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So macht Ihre Autobatterie im Winter nicht schlapp

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Schwachstelle Autobatterie  

Damit der Motor auch im Winter anspringt

24.10.2016, 15:04 Uhr | fb (CF)

So macht Ihre Autobatterie im Winter nicht schlapp. Damit es im Winter nicht zu einer Panne kommt, sollten Sie im Herbst die Batterie prüfen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Damit es im Winter nicht zu einer Panne kommt, sollten Sie im Herbst die Batterie prüfen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Batterie ist eine der größten Schwachstellen beim Auto. Das gilt besonders im Winter. Experten haben neben mangelnder Wartung noch einen anderen Grund für das plötzliche Autobatterie-Tief ausgemacht. Lesen Sie hier unsere Tipps zur winterlichen KFZ-Pflege.

Moderne Technik im Wagen hat ihren Preis

Im Winter fordern Kälte und Dunkelheit einen wesentlich höheren Strombedarf beim Autofahren als im Sommer. In dieser Jahreszeit zeigt sich unmittelbar, welche Batterie noch über genügend Ladekapazität verfügt, wenn elektrische Verbraucher wie Licht, Gebläse, Scheibenwischer und diverse Heizungen gleichzeitig in Betrieb genommen werden. Nicht ohne Grund führt der ADAC defekte Batterien in seiner winterlichen Pannenstatistik ganz oben.

Bereits die erste Frostnacht kann für eine verschlissene Autobatterie die Letzte sein. Die vielen Stromverbraucher in modernen Fahrzeugen mit neuester Technik verursachen ein häufiges Aufladen der Batterien. Das ist der Grund dafür, dass gegenwärtige Akkus meistens nur noch vier bis sechs Jahre halten. Wer dann noch nicht ausgetauscht hat, wird im Winter sprichwörtlich kalt und oftmals ohne Vorwarnung erwischt.

Ladezustand der Autobatterie regelmäßig prüfen

Wenn Sie Ihr Auto winterfest machen, sollten Sie auf jeden Fall den Ladezustand Ihrer Batterie in der Werkstatt überprüfen und gegebenenfalls aufladen lassen. Um sicher zu gehen, dass Ihnen der Servicemann nicht unnötig eine neue Batterie verkauft, können Sie in einem kleinen Eigentest den Zustand überprüfen.

Parken Sie dafür Ihr Fahrzeug im Dunkeln mit eingeschaltetem Abblendlicht vor einer Hauswand und stellen den Motor ab. Wenn das Licht nach einigen Minuten schwächer wird oder zu Flackern anfängt, ist es ein Zeichen dafür, dass die Batterie nicht mehr in Ordnung ist. Das gilt besonders, wenn der Wagen anschließend Probleme beim Anlassen hat.

Wie lange halten Autobatterien?

In der Regel sollte eine Batterie im Auto nach spätestens fünf Jahren ausgetauscht werden. Billigprodukte geben meisten weit vorher den Geist auf. Allerdings können auch vom Hersteller empfohlene Qualitätsakkus frühzeitig kaputt gehen, wenn sie falsch behandelt werden. So kann bereits eine komplette Entladung – im Fachjargon als Tiefentladung bezeichnet – die Batterie nachhaltig schädigen. Dafür genügt es beispielsweise, wenn Sie über Nacht Ihr Fahrlicht brennen gelassen haben. Das gilt im Übrigen auch, wenn etwa durch einen Defekt an der Lichtmaschine die Batterie ständig überladen wird.

Oberklasse-Fahrzeuge mit besonders üppiger Ausstattung sing entsprechend häufiger vom Spannungstief betroffen. „Moderne Autobatterien halten die Spannung bis zum Schluss. Oftmals ist dann ein Fehler wie der Zusammenbruch einer Akkuzelle oder die Entkopplung eines Akku-Pols für das Versagen verantwortlich“, weiß Eberhard Lang vom TÜV Süd.

