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"Polizeiruf 110": Die Rostocker Ultraszene wird durchleuchtet

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TV-Kritik: Hools ins Rostock  

Alkohol und Gewalt als Lebenseinstellung

29.05.2017, 08:25 Uhr | von Verena Maria Dittrich

Die Rostocker Ermittler König und Bukow lernen die Hansestadt bei ihren Ermittlungen von der düsteren Seite kennen. (Screenshot: Bitprojects)
Polizeiruf 110: Lohnt sich der Rostock-Krimi am Sonntag?

Die Rostocker Ermittler König und Bukow lernen die Hansestadt bei ihren Ermittlungen von der düsteren Seite kennen.

Die Rostocker Ermittler König und Bukow lernen die Hansestadt bei ihren Ermittlungen von der düsteren Seite kennen. (Quelle: Bitprojects)


Ein Hooligan der Rostocker Ultraszene wird getötet. War es Mord oder ein Kollateralschaden? LKA-Analystin König und Hauptkommissar Bukow gehen der Sache nach, dabei haben die beiden mit sich selber genug zu tun.

Wenn Hools von einem "Match" sprechen, meinen sie eine organisierte Prügelei. Heißt: Keine Waffen, den Kampfbereich von Störkörpern freiräumen und wer am Boden liegt und aufgibt, von dem wird abgelassen.

Für diese Männer und Frauen ist Prügeln eine Art Sport. Sie schließen sich in Klubs zusammen und versuchen einander das Fürchten zu lehren. Auch Stefan Momke (Lasse Myhr) ist ein Hool. Einst war er Chef der "Red Rostocks". Deren Motto: "Einer für alle, alle für Rostock. Bis in den Tod".

UMFRAGE
Welche Schulnote geben Sie dem "Polizeiruf" aus Rostock?

Momke hat sieben Jahre Knast hinter sich. Er hat den Polizisten Erik Kaschau (Jan Hasenfuß) in den Rollstuhl getreten. Inzwischen ist der Beamte nur noch ein Schatten seiner selbst. Seine Frau Evelyn (Anna König), vom Staatsapparat allein gelassen, kämpft um Kraft zum Durchhalten und jeden einzelnen Euro. Momke ist das egal. Er will zurück in sein altes Leben - ein Leben aus gebrochenen Knochen und Gewalt.

Doch der Mord an seinem alten Weggefährten Olaf Putensen (Steffen C. Jürgens), der dabei war, als Kaschau vor sieben Jahren ins Koma geprügelt wurde, rückt Momke ins Visier von LKA-Analystin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Hauptkommissar Alexander "Sascha" Bukow (Charly Hübner). Der Tote hatte einst seinen Schläger-Kumpel Momke an die Polizei verpfiffen - ein klares Motiv.

Bukow (Charly Hübner) besucht Polizistenfrau Evelyn (Anna König), deren Mann von Hooligans in den Rollstuhl getreten wurde. (Quelle: NDR/Christine Schroeder)Bukow (Charly Hübner) besucht Polizistenfrau Evelyn (Anna König), deren Mann von Hooligans in den Rollstuhl getreten wurde. (Quelle: NDR/Christine Schroeder)

Das Maximum an Romantik

Es ist ein tristes Bild, das der neue "Polizeiruf 110" von Rostock zeichnet. Bukow bringt es in seiner nonchalanten Art auf den Punkt: "Ficken ist das Maximum an Romantik in Rostock". Dieser Ton durchzieht die Geschichte, ihre Helden und Schurken wie eine Schnur mit Widerhaken, die ihnen im Rachen steckt.

Die Aura der Gewalt die Momke und seine ehemalige Freundin, die Ex-Schlägerbraut Doreen (beängstigend authentisch Lana Cooper), bei ihrem Wiedertreffen umgibt, ist zum Schneiden dick und spiegelt sich in der Lebenssituation der LKA-Analystin König wieder. Die Beinahe-Vergewaltigung aus der vorangegangenen "Polizeiruf"-Folge und die Wut, mit der sie ihren Peiniger fast erschlug, lassen die Beamtin nicht los. Ihr Chef Röder (Uwe Preuss) will reine Notwehr erkennen und sie zu einer Korrektur der Ereignisse animieren.

Auf die Sinnkrise folgt der Suff. Aber "saufen muss man können", stellt Königs Kollege Bukow fest. Die daraus resultierende sexuelle Spannung zwischen den beiden ist verstörend und faszinierend zugleich. Auch bildet sie das seltsam vertraute Gegenstück zu Momke und seiner Doreen, die den gemeinsamen Sohn Thore mit neuem Partner in einer fragilen Normalität großziehen will.

König (Anneke Kim Sarnau) und Bukow ermitteln in der Rostocker Ultraszene.  (Quelle: NDR/Christine Schroeder)König (Anneke Kim Sarnau) und Bukow ermitteln in der Rostocker Ultraszene. (Quelle: NDR/Christine Schroeder)

Einer für alle, alle für einen

Als auch Momke erstochen aufgefunden wird, verdichten sich Wut und Gewalt für König und Bukow zur abstoßenden Wahrheit: Die Mörder kommen aus den eigenen Reihen. Einer für alle, alle für einen: Wie auch die Ultras halten die Beamten zusammen und versuchen sich mit einer Art Gang-Mentalität zu rechtfertigen. Alle Gruppierungen, ob nun staatlich oder privat organisiert, scheinen sich der Gewalt zu unterwerfen. Sie diktiert das Handeln und führt zu fatalen Konsequenzen. Für alle ist sie ein Ventil, wenn nicht gar die Lösung, um die Sorgen und den Kummer zu betäuben.

Und so ist es leider unvermeidlich und tragisch konsequent, wenn die Ex des toten Momke zum Schluss erneut mit den Ultras der "Red Rostocks" marschiert und der kleine Sohn dabei "Bis in den Tod" skandiert.

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