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Bundesliga: Die Boateng-Brüder - Riesentalente mit Rüpel-Image

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Bundesliga - Hintergrund  

Die Boatengs - Riesentalente mit Rüpel-Image

25.02.2009, 17:46 Uhr | t-online.de

Von Luiz Breidert

Jerome Boateng (li.) und Kevin Prince Boateng zu Hertha-Zeiten. (Foto: imago)Jerome Boateng (li.) und Kevin Prince Boateng zu Hertha-Zeiten. (Foto: imago) Sie sind derzeit in aller Munde: Die Boatengs. Genauer gesagt Kevin-Prince von Borussia Dortmund und sein Bruder Jerome vom Hamburger SV. Kevin wurde nach zwei harten Zweikämpfen gegen Miroslav Klose und Mladen Krstajic in die Treterrolle gedrängt, Jerome gilt nach seinem Ausraster gegen Teamkollege Albert Streit als Rüpel. Fußball-Deutschland fragt sich derzeit mehr denn je: Wer sind die beiden?

Da ist zunächst BVB-Profi Kevin Prince. Als Sohn einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters kam Kevin-Prince Boateng am 6. März 1987 in Berlin auf die Welt. Wie es aussieht, ist ihm das Fußballtalent in die Wiege gelegt worden. Der Vater, Prince Boateng, kam aus Ghana nach Deutschland, kickte in der Verteidigung der Reinickendorfer Füchse.

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Auch die Mutter kickte

Kevins Onkel spielte in Ghanas Nationalmannschaft. Seine Mutter Christine kickte im Wedding, bei Meteor 06. Und sie ist eine geborene Rahn. Rahn, wie Helmut Rahn, der Weltmeister von 1954? „Ja“, sagt Boateng, „der ist mit meinem Opa verwandt, ich glaube, die sind Cousins.“ Kevin ist rechts wie links stark, ein guter Techniker. „Wenn du den mit rechts machst, dann kriegst du kein Essen“ hat ihm der größere Bruder George (spielt heute beim Nordberliner SC) früher beim Training zugerufen. Also machte es Kevin mit links.

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Vom Hertha-Scout entdeckt

Kevin ging, wenn er gerade mal nicht trainierte, in die Poelchau-Oberschule, eine Sportschule, die mit Hertha kooperiert. Er ging in eine Fußballklasse, die mit lauter Talenten vollgestopft war. Alle wollten den großen Sprung schaffen, Profi werden. „Doch wahrscheinlich ist das den wenigsten gelungen“, sagt er stolz. Entdeckt wurde Boateng von einem Hertha-Jugendtrainer. „Da waren bestimmt 15, 20 Jungs, die mit mir auf der Wiese im Wedding hinter dem Ball herrannten. Okay ein paar Tricks hatte ich schon drauf, den 'Okocha' zum Beispiel.“ Den Trick hatten andere aber auch gekonnt. Was ihn aber von den anderen unterschied, waren seine Schuhe. „Ich glaube, ich habe als einziger in Gummistiefeln gespielt.“ Kein anderer hätte den "Okocha" in Gummistiefeln hinbekommen.

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Ab in den Verein

Der Jugendtrainer vom Hauptstadtklub hatte Boateng vom Fenster aus beobachtet. Sozusagen aus beruflichem Interesse. Nun rief er seinen Sohn zu sich, sagte ihm, "den musst du mir mal vorstellen". So kam Kevin-Prince Boateng zu Hertha. Abgesehen von einem kurzen Gastspiel bei den Reinickendorfer Füchsen spielte Kevin-Prince ab seinem 7. Lebensjahr bei Hertha BSC.

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Bester Nachwuchskicker

Von 2001 an hat er zudem alle Junioren-Nationalteams des DFB durchlaufen hat. 2003 wurde Kevin-Prince mit Herthas B-Jugend Juniorenmeister. Ab Juli 2004 spielte er bei Hertha II in der Regionalliga. Sein Tor zum 3:0, das er in einem U19-Match gegen Griechenland erzielte, wurde zum „Tor des Monats“ gewählt. Im Jahr 2005 erhielt er die „Fritz-Walter-Medaille“ in Bronze. 2006 erhielt er die gleiche Auszeichnung in Gold. Er war also der beste deutsche Nachwuchskicker des WM-Jahres.

