, dass es ein wenig zu spät war.

Denn Schiedsrichter Guido Winkmann lief mit dem Ball in der Hand über die Seitenauslinie Richtung Spielertunnel, ehe er rund einen Meter außerhalb des Spielfelds stehen blieb. Auf den ersten Blick wirkt es dadurch so, als hätte sich Bibiana Steinhaus erst dann bei Winkmann gemeldet. Doch wie der SID erfahren hat, bestand die Kontaktaufnahme zu einem Zeitpunkt, als der Referee noch auf dem Platz stand. Dies sollen die Video- und Tonaufzeichnungen aus dem Kontrollcenter in Köln belegen.

Was sagt der DFB zu den Geschehnissen in Mainz?

Kurz nach dem Spiel äußerte sich die Schiedsrichterkommission des DFB wie folgt:

"Der Halbzeitpfiff unterbricht das Spiel wie jeder andere Pfiff des Schiedsrichters auch. Daher ist es auch regeltechnisch in Ordnung, hier dann den Strafstoß zu geben. Erst wenn ein Spiel wieder fortgesetzt wäre, könnte der Strafstoß nicht mehr gegeben werden."

Fazit

Ob es regelkonform war, die Mannschaften wieder aus der Kabine zu holen, ist noch unklar. Als sich Bibiana Steinhaus bei Guido Winkmann meldete, hätte Letzterer sofort die Spieler stoppen sollen, um sofort klarzumachen, dass eine Situation überprüft wird. Die Freiburger Profis waren bereits im Spielertunnel, die Mainzer nur vereinzelt noch am Spielfeldrand. Die meisten hatten also schon mit der ersten Halbzeit abgeschlossen.

Auch wenn sich der Einsatz des Videoassistenten in der Bundesliga aktuell noch in einer Testphase befindet, war es auf jeden Fall kein ideales Beispiel für die Kommunikation zwischen dem/der Video-Assistenten/in und dem/der Schiedsrichter/in. DFB-Projektleiter und Ex-Schiedsrichter Lutz-Michael Fröhlich fasste die Ereignisse nach dem Spiel bei Eurosport gelungen zusammen. "Vom Ablauf her ist das keine Werbung, aber es war in diesem Fall tatsächlich nicht anders möglich. Damit muss man leben im Moment. Am Ende ist der Ablauf korrekt, aber er läuft dem Grundgedanken der Spontanität und der Emotion entgegen."

Verwendete Quellen:

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
20% auf Mode mit dem Code 11586 - nur bis zum 26.04.18
gefunden auf otto.de
Anzeige
Endlich wieder Frühlingsgefühle! Jetzt bei Manufactum
alles für den Garten entdecken
Klingelbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • erdbeerlounge.de
  • kino.de
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018