Stand-by beansprucht Autobatterie

Die Ursache sieht der Experte noch nicht einmal an den zahlreichen Stromverbrauchern in Fahrzeugen mit hohem Ausstattungsniveau. Stärkere Akkus und Lichtmaschinen sowie dickere Kabeldurchmesser sorgen heute stets für ausreichend Spannung an den Abnehmern während der Fahrt. Das Problem beginnt vielmehr sobald das Fahrzeug abgestellt und der Motor ausgestellt wird.

Funktionen wie die Motorsteuerung, GPS oder eine Wegfahrsperre bleiben auf Stand-by und verbrauchen auch Strom, wenn der Motor abgestellt ist – und belasten somit die Batterie. „Wird auch während des Stands Strom verbraucht, erhöht das die Zahl der Ladezyklen und verringert die Lebensdauer einer Batterie“, erläutert Eberhard Lang.

Autobatterie-Wartung im Winter – Tipps vom Experten

Eberhard Lang gibt folgende Tipps, damit die Autobatterie möglichst lange hält:

  •  Inspektion: Die beste Vorsorge gegen eine Autobatterie-Panne ist die regelmäßige Inspektion. Die Service-Fachleute messen dabei nicht nur die Spannung und Stromstärke des Generators, sondern schauen auch auf Kraft und Alter der Batterie. Gibt es Schwankungen oder Abweichungen, sollte die Batterie oder die Lichtmaschine ausgetauscht werden.
  • Wartung: Moderne Blei-Akkus gelten generell als wartungsfrei oder wartungsarm. Trotzdem sollten Sie den Flüssigkeitsstand einmal im Jahr kontrollieren. Ist er zu niedrig, hilft destilliertes Wasser. Hängt der Flüssigkeitsverlust mit einem defekten Gehäuse zusammen, muss jedoch eine neue Batterie her. Eine völlig wartungsfreie Autobatterie kann man dagegen nur aufladen oder, wenn das nichts mehr nützt, austauschen. Die Spezialisten von TÜV Süd empfehlen, die Oberfläche der Batterie sauber und trocken zu halten. Bei der jährlichen Kontrolle sollten Sie auch den festen Sitz der Polklemmen prüfen.
  • Aufladen: Springt der Motor schlechter an, wenn es draußen kälter wird, sollten Sie die Batterie unbedingt in der Werkstatt aufladen lassen. Sind Sie technisch versiert, können Sie das auch selbst an ihrem Auto vornehmen. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:
  1. Klemmen Sie die Batterie zum Aufladen unbedingt ab – und zwar immer zuerst vom Minuspol und dann vom Pluspol. Das Anklemmen erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Der Grund: Manche Ladegeräte können kurz eine höhere Spannung erzeugen und so die Bordelektronik des Fahrzeugs schädigen. Das gilt vor allem für leistungsstarke Schnell-Ladegeräte, bei denen der Einschaltstrom oft recht hoch ist und es einen kurzfristigen Spannungsausschlag geben kann.
  2. Achten Sie auch beim Anschluss an das Ladegerät auf die richtigen Pole. Schließen Sie immer zuerst die Batterie ans Ladegerät und erst danach das Ladegerät ans Netz.
  3. Hat die Batterie Verschluss-Stopfen oder entfernbare Abdeckleisten für die sechs Zellen, sollten diese abgenommen werden. Achten Sie dabei auf austretende Säure. Beim Laden kann vor allem in der Schlussphase und bei älteren Ladegeräten Knallgas entstehen, das bei offenen Zellen leichter aus der Batterie entweichen kann. Eine gute Lüftung der „Ladestelle“ ist deshalb nötig.
  4. Knallgas ist auch der Grund, warum Feuer und Zigaretten in der Nähe von ladenden Batterien nichts zu suchen haben. Beim Abklemmen der Anschluss-Zangen ist ebenfalls Vorsicht geboten, damit kein Funke das Gas entzünden kann. Deshalb immer zuerst das Ladegerät vom Netz trennen.
  • Aufwärmen: Dafür haben die Experten vom TÜV Süd einen ungewöhnlichen Tipp parat: Schalten Sie bei strenger Kälte vor dem Starten des Motors erst einmal kurz (bis zu drei Minuten) die Scheinwerfer ein. Durch diese „Aufwärmphase“ liefert eine gesunde Autobatterie einen höheren Startstrom. Einer kaputten oder ungenügend geladenen Batterie kann dieser Tipp allerdings den Rest geben.
  • Schonen: Auf Kurzstrecken unter zehn Kilometern wird die Batterie nicht wieder vollständig aufgeladen. Das beeinträchtigt sowohl die Lebensdauer als auch die Kaltstart-Leistung des Auto-Akkus. Das gilt besonders, wenn Sie bei kurzen Winterfahrten viele elektronische Verbraucher laufen haben.
  • Schalten Sie nicht unbedingt notwendige Hilfsmittel wie etwa Hifi-Anlage, Heckscheibenheizung und Sitzheizung auf Kurzstrecken aus. Das gilt besonders auf Fahrten, auf denen sich der Wagen viel im Leerlauf befindet, wie im Stop-and-Go-Verkehr und bei Ampelstopps. Mancher vergebliche Startversuch an einem kalten Wintermorgen beruht meist nicht auf einer kaputten, sondern auf einer leeren Batterie.