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Mann fürs Mittelfeld

Seine Leistungen in der Regionalliga (29 Spiele und fünf Tore) ließen ihn schon in der Saison 2005/06 in den Profikader aufsteigen. Er erhielt einen Vertrag bis 2009 und sollte langfristig als Mann für das zentrale Mittelfeld aufgebaut werden. Von seinem Aufstieg 2005 bis zu deinem Wechsel auf die Insel zu den Tottenham Hotspurs spielte er 43 Mal für die Blau-Weißem und erzielt dabei vier Tore.

Trainer Götz sorgt für einen Eklat

Am Ende seiner Berliner Zeit wurde immer mehr zu einem Problemfall. Denn er hat einen großen und verletzlichen Stolz. Nachdem sein ehemaliger Trainer Falko Götz in einem Interview fälschlicherweise behauptet hatte, Boateng und seine Geschwister stammten von verschiedenen Vätern, drohte ihm der Jungprofi Prügel an. Boateng geriet mehr und mehr aus der Spur. Er kürte sich selbst zum „Prince von Berlin“ und fiel vor allem durch sein egozentrisches Verhalten auf. Er zelebrierte den schillernden Auftritt, suchte das Rampenlicht. Boateng hat noch heute 13 Tätowierungen, trägt sehr gerne extravagante Designer-Kleidung und fährt einen weißen Lamborghini.

Falsch beraten

2007 wechselte Boateng im Ärger für eine Ablöse von 7,9 Millionen Euro nach London zu den „Spurs“. Sein Premier-League-Debüt gab er am 3. November 2007 gegen den FC Middlesbrough. Doch er kommt insgesamt auf nur 13 Kurzeinsätze. Er bereute seinen Wechsel nach England schon früh. „Ich war jung und naiv. Mein damaliger Berater hat mich zu einem Wechsel gedrängt, mit Manager Hoeneß war ich in Streit geraten. Heute weiß ich, dass mir zwei oder drei weitere Jahre bei Hertha BSC und unter Lucien Favre gut getan hätten", so der Mittelfeldspieler.

Letzte Chance beim BVB

Im Januar 2009 kam dann doch die Wende zum Guten: Der BVB lieh den zentralen Mittelfeldspieler mit einer Kaufoption über rund fünf Millionen bis zum Saisonende aus. „Ich wollte unbedingt zurück in die Bundesliga. Prima, dass es mit Borussia geklappt hat. „Ich denke, dass Dortmund meine letzte Chance ist. Ich spüre nichts als Glück in mir.“ Boatengs Rüpel-Image störte den neuen Trainer Jürgen Klopp nicht: „Er ist ein Superjunge, der weiß, dass er Fehler gemacht hat. Doch man muss berücksichtigen, dass solche Jungs aus Gegenden kommen, in denen wir nicht groß geworden sind,“ verteidigte der Coach seinen Schützling von Anfang. Daran ändern auch die vergangenen Wochen mit den vielen Negativschlagzeilen nichts.

Weg aus Berlin

Bruder Jerome (20) erfährt ähnliche Unterstützung. Trainer Martin Jol baut auf seinen talentierten Verteidiger. Daran ändert auch die zwischenzeitliche Suspendierung nichts. Sein Weg in die Bundesliga verlief ähnlich dem des Bruders. Jeromes erster Jugendverein war Tennis Borussia Berlin bevor auch er 2002 in die Jugend von Hertha BSC Berlin wechselte. Ab 2005 spielte er in der Regionalliga für die Amateure der Hertha. Im Januar 2007 konnte er seinem Bruder folgen und wurde in den Profikader der Berliner aufgenommen.

Weiterentwickeln in Hamburg

Am 31. Januar gab er sein Bundesliga-Debüt bei Hannover 96, das jedoch in die Hose ging: Hertha verlor mit 0:5 aber immerhin spielte der Rechtsverteidiger durch. Im August 2006 reiste er mit der U19 (17 Spiele) zur Junioren-Europameisterschaft .Seit 2007 spielt das Talent auch für Deutschlands U21. Wie sein Bruder Kevin entschloss sich auch Jerome im Sommer 2007 zu einem Wechsel. Das Talent war begehrt. Monatelang wurde gepokert, in das sich sogar der AC Florenz einmischte. Die Wahl fiel auf dem HSV. „Weil ich mich weiter entwickeln will", sagt er beim Antritt. Das ist ihm gelungen. 40 Einsätze hat er auf dem Konto - Tendenz steigend.

 
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