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Barfußlaufen - Experten warnen vor Überlastung

11.07.2012, 13:32 Uhr | Alicia Chang, dapd

Barfußlaufen - Experten warnen vor Überlastung. Barfußlaufen: Hohe Beanspruchung auf hartem Untergrund. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gerade auf hartem Untergrund wird der Bewegungsapparat beim Barfußlaufen stark beansprucht. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Barfußlaufen gilt als gesund und soll Vorteile bringen. Entsprechend laufen immer mehr Profi- wie Freizeit- Sportler ohne Schuhe oder mit speziellen Barfußschuhen, die das Gefühl vermitteln, direkt auf dem Untergrund zu laufen. Experten warnen jedoch vor zu schneller Umstellung und Überlastung. Barfußlaufen erfordert einen anderen Laufstil als bei den meisten Sportlern, die mit Schuhen laufen. Es drohen sogar Knochenbrüche im Fuß. Mehr zu den Risiken von Barfußlaufen sehen Sie auch in unserer Foto-Show.

Barfußlaufen: Diagnose Stressfraktur

Kilometer um Kilometer, Marathon, Ultramarathon - für Ryan Carter nichts Besonderes mehr. Ein neues Laufgefühl sollte nun den Kick bringen: So gut wie barfuß ging Carter jetzt auf die Piste. Die Laufschuhe ließ er liegen und ersetzte sie durch eine Art Handschuhe für die Füße: Barfußschuhe, die sich leicht an die Füße schmiegen, dabei aber vor Scherben und ähnlichem schützen. Kaum zu spüren sollen sie sein, eben so, als ob sie gar nicht da wären.

Der erste Lauf führte Carter nur wenige hundert Meter übers Gras. Drei Monate später war er schon wieder bei rund zehn Kilometern auf Asphalt. Dann plötzlich stechende Schmerzen im rechten Fuß. "Es war, als ob jemand mich mit einem Hammer geschlagen hätte." Der Arzt fand eine Stressfraktur.

Immer mehr Läufer suchen die neue Erfahrung, barfuß ihre Kilometer zurückzulegen. Viele gehen es dabei jedoch zu schnell an, oder der Bewegungsapparat kommt mit der Umstellung nicht zurecht. Das Ergebnis: gezerrte Muskeln, Sehnenentzündungen oder Brüche.

Barfußlaufen: Bewegungsapparat wird anders beansprucht

Ärzte raten, ganz langsam den neuen Laufstil auszuprobieren. Schließlich werden Muskeln, Bänder und Knochen völlig anders beansprucht. Während Läufer mit Schuhen in der Regel längere Schritte machen und auf den Fersen aufkommen, treten Barfußläufer eher auf dem Vorder- oder Mittelfuß auf und schreiten kürzer aus. Daran muss der Körper sich gewöhnen. Und wenn sie beispielsweise wie beim gewohnten Laufstil auf der Ferse aufsetzen - jetzt aber ungedämpft -, belastet das deutlich stärker.

Barfußlaufen: Langsam anfangen

Zunächst sollten Wagemutige mit Barfuß-Gehen beginnen. In der ersten Laufwoche sollten es nicht mehr als ein paar hundert Meter pro Tag sein, Lauftage sich mit Ruhetagen abwechseln. Und die Läufer sollten aufhören, sobald sie Schmerzen verspüren.

"Die meisten haben sich etwas zu enthusiastisch hineingestürzt", sagt der Orthopäde Paul Langer aus Minneapolis über seine Barfußläufer-Patienten. Der leidenschaftliche Triathlet trainiert selbst teilweise auch in Barfußschuhen und weiß, wovon er spricht.

Barfußschuhe an den Nagel gehängt

Egal, ob mit oder ohne Schuhen: Schmerzen und Verletzungen beim Laufen sind keine Seltenheit. Ein beträchtlicher Teil der Läufer leidet immer wieder an Überlastungsproblemen. Einige Läufer mit chronischen Problemen glauben nun an die Kraft des Natürlichen, die ihre Schmerzen lindern soll: Barfuß-Sport.

Greg Farris gehörte zu ihnen. Er entschied sich für den Versuch, um der Dauerschmerzen in seinem Knie Herr zu werden. Zunächst ging es gut, dann spürte er bei einem Fünf-Kilometer-Lauf plötzlich ein Taubheitsgefühl im Fuß. Auch bei ihm fand der Arzt eine Stressfraktur. Der Fuß blieb drei Monate lang eingegipst. Jetzt hat Farris wieder angefangen zu laufen - mit Schuhen. "Ich glaube, mein Körper ist nicht dafür gemacht", sagt er über den Barfußlauf. Bei anderen wiederum hat der Versuch sich gelohnt.

Ultramarathonläufer Ryan Carter hat seine Barfußschuhe ebenfalls wieder an den Nagel gehängt. Seinen vierten 100-Meilen-Lauf im April absolvierte er wieder mit ganz normalen Laufschuhen.

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