Lebensdauer der Autobatterie verlängern

Da die Autobatterie im Winterbetrieb aufgrund der zahlreichen elektrischen Verbraucher mehr Energie benötigt als im Sommer, sollten Sie starke Stromverbraucher wie die Heckscheibenheizung, nur so lange eingeschaltet lassen, bis Sie freie Sicht haben. Das gilt besonders auf Kurzstrecken, wo Ihr Fahrzeug durch Licht, Heizung oder ähnliches mehr Energie verbraucht, als von der Lichtmaschine nachgeladen wird.

Der ADAC hat eine Liste erstellt, wie viel elektrische Leistung die einzelnen Verbraucher im Auto benötigen. Als große Stromfresser, auf die Sie zur Not auch einmal verzichten können, werden hier Hifi-Anlage (200 Watt), Abblendlicht (150 Watt) und Nebelscheinwerfer (100 Watt) genannt. Dagegen produziert die Lichtmaschine im Leerlauf lediglich 150 Watt pro Minute.

Irrtümer rund um die Autobatterie

Mit einer zweiten Batterie lässt sich das Spannungstief im Winter übrigens nicht umgehen. „Wenn der Akku schwächelt, bringt eine zusätzliche Batterie gar nichts. Denn die schwache Batterie zieht alle anderen mit sich“, so der Fachmann vom TÜV Süd. Auch das Anschieben im Falle einer leeren Batterie ist heute nur noch bei den wenigsten Fahrzeugen eine Lösung.

Das gilt nicht nur für den wachsenden Anteil an Automatikfahrzeugen. Technische Einrichtungen wie Motorsteuerung, Benzinpumpe und Luftmengenmesser benötigen für den Start so viel Strom, dass ein kurzes Drehen des Generators auch bei Schaltfahrzeugen nicht für einen Notstart ausreicht.

Autobatterie im Winter: Elektroautos im Vorteil

Hybrid- und Elektrofahrzeuge kennen übrigens gar keine Spannungsprobleme. Sie haben verschiedene Stromkreisläufe für den Antrieb und die elektrische Versorgung der Aggregate, die an leistungsstarke Batterien gekoppelt sind und so für ausreichend Spannung im Stand sorgen. „Weil ein Leistungsaustausch zwischen den Kreisläufen stattfindet, ist mit einem Ausfall nicht zu rechnen“, bestätigt Lang. Zudem sorgt während der Fahrt nicht nur die Lichtmaschine, sondern auch ins System eingespeiste Bremsenergie für ein ständiges Aufladen der Batterien.

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