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Marius Müller-Westernhagen - "Alphatier": Die Emotion des Animalischen

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Marius Müller-Westernhagen  

"Alphatier": Die Emotion des Animalischen

25.04.2014, 08:36 Uhr | Philipp Maxrath / Intro

Marius Müller-Westernhagen - "Alphatier": Die Emotion des Animalischen. Die neue Platte von Marius Müller-Westernhagen heißt "Alphatier". (Quelle: Sony/Kunstflug)

Die neue Platte von Marius Müller-Westernhagen heißt "Alphatier". (Quelle: Sony/Kunstflug)

Mit dem Titel "Alphatier" spielt Marius Müller-Westernhagen mit den Klischees, die sein Image seit fast 30 Jahren umranken. Das neue Album des immerjungen Deutschrockers klingt mehr nach verrauchten Blueskellern als ausverkauften Stadien.

Der Mann des Volkes spricht. Der Mann, an dessen Lippen die Leute hängen und der sich mit einem Hang zur großen Geste auch mal wie ein Hohepriester inszeniert. Kann man Marius Müller-Westernhagen auch noch mit 65 Jahren so charakterisieren? Nun veröffentlicht der Mann, der Deutschrock prägte wie kaum ein Zweiter, sein neustes Werk "Alphatier". Es ist ein Album geworden, das sich allen gestelzten Trends der Musikindustrie mit Energie und Charme widersetzt.

Flehen, schreien, klagen

Es gibt auf dem Album eine ganze Reihe Momente, die nach lebendigen Jam-Sessions klingen. Etwa dann, wenn Westernhagen bei "Keine Macht" seine Band immer wieder mit einem "Oh Ja" anfeuert. Einmal zitiert er Jimi Hendrix ("Alphatier"), dann erinnert sein Vortrag einer Predigt ("Oh, Herr"). Das Level an Emotionalität und Dringlichkeit ist auf der ganzen Albumlänge hoch, sein Höhepunkt ist "Liebe (um der Freiheit Willen)"): Ein sechseinhalb Minuten langes Stück, das mit einer einsamen Akustikgitarre beginnt, bevor Westernhagen dem Hörer die Powerakkorde um die Ohren haut. Ab dann fleht, schreit, klagt, mahnt er: "Demokratie für alle Menschen, Freiheit für alle Menschen".

Mit Energie zurück in die Blues-Keller

Bleibt die Frage, warum Westernhagen es immer noch für nötig hält, sich selbst mit dem veralteten Macker-Gebaren eines "Alphatiers" zu charakterisieren. Hört man das Album länger, gewinnt man den Eindruck, als ob es ihm auch mit 65 Jahren noch eine kirre Freude bereitet, zu übertreiben, zu inszenieren, zu provozieren und anzuecken. Der großspurige Rock des Albums leistet diesem Ansinnen Vorschub, auch wenn die Musik tatsächlich einer Retrospektive ähnelt, zumindest aber die ganze, fast 50 Jahre andauernde Karriere Westernhagens widerspiegelt.

Das tut der Rocker mit viel Kraft und Energie, von Altersmüdigkeit keine Spur. Westernhagen zeigt sich von seiner besten Seite. Er versichert glaubhaft, dass er in den verrauchten Blues- und Rockkellern seiner Jugend auch heute noch eine genauso gute Figur machen würde wie in großen Arenen.  

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