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FIFA-Regelhüter beschließen revolutionäre Änderungen im Fußball


Videobeweis und Dreifachbestrafung
Revolutionäre Änderungen im Fußball beschlossen

Von sid, dpa
05.03.2016Lesedauer: 3 Min.
Die Einführung des Videobeweises rückt näher: Zunächst einmal ist eine Testphase bis einschließlich der Spielzeit 2017/18 geplant.Vergrößern des BildesDie Einführung des Videobeweises rückt näher: Zunächst einmal ist eine Testphase bis einschließlich der Spielzeit 2017/18 geplant. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)
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Grünes Licht für die Revolution: Die Regelhüter des Fußball-Weltverbands FIFA haben einer Testphase für den Videobeweis erwartungsgemäß zugestimmt. Ebenso wurde eine Modifizierung der Dreifachbestrafung auf den Weg gebracht.

Demnach soll schon ab Juni und damit auch bei der EM ein Spieler für ein Foul im Strafraum nicht mehr mit der Roten Karte bestraft werden, sofern sein Vergehen keine Tätlichkeit ist. Stattdessen sollen die Schiedsrichter dann auf Strafstoß und Gelbe Karte entscheiden. Die Entscheidung gilt zunächst für eine Testperiode von zwei Jahren. Die bisherige Regelung war von vielen prominenten Fußballern und Trainern, unter ihnen Bundestrainer Joachim Löw, massiv kritisiert worden.

DFL ist zufrieden

Der Videobeweis soll mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in der Bundesliga erprobt werden. Bis jedoch die Technik über Tore, Elfmeter und Platzverweise entscheiden kann, werden noch zwei Jahre vergehen.

"Auf DFL-Seite sind wir natürlich sehr zufrieden mit dieser Entscheidung. Mit dem Ja zu den Tests für den Videobeweis wurde der mehrheitlich positiven Stimmungslage Rechnung getragen", sagte DFL-Direktor Ansgar Schwenken in einer Stellungnahme. Die DFL werde sich nun gemeinsam mit dem DFB sehr aktiv in die auf zwei Jahre ausgerichtete Testphase einbringen. "Wenn alle noch offenen Fragen mit der FIFA geklärt sind, wollen wir schon zur kommenden Saison 2016/17 mit der ersten Phase starten. Wichtig ist uns bei der Umsetzung vor allem, dass das Fußballspiel dennoch seinen eigentlichen Charakter behält", betonte Schwenken.

Möglichst schnell in der Bundesliga umsetzen

Das International Football Association Board (IFAB) hatte seine 130. Hauptversammlung im walisischen Cardiff abgehalten. An der Sitzung des IFAB nahm auch der neue FIFA-Präsident Gianni Infantino (Schweiz) teil.

Die Bundesliga sieht sich gerüstet. "Wenn die Tests zugelassen werden, können wir sie mit am schnellsten umsetzen, da wir über eine eigene Produktionsfirma besitzen", hatte Christian Seifert gesagt. Der DFL-Boss warnte allerdings auch vor Schnellschüssen: "Ich gehöre nicht zu denen, die sagen, Fehler gehören dazu. Dazu geht es um zu viel. Aber es wird eine grundlegende Veränderung des Spiels sein. Deshalb muss es sehr gut durchdacht sein. Man muss es sehr seriös prüfen und darf es nicht übers Knie brechen."

FIFA-Boss spricht für Videobeweis aus

Geplant ist deswegen die "sanfte" Einführung der Technik. In der kommenden Saison 2016/17 soll es zunächst einen Test im Offline-Modus geben, in der folgenden Spielzeit ist dann ein direkter Eingriff möglich, der aber auch noch ohne Auswirkungen auf die Partie durchgeführt werden soll.

"Wir befinden uns im Jahr 2016, wir dürfen unsere Augen vor neuer Technologie nicht verschließen", sagte Infantino zuletzt: "Wir müssen reale Tests machen und uns die Angelegenheiten anschauen."

Macht der Schiedsrichter soll nicht beschnitten werden

Fest steht bereits, dass in der Bundesliga lediglich der Referee die Aufnahmen anfordern kann. In einigen anderen Ligen - insgesamt hatten sich neun beim Weltverband FIFA für die Testphase beworben - sollen dagegen sogenannte Challenges der Mannschaften wie im Tennis möglich sein.

Das kommt hierzulande nicht infrage. "Uns ist wichtig, dass das Schiedsrichter-Team Herr des Geschehens bleibt", hatte Schwenken betont. Herbert Fandel, der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses, verdeutlichte, dass der Unparteiische auf dem Feld auch weiterhin der Chef ist: "Es geht nicht, dass sich die Assistenten einmischen. Es muss eine klare Struktur in der Kommunikation geben", sagte Fandel: "Die Spielleitung muss in einer Hand liegen."

Comeback der Ex-Referees?

Die Videoaufzeichnung soll ausschließlich bei den drei spielentscheidenden und umstrittenen Situationen angefordert werden: bei Toren, Elfmetersituationen und Platzverweisen.

Fandel schwebt vor, dass altgediente Schiedsrichter und Ex-Referees künftig als sogenannter Video-Assistent eingesetzt werden sollen. "Sie haben die notwendige Ruhe. Erfahrung spielt hier eine wichtige Rolle", merkte der 51-Jährige an. Gut möglich, dass aufgrund der neuen personellen Bedürfnisse der Kader der Bundesliga-Schiris auf 26 aufgestockt wird.

Kostenfrage ungeklärt

Der Video-Assistent soll an einem zentralen Ort oder im Stadion sitzen und kann die TV-Bilder als Basis nutzen. Die Kostenübernahme müsse allerdings noch mit der FIFA geklärt werden.

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