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Sender kennt Vorwürfe gegen Dieter Wedel seit 40 Jahren

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SR verspricht jetzt Aufarbeitung  

Sender kennt Vorwürfe gegen Wedel seit 40 Jahren

25.01.2018, 23:34 Uhr | JSp, t-online.de, AFP, dpa

Sender kennt Vorwürfe gegen Dieter Wedel seit 40 Jahren. Dieter Wedel: Schon in den 80er-Jahren gab es Vorwürfe gegen ihn.  (Quelle: imago)

Dieter Wedel: Schon in den 80er-Jahren gab es Vorwürfe gegen ihn. (Quelle: imago)

Als die Vorwürfe gegen Dieter Wedel bekannt wurden, war die Öffentlichkeit geschockt. Der Saarländische Rundfunk erfuhr schon vor fast 40 Jahren davon, nun soll aufgearbeitet werden. 

Obwohl der Sender nach eigenen Angaben bereits vor fast 40 Jahren von den Vorwürfen sexueller Übergriffe durch den Regisseur Dieter Wedel gewusst hat, wurde damals die Zusammenarbeit fortgesetzt. Wie der Sender am Mittwochabend berichtete, geht dies aus Akten zu der von Wedel produzierten Vorabendfernsehserie "Bretter, die die Welt bedeuten" hervor, die im Zusammenhang mit den zu Jahresbeginn von mehreren Frauen erhobenen Vorwürfen gegen den 75-Jährigen gesichtet wurden.

"Taskforce" soll Aufarbeitung leisten

Jetzt will der SR die eigene Reaktion auf die damals erhobenen Vorwürfe umfassend aufarbeiten. Die Spitze des Senders habe eine "Taskforce" unter Federführung von Justiziar Bernd Radeck gebildet, wie der Sender selbst am Donnerstag mitteilte. Das Gremium habe die Akten von damals bereits einmal gesichtet.

Es geht um Dreharbeiten für die TV-Serie "Bretter, die die Welt bedeuten", die von der damaligen SR-Tochterfirma Telefilm Saar (TFS) produziert wurde. "Schon jetzt steht fest, dass sich die TFS und der SR 1981 nicht richtig verhalten haben", teilte der Sender mit.

Die damals für die Serie engagierte Schauspielerin Esther Gemsch hatte in der Wochenzeitung "Die Zeit" einen mutmaßlichen Vergewaltigungsversuch geschildert, bei dem Wedel sie 1980 gewürgt haben soll. Sie habe dabei Verletzungen erlitten, weshalb sie ihre Rolle nicht habe weiterspielen können. Ihre Vorwürfe waren auch in einem internen Bericht des SR festgehalten worden. Dem "Zeit"-Bericht zufolge hatte der damalige Anwalt von Wedel die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Dreharbeiten gingen danach mit Schauspielerin Ute Christensen weiter, die nach eigener Aussage von Wedel sexuell belästigt, schikaniert und gedemütigt worden sei.

Rücktritt als Intendant 

Wedel hatte nach seinem Rücktritt als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele am Montag von einer "diffamierenden Diskussion" um seine Person gesprochen. Er verabscheue jede Form von Gewalt gegen Männer und Frauen. Wedels Anwalt Michael Philippi sagte der ARD-"Tagesschau" zur Berichterstattung der "Zeit", einige Zeugen seien nicht mehr am Leben, außerdem könne Wedel wegen seiner Gesundheitsprobleme derzeit nicht Stellung beziehen. "Das halte ich ethisch nicht für verantwortbar, und ich halte es zudem auch rechtlich für unzulässig."

"Es soll alles offen gelegt werden"

Der SR teilte mit, man wisse leider nicht, warum damals niemand auf die Vorwürfe reagiert habe. Der Sender hat nach eigener Aussage Kontakt zu den beiden mutmaßlichen Opfern und zu weiteren Zeitzeugen aufgenommen. Es solle "alles offen gelegt werden". Dabei gehe es nicht darum, "auf voyeuristische Art mögliche Vergehen von Dieter Wedel anzuprangern, die womöglich strafrechtlich verjährt sind". Man wolle vielmehr "die Systeme, Mechanismen und Verhaltensweisen ausleuchten", die damals solche Delikte ermöglicht haben könnten.

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