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Olympia 2016 Handball: Deutschland bezahlt Lehrgeld im Hexenkessel

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"Das war heute vogelwild"  

DHB-Team bezahlt Lehrgeld im Hexenkessel

12.08.2016, 09:56 Uhr | t-online.de

"Waren in der Abwehr nicht konsequent genug"

Olympia-Reporter Johann Schicklinski sieht drei Gründe für die Niederlage gegen den Gastgeber.

Olympia-Reporter Johann Schicklinski: "Waren in der Abwehr nicht konsequent genug". (Quelle: t-online.de)


Aus Rio de Janeiro berichtet Johann Schicklinski

"Brasil, Brasil"-Gesänge, Fahnen schwenkende Fans, die es nicht mehr auf ihren Sitzen hielt, die La-Ola-Welle sowie Torschreie, deren Dezibelstärke an einen startenden Düsenjet erinnerten: Was wie ein Fußball-WM-Finale im Maracana anmutete, war die Kulisse für die Olympia-Vorrundenpartie im Handball zwischen Gastgeber Brasilien und Deutschland in der "Future-Arena" in Barra de Tijuca.

Die DHB-Auswahl wurde in dem ausverkauften Hexenkessel massiv auf die Probe gestellt - und musste letztlich Lehrgeld zahlen. In einem verrückten Spiel, in dem die Führung immer wieder wechselte, unterlag der Europameister überraschend mit 30:33 (16:17) und verpasste somit den vorzeitigen Viertelfinaleinzug bei Olympia 2016. Es war im zehnten Spiel die erste Niederlage überhaupt gegen Brasilien.

Die deutschen Spieler ließen nach Ablauf der Uhr den Kopf hängen und schlichen vom Feld, während die Brasilianer feierten, als hätten sie gerade Olympiagold gewonnen. Die Halle stand schier Kopf, selbst zwanzig Minuten nach Spielende wurde noch enthusiastisch gejubelt. 

"Wir sind sehr enttäuscht" 

Die Gefühlswelt bei der deutschen Mannschaft war natürlich eine ganz andere. "Wir sind sehr enttäuscht über die Niederlage", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson und richtete gleichzeitig den Blick nach vorne. "Wir werden unseren Weg weitergehen". 

Als Grund für die Niederlage hatte der Isländer mangelnde Spielkontrolle ausgemacht: "Wir hatten gute Phasen, haben das Spiel aber nie in den Griff bekommen." 

Dazu machte sein Team einfach zu viele Fehler. Sei es in der Defensive, wo die DHB-Auswahl mit den quirligen und körperbetont spielenden Brasilianern immer wieder Probleme hatte. Aber auch im Angriff zeigten die Deutschen Schwächen und offenbarten eine mangelhafte Chancenverwertung. Ein Problem, das das Team schon in den ersten beiden Spielen aufwies. 

Vier Gegentreffer ins leere Tor

Zudem nutzten die Brasilianer die deutschen Fehler gnadenlos aus. Sigurdsson ersetzte bei eigenem Ballbesitz oftmals den Torhüter durch einen zusätzlichen Feldspieler, um im Angriff Überzahl zu haben. Allerdings erlaubten sich die Deutschen für diese offensive Taktik zu viele Ungenauigkeiten und kassierten nach Ballverlust vier Gegentreffer ins verwaiste Tor. 

Ein weiterer Knackpunkt war die Rote Karte für DHB-Kapitän Uwe Gensheimer, nachdem er in der 49. Minute dem brasilianischen Torhüter bei einem Siebenmeter den Ball ins Gesicht geworfen hatte. Er gab nach der Partie zu: "Vielleicht haben wir den ein oder anderen Fehler auch aufgrund der hitzigen Atmosphäre gemacht." 

"Das war vogelwild" 

"Das war teilweise vogelwild heute. Wir haben nicht das abgerufen wie die Tage zuvor", kritisierte Torwart Silvio Heinevetter, der erstmals von Beginn an spielte. An ihm lag es nicht, der Berliner Keeper zeigte eine starke Leistung, wirkte aber oft verzweifelt ob der durchwachsenen deutschen Abwehrarbeit.

Diese Fehleranfälligkeit der DHB-Auswahl zog sich durch die gesamte Partie. Selbst durch einen zwischenzeitlichen Vier-Tore-Vorsprung gewann der Europameister keine Sicherheit.  

Viertelfinale muss noch warten

Die brasilianischen Fans peitschten ihre "Canarinhas" immer wieder nach vorne und halfen ihnen dadurch auch in kritischen Phasen. So steigerte sich das Team des Gastgebers insbesondere in der heißen Schlussphase mit der Unterstützung der Anhänger in einen Rausch und behielt letztlich verdient die Oberhand.

Die DHB-Auswahl muss ihre Lehren aus der Niederlage ziehen und es im nächsten Spiel gegen Slowenien am Samstag besser machen. "Einen Knacks haben wir nicht davongetragen", sagte Paul Drux und blickte voraus: "Dann machen wir eben im nächsten Spiel das Viertelfinale perfekt."